Was ist Deep Work? 7 Regeln zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und zur Freisetzung Ihres vollen Potenzials

Caeleigh MacNeil – FotoCaeleigh MacNeil2. Dezember 202112 Minuten Lesezeit
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Zusammenfassung

Deep Work ist ein Zustand höchster Konzentration, der es uns ermöglicht, komplexe Vorgänge zu erlernen und schnell hochwertige Arbeit zu leisten. Der Begriff „Deep Work“ wurde erstmals von dem Informatikprofessor Cal Newport geprägt. Dieser empfiehlt, dass wir, um wirklich produktiv zu sein, uns mehrere Stunden am Tag von allen Kommunikationsmedien abmelden sollten, um uns voll und ganz auf unsere Arbeit zu konzentrieren. In diesem Artikel gehen wir auf die Vorteile von Deep Work ein und zeigen Ihnen anhand der folgenden sieben Regeln, wie Sie Deep Work in Ihren Arbeitsalltag integrieren können.

Zweimal im Jahr zieht sich der Mitbegründer von Microsoft, Bill Gates, in eine Hütte im Wald zurück, um nichts anderes zu tun als zu lesen und neue Inspiration zu schöpfen. Während dieser Think Weeks (Denkwochen) schottet sich Gates vollständig von der Außenwelt ab – das heißt, keine E-Mails, keine Telefonate und kein Internetzugang. Es gibt nur ihn und einen Stapel Papiere von Microsoft-Mitarbeitern, die neue Innovationen haben oder Investitionen vorschlagen. 

Gates vermeidet sämtliche Ablenkungen in seiner Umgebung, um sich voll und ganz auf die Arbeit zu konzentrieren und erreicht einen Zustand höchster Konzentration, der Raum für Kreativität lässt und seinen Fokus maximiert. Und das hat offensichtlich funktioniert, denn die Arbeit während Gates' „Denkwochen“ führten zu Innovationen wie der Einführung des Internet Explorer im Jahr 1995.

Natürlich müssen Sie sich nicht zwangsläufig in eine Waldhütte zurückziehen, um die Vorteile von Deep Work zu nutzen. Auch wenn die meisten von sich den Luxus nicht leisten können, sich tage- oder wochenlang zurückzuziehen, gibt es dennoch Mittel und Wege, mit ein paar einfachen Übungen die Vorteile von Deep Work in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren 

Was ist Deep Work? 

Deep Work ist ein Zustand höchster Konzentration, der es ermöglicht, komplexe Vorgänge zu erlernen und schnell hochwertige Arbeit zu leisten. Der Begriff wurde von Cal Newport geprägt, einem Informatikprofessor an der Georgetown University und Autor von „Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World“ (Konzentriert arbeiten: Regeln für eine Welt voller Ablenkungen). In seinem Buch definiert Newport Deep Work als einen Zustand totaler Konzentration, frei von Ablenkungen, in dem das Gehirn sein volles Potenzial entfaltet.

Vereinfacht ausgedrückt besagt Newports Deep-Work-Theorie, dass wir, um wirklich produktiv zu sein, uns von allen Kommunikationsmedien abmelden und jeden Tag über längere Zeiträume hinweg ungestört arbeiten sollten. Sollten Sie nicht die Möglichkeit haben, über einen längeren Zeitraum auf die Kommunikation mit Ihrem Team zu verzichten, versuchen Sie, ablenkungsfreie Phasen von 60-90 Minuten in Ihren Arbeitsalltag zu integrieren.

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Deep Work vs. Shallow Work

Newport definiert Shallow Work als logistische Aufgaben, die auch unter Ablenkung erledigt werden können. Dazu zählt beispielsweise die Koordination von Arbeit oder kommunikative Aufgaben, da es sich hierbei um reproduzierbare Tätigkeiten handelt.

Bei Asana nennen wir das „Arbeit rund um die Arbeit“. Unseren Untersuchungen zufolge verbringen Wissensarbeiter 60 % ihrer Zeit mit Koordinationsaufgaben wie dem Beantworten von E-Mails, dem Koordinieren von Projekten und dem Planen von Meetings. Ein Arbeitsalltag ohne diese einfachen Tätigkeiten ist unrealistisch, jedoch sollten diese Aufgaben mit weniger Zeitaufwand erledigt werden, sodass mehr Ressourcen für qualitativ hochwertige Arbeit bleiben. 

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Die Wissenschaft hinter Deep Work

Deep Work ist aus zwei Gründen effektiv: Es hilft Ihnen, Ablenkungen zu vermeiden, signalisiert Ihrem Gehirn, auf Konzentrationsmodus umzuschalten. So können Sie in kürzeren Phasen anspruchsvollere Arbeit leisten. Und so geht's: 

Ablenkungen vermeiden 

Die Beseitigung von Ablenkungen ist ein zentraler Bestandteil von Deep Work, und das aus gutem Grund. Wenn Sie zwischen verschiedenen Aufgaben hin- und herwechseln – z. B. wenn Sie auf Ihr Handy schauen, während Sie einen Projektantrag erstellen – bleibt ein Teil Ihrer Aufmerksamkeit bei der vorherigen Aufgabe. Selbst wenn Sie wieder mit dem Schreiben beginnen, ist ein Teil Ihres Gehirns immer noch mit der Textnachricht beschäftigt, die Sie gerade gelesen haben. Dieses Phänomen wird als Aufmerksamkeitsrückstand bezeichnet, und fordert einen hohen Tribut. Untersuchungen zeigen, dass es bis zu 20 Minuten dauern kann, um nach einer Unterbrechung wieder in den Flow zu kommen – wenn Sie also in einer Stunde zweimal auf Ihr Handy schauen, sind das zwei Drittel der Zeit, die Sie verloren haben. 

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Das Gehirn neu vernetzen 

Deep Work ist der beste Weg, um neue Fähigkeiten schnell zu erlernen. Wenn Sie hochkonzentriert sind, wird Ihr Gehirn stimuliert und es werden neue Lernpfade sowie neue Verbindungen zwischen den Neuronen gebildet, damit diese schneller arbeiten können. Das heißt, wenn Sie sich intensiv auf eine bestimmte Fähigkeit konzentrieren, verdrahten Sie Ihr Gehirn nicht nur im übertragenden Sinne neu, damit Sie diese Fähigkeit effektiver ausführen können. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Neuvernetzung nur dann stattfinden kann, wenn man sich auf eine einzige Aufgabe konzentriert und Ablenkungen vermeidet (mit anderen Worten: wenn man Deep Work anwendet). 

Warum ist Deep Work so wichtig? 

Wenn Sie Deep Work beherrschen, verschafft Ihnen das nicht nur einen Vorteil in der heutigen Arbeitswelt, sondern führt außerdem zu mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz – und Sie erhalten ganz nebenbei ein neues Gefühl der Sinnhaftigkeit für Ihre Aufgaben. Hier erfahren Sie, wie Deep Work Ihre Arbeitsleistung steigern und Ihr tägliches Leben bereichern kann: 

Deep Work ist effektiv

Mit Deep Work können Sie anspruchsvolle Inhalte erlernen und schnell qualitativ hochwertige Arbeit leisten – zwei Fähigkeiten, die Sie (und Ihr Team) in der modernen Arbeitswelt zum Erfolg führen werden. 

  • Komplexe Vorgänge schnell erlernen: Lernen ist ein wichtiger Bestandteil jeder Arbeit, ganz gleich in welchem Bereich. Ein IT-Manager muss zum Beispiel lernen, wie man technische Probleme auf Unternehmensebene behebt, ein Buchhalter muss sich mit dem Steuerrecht vertraut machen, und ein Softwareentwickler muss neue Programmiersprachen lernen. Die Fähigkeit, sich durch gründliche Arbeit neue Fähigkeiten anzueignen, macht Sie also zu einem wertvollen Mitarbeiter.

  • Qualitativ hochwertige Arbeit in kurzer Zeit leisten: Neue Fähigkeiten zu erlernen ist eine Sache, hochwertige Ergebnisse zu erzielen eine andere. Dieser zweite Aspekt von Deep Work hilft Ihnen, erworbene Fähigkeiten zu nutzen, um eine positive Wirkung zu erzielen. Zum Beispiel könnte ein Projektmanager durch intensive Konzentration lernen, wie man einen soliden Projektantrag verfasst, und dann einen detaillierten Vorschlag erstellen, der die Finanzierung des geplanten Vorhabens sichert. 

Deep Work findet selten Anwendung

Unseren Untersuchungen zufolge verbringen Wissensarbeiter 60 % ihrer Zeit mit Koordinierungsaufgaben und nicht mit den qualifizierten, strategischen Aufgaben, für die sie eingestellt wurden. Diese Tendenz zu oberflächlicher Arbeit anstelle von echter Produktivität stellt eine Chance für Teams dar, die bei ihrer Arbeit den Schwerpunkt auf Konzentration legen, denn sie können bessere Ergebnisse erzielen als ihre Konkurrenz. 

Das Modell Deep Work findet selten Anwendung. Sie können jedoch für Ihr Team konkrete Schritte einleiten, die zu konzentrierter Arbeit führen, indem Sie Ihnen Freiräume für zeitintensive Tätigkeiten geben, Prioritäten festlegen und klare Verantwortlichkeiten festlegen. Sollten Sie das bislang nicht getan haben, leiten Sie folgende Schritte ein:

Deep Work fühlt sich gut an

Deep Work ist mehr als nur eine Möglichkeit, produktiver zu sein – sondern vermittelt gleichzeitig ein gutes Gefühl. Das liegt daran, dass Deep Work in eine Art Flow-Zustand mündet, eine Phase der tiefen Konzentration, die Anforderungen und Fähigkeiten in Einklang bringt 

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie durch Ihre Konzentration einen wichtigen Beitrag für Ihre Umwelt leisten und Ziele erreichen, die von Bedeutung sind, was wiederum zu einem hohen Maß an Zufriedenheit in Ihrem Arbeitsleben führt. Die neurologische Forschung belegt, dass gezielte Aufmerksamkeit Ihr Weltbild prägt, worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit richten – wenn Sie sich also Zeit für konzentriertes Arbeiten nehmen, erkennen Sie den Sinn und die Bedeutung Ihres Beitrags in der Arbeitswelt.

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Ein tiefgründiges Leben ist ein gutes Leben. ”
Cal Newport, Autor von „Konzentriert arbeiten: Regeln für eine Welt voller Ablenkungen.“ 

7 Regeln zur Nutzung von Deep Work im Alltag

Ihr Verstand ist wie ein Muskel, d. h. Sie können Ihre Fähigkeit zu Deep Work durch Übung und Beständigkeit mit der Zeit aufbauen. Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern, haben wir sieben Regeln aufgestellt, die Ihnen dabei helfen, eine Deep-Work-Routine zu entwickeln.  

1. Wählen Sie einen passenden Ansatz

Für Deep Work brauchen Sie einen Plan, der zu Ihrem individuellen Zeitplan und Ihren Arbeitsvorlieben passt. In seinem Buch skizziert Newport vier verschiedene Ansätze (oder „Philosophien“), die Sie bei der Entscheidung, wie Sie Deep Work planen, verfolgen können. Je nach Ihrem Lebensstil können einige Ansätze besser funktionieren als andere: 

  • Rhythmische Philosophie: Mit diesem Ansatz etablieren Sie eine regelmäßige Gewohnheit und einen Rhythmus für Deep Work, indem Sie sich jeden Tag zur gleichen Zeit 1 bis 4 Stunden Zeit nehmen, um sich zu konzentrieren. Wenn Sie Zeit für Deep Work einplanen, sollten Sie bedenken, dass die meisten Menschen nicht mehr als vier Stunden Deep Work pro Tag durchhalten können. Sie könnten zum Beispiel an jedem Wochentag zwischen 8 und 10 Uhr morgens Zeit für Deep Work einplanen. Der Schlüssel zu dieser Strategie liegt in der Beständigkeit, die Sie erreichen können, indem Sie sich jeden Tag ein bestimmtes Pensum an Deep Work vornehmen. Um diese Strategie effektiv umzusetzen, sollten Sie eine ergänzende Zeitmanagement-Technik anwenden, z. B. Time Blocking.

  • Journalistische Philosophie: Diese Methode ist die flexibelste und ermöglicht es Ihnen, Deep Work in Ihren Zeitplan einzubauen, wo immer Sie können. Sie könnten zum Beispiel Zeit für Deep Work einplanen, wenn Sie zwischen zwei Meetings mindestens 90 Minuten Zeit haben. Denken Sie daran, dass Sie bei dieser Methode bewusst in den Deep-Work-Modus wechseln müssen, was für Anfänger schwierig sein kann. Wenn Sie gerade erst anfangen und einen vorhersehbaren Meeting-Zeitplan haben, ist die rhythmische Philosophie vielleicht die beste Wahl.  

  • Klösterliche Philosophie: Bei diesem Ansatz eliminieren Sie die oberflächliche Arbeit in allen Bereichen Ihres Lebens vollständig oder reduzieren sie drastisch. Der Science-Fiction-Autor Neal Stephenson zum Beispiel vermeidet E-Mails und Meetings, um mehr Zeit für das Schreiben zu haben. Das bedeutet, dass es fast unmöglich ist, Stephenson zu erreichen, aber er ist extrem produktiv und hat bereits über 80 Werke veröffentlicht. Wenn Sie die klösterliche Philosophie bei der Arbeit umsetzen möchten, sollten Sie Zeitmanagement-Strategien in Betracht ziehen, die die Arbeit rund um die Arbeit minimieren, wie die GTD-Methode.

  • Bimodale Philosophie: Bei dieser Methode wird die Zeit aufgeteilt, wobei lange Abschnitte (mindestens ein ganzer Tag) für Deep Work reserviert und der Rest für alles andere verwendet wird. Die bimodale Zeiteinteilung ist eine flexiblere Version der klösterlichen Philosophie: Anstatt die oberflächliche Arbeit komplett zu streichen, können Sie einen oder mehrere Tage lang Deep Work praktizieren und dann zu Ihren anderen Verpflichtungen zurückkehren. Ein gutes Beispiel dafür sind die in der Einleitung erwähnten „Denkwochen“, in denen sich Bill Gates zweimal im Jahr in eine Hütte im Wald zurückzieht, um zu lesen und sich inspirieren zu lassen. Bei Asana setzen wir unsere eigene Version der bimodalen Philosophie um, indem wir den „Meetingfreien Mittwoch“ praktizieren – einen ganzen Tag, an dem sich unsere Teammitglieder ungestört in die Arbeit stürzen können.

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Wenn ich mein Leben so organisiere, dass ich viele lange, aufeinanderfolgende, ununterbrochene Zeitabschnitte habe, kann ich Romane schreiben. Aber wenn diese Abschnitte getrennt und fragmentiert werden, sinkt meine Produktivität als Romanautor dramatisch.”
Autor Neil Stephenson, aus seinem Essay „Why I Am a Bad Correspondent“

2. Schaffen Sie Rituale, die Ihnen helfen, sich zu konzentrieren

Die Forschung zeigt, dass sich unser Gehirn an bestimmte Assoziationen erinnert. Wenn Sie zwei Dinge miteinander verbinden – wie Salz und Pfeffer oder einen aufgeräumten Schreibtisch und Konzentration –, lernt Ihr Gehirn und erwartet in Zukunft dieselbe Kombination. Das bedeutet, dass Sie Rituale schaffen können, die Ihre Konzentration auslösen und Ihrem Gehirn signalisieren, dass es Zeit ist, sich zu konzentrieren. Wenn Sie zum Beispiel immer Ihren Schreibtisch aufräumen, bevor Sie schreiben, fällt es Ihnen bei einem aufgeräumten Arbeitsplatz leichter, sich in Zukunft auf das Schreiben zu konzentrieren. 

Stellen Sie sich bei der Ausarbeitung Ihres Rituals für Deep Work die folgenden Fragen: 

  • Wo werden Sie arbeiten? Überlegen Sie, wie Sie Ihre Arbeitsumgebung gestalten möchten. Sie könnten zum Beispiel in Ihrem Büro arbeiten, wenn die Tür geschlossen und der Schreibtisch aufgeräumt ist. 

  • Wann und wie lange werden Sie arbeiten? Sie könnten sich zum Beispiel dafür entscheiden, gleich morgens 90 Minuten lang zu arbeiten, bevor Sie eine Kaffeepause einlegen. 

  • Wie werden Sie arbeiten? Legen Sie Regeln fest, um Ihre Konzentration zu steuern, z. B., ob Sie das Internet nutzen, wie viele Wörter Sie alle 20 Minuten schreiben oder wo Sie Ihr Telefon ablegen. 

  • Wie werden Sie sich die Arbeit erleichtern? Vergewissern Sie sich, dass Sie die benötigten Materialien, wie z. B. Referenzunterlagen, Kaffee oder Lebensmittel, im Voraus organisiert haben. 

Sie können auch zusätzliche Reize in Ihre Routine einbauen, um Ihre Konzentration anzukurbeln, z. B. das Anzünden einer Kerze, das Hören einer bestimmten Musik oder das Anziehen bestimmter Kleidung. 

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3. Priorisieren Sie Ihre wichtigsten Aufgaben 

Bei der Konzentration ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Je mehr Sie sich vornehmen, desto weniger schaffen Sie tatsächlich. Für Deep Work müssen Sie sich daher auf die wichtigste Aufgabe konzentrieren und alles andere ignorieren. Und so geht's: 

  • Legen Sie im Voraus fest, woran Sie in einer Deep-Work-Sitzung arbeiten wollen. Für Deep Work müssen Sie sich auf eine Aufgabe konzentrieren und alles andere ausblenden. Wenn Sie im Voraus entscheiden, worauf Sie sich konzentrieren wollen, können Sie Multitasking vermeiden. Und wenn Sie während Ihrer Konzentrationszeit neue Anfragen erhalten, fällt es Ihnen leichter, bei der Sache zu bleiben. Versuchen Sie, eine Priorisierungsstrategie anzuwenden, um Ihre wichtigsten Aufgaben zu ermitteln und zu erledigen, z. B. die Eisenhower-Entscheidungsmatrix, das Pareto-Prinzip oder die „Iss den Frosch“-Strategie

  • Schaffen Sie Klarheit mit Team- und Unternehmenszielen. Klare Ziele sind wie ein Kompass, denn sie leiten Ihre Entscheidungen und sagen Ihnen, welche Aufgaben am wichtigsten sind. Wenn sich das Quartalsziel Ihres Teams beispielsweise auf die Neugestaltung der Unternehmenswebsite konzentriert, können Sie die Prioritäten für Verbesserungswünsche für Ihre App leichter zurückstellen. Verwenden Sie unbedingt einen Zielsetzungsrahmen, um Ihre Ziele messbar und spezifisch zu machen, z. B. die SMART-Methode oder Objectives and Key Results (OKRs)

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4. Verfolgen und überprüfen Sie die Nutzung Ihrer Zeit

Man muss Zeit investieren, um Dinge zu erledigen, und das gilt auch für Deep Work. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren Zeitplan im Griff haben und sich Ihre Zeit einteilen – denn wenn Sie Deep Work in Ihre Routine einbauen wollen, müssen Sie dafür Platz schaffen. 

Hier sind einige Strategien, die Ihnen helfen, Ihre Zeit zu analysieren und zu organisieren: 

  • Prüfen Sie, wie Sie Ihre Arbeitszeit verbringen. Bevor Sie oberflächliche Arbeiten streichen können, um Platz für komplexere Tätigkeiten zu schaffen, müssen Sie die Art der Arbeit verstehen, die Sie tagtäglich verrichten. Erstellen Sie daher eine Liste all Ihrer Tätigkeiten und Aufgaben und quantifizieren Sie dann die Komplexität jeder Tätigkeit, damit Sie wissen, wie viel Zeit Sie mit Deep Work und wie viel mit oberflächlicher Arbeit verbringen. 

  • Bewerten Sie Ihre Meetings. Erstellen Sie eine Liste aller Meetings, an denen Sie teilnehmen, und bewerten Sie auf einer Skala von 1 bis 5, wie wichtig sie tatsächlich sind. Sie können auch notieren, wie viel Aufmerksamkeit Sie in dem Meeting aufbringen, ob es typischerweise Aktionspunkte gibt oder ob es eine vorgegebene Tagesordnung gibt. Auf diese Weise können Sie einschätzen, an welchen Meetings Sie persönlich teilnehmen sollten und bei welchen Ihre Anwesenheit nicht erforderlich ist, weil Sie sich zu gegebener Zeit nachträglich asynchron informieren können.

  • Planen Sie Ihren Tag. Nehmen Sie Ihren Tagesplan in die Hand, indem Sie für jede Aufgabe bestimmte Zeiträume bestimmen. Zwei gängige Methoden hierfür sind Timeboxing und Timeblocking. Timeboxing ist eine Strategie für das Zeitmanagement, bei der Sie den Zeitaufwand für eine Aufgabe abschätzen und die Zeit für die Erledigung der Aufgabe einplanen. Das Konzept des Timeblocking ist ähnlich, aber anstatt sich Zeit für eine einzelne Aufgabe zu nehmen, fasst man ähnliche Aufgaben zusammen und erledigt sie alle in einem Zeitblock. Timeboxing ist eine gute Option für die Planung umfangreicher Arbeiten, während Timeblocking Ihnen dabei helfen kann, viele oberflächliche Aufgaben auf einmal zu erledigen, z. B. E-Mails zu beantworten. 

5. Minimieren Sie digitale Ablenkungen

Ablenkung steht im direkten Gegensatz zu Gründlichkeit. Aber Ablenkung – vor allem in digitaler Form – ist in der schnelllebigen Arbeitswelt von heute präsenter denn je. In einer Zeit, in der 80 % der Wissensarbeiter angeben, ständig E-Mails zu überprüfen, und fast drei von vier Angestellten den Druck verspüren, jeden Tag Multitasking zu betreiben, kann es fast unmöglich erscheinen, digitale Ablenkungen zu vermeiden. 

Mit ein paar einfachen Strategien ist es jedoch möglich, Ablenkungen zu minimieren: 

  • Schalten Sie Benachrichtigungen aus. Töne und Benachrichtigungen, die auf Ihrem Bildschirm aufblinken, wirken sich negativ auf Ihre Konzentration aus und können Sie schnell von Ihrer Arbeit ablenken. Wenn Sie versuchen, sich zu konzentrieren, sollten Sie den „Bitte nicht stören“-Modus verwenden oder die Benachrichtigungen für Ihr Telefon und alle von Ihnen genutzten Kommunikations-Apps deaktivieren. Wenn Sie wirklich abschalten möchten, schließen Sie E-Mail- und Messaging-Apps vollständig. Denken Sie daran, dass Sie die Benachrichtigungen jederzeit in Ihrer nächsten Arbeitspause überprüfen können.

  • Machen Sie konzentriertes Arbeiten zu Ihrer Priorität. Sie sollten sich von vornherein auf einen Tag konzentrierter Arbeit einstellen. Planen Sie jedoch auch Pausen ein, in denen Sie Freiraum für Ablenkungen aller Art haben. Sie können diese Strategie sowohl bei der Arbeit als auch in Ihrem Privatleben anwenden. Sie könnten zum Beispiel eine Konzentrationspause nach der Arbeit einplanen, in der Sie im Internet surfen und durch Social Media scrollen, um sich anschließend dem Kochen zu widmen, einen Film anzuschauen oder mit Ihren Lieben plaudern. 

  • Wählen Sie Ihre Tools mit Bedacht. Unseren Untersuchungen zufolge wechselt der durchschnittliche Wissensarbeiter 25 Mal pro Tag zwischen 10 Apps, um seine Arbeit zu erledigen – und Mitarbeiter, die zwischen Apps wechseln, haben auch eher Probleme, ihre Arbeit effektiv zu priorisieren. Aber nur weil es ein Tool gibt, heißt das nicht, dass Sie es auch nutzen müssen. Anstatt die Arbeit auf viele verschiedene Apps zu verteilen, sollten Sie sich für ein Projektmanagement-Tool entscheiden, das sich in alle Ihre Unternehmenstools integrieren lässt, damit Sie eine zentrale Quelle für alle Informationen haben. Auf diese Weise müssen Sie nicht mit mehreren Apps arbeiten, sondern können wichtige Informationen an einem Ort verfolgen.  

6. Nehmen Sie sich Zeit zum Auftanken

Ruhe ist genauso wichtig wie Arbeit. Wenn Sie sich jeden Tag Zeit nehmen, um neue Energie zu tanken, können Sie einem Burnout vorbeugen und Ihre Arbeitsgewohnheiten nachhaltig gestalten. Newport empfiehlt, nach der Arbeit vollständig abzuschalten, um Ihre Freizeit genießen zu können. Hierbei ist es wichtig, klare Grenzen festzulegen. Er empfiehlt außerdem, einen festen Zeitpunkt für den Feierabend festzulegen (für ihn ist das 17:30 Uhr) und das Arbeiten am Wochenende zu vermeiden. Das heißt, wenn Sie fertig sind, sind Sie fertig – kein Überprüfen von Slack-Nachrichten auf Ihrem Telefon, kein Verfassen von E-Mails in Ihrem Kopf und kein Nachdenken über bevorstehende Meetings. 

Wenn es Ihnen schwerfällt, abzuschalten, versuchen Sie es mit einem „Abschaltritual“, das Sie am Ende eines jeden Arbeitstages durchführen. Das können 10-20 Minuten sein, in denen Sie einen letzten Blick auf Ihren Posteingang werfen, um sicherzustellen, dass Sie keine wichtigen Benachrichtigungen verpasst haben, planen, wie Sie unerledigte Aufgaben erledigen, und Ihren Zeitplan für den nächsten Tag überprüfen. Auf diese Weise können Sie sich beruhigt zurücklehnen, wenn Sie sich für den Tag abmelden, und müssen sich nicht mit bevorstehender Arbeit herumplagen. 

7. Setzen Sie sich Ziele und verfolgen Sie Ihre Fortschritte 

Sich klare Ziele zu setzen, ist eine der besten Methoden, um motiviert zu bleiben und seine Arbeitsgewohnheiten auf Dauer aufrechtzuerhalten. Als Psychologen die Auswirkungen verschiedener Motivationstechniken auf die Leistung von Gruppen untersuchten, stellten sie fest, dass das Setzen von Zielen eine der effektivsten Methoden ist. Das liegt daran, dass Ziele eine intrinsische Motivation schaffen – einen inneren Antrieb zum Erfolg, unabhängig von Lob oder Vergütung.

Um Deep Work zur Gewohnheit zu machen, sollten Sie sich kurzfristige Ziele setzen, um festzulegen, wie viele Stunden Sie täglich konzentrierter Arbeit nachgehen wollen. Newport schlägt vor, eine Anzeigetafel zu erstellen, auf der Sie Ihre täglichen Stunden aufzeichnen und jedes erreichte Ziel abhaken können. Sie können sich auch übergeordnete langfristige Ziele setzen, die Ihnen dabei helfen, im Laufe der Zeit eine bestimmte Stundenzahl zu erreichen – zum Beispiel könnten Sie mit einer Stunde pro Tag beginnen und sich dann über einen Zeitraum von drei Monaten auf vier Stunden steigern. Denken Sie daran, Ihre Ziele messbar und spezifisch zu machen, z. B. mit der SMART-Ziel-Methode oder den Objectives and Key Results (OKRs)

Fazit

Deep Work ist eine der besten Methoden, um Ihr kreatives Potenzial zu maximieren – aber es geht um mehr als nur Produktivität. Letztlich fühlt sich Deep Work einfach gut an, und kann Ihnen helfen, sich energiegeladen und motiviert zu fühlen, jeden Tag anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen. Oder um es mit den Worten von Cal Newport zu sagen: „Ein tiefgründiges Leben ist ein gutes Leben.“

Profitieren Sie von Deep Work, indem Sie die Menge an oberflächlicher Arbeit reduzieren, die Sie und Ihr Team erledigen. Mit Asana können Sie die Arbeit an einem Ort koordinieren, sodass Sie weniger Zeit mit der Suche nach Dokumenten, dem Einholen von Genehmigungen und dem Beantworten von E-Mails verbringen müssen – und mehr Zeit für die Arbeit haben, die wirklich zählt. 

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