Kanban vs. Scrum: Projektmanagement-Methoden im Vergleich!

Team Asana – FotoTeam Asana9. März 202211 Minuten Lesezeit
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Wasserfall, Agile, Kanban und Scrum – Artikel-Bannerbild
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Zusammenfassung

Sollten Sie sich nicht sicher sein, welche Projektmanagement-Methode oder welches Modell für die Leitung Ihres Teams am besten geeignet ist, haben wir hier genau das Richtige für Sie. Erfahren Sie alles über Wasserfall, Agile, Scrum und Kanban – wofür diese Begriffe stehen, wie man diese Methoden einsetzt, welche Vor- und Nachteile sie haben und wie sie sich voneinander unterscheiden.

Wenn Ihnen die Bedeutung eines dieser Begriffe nicht klar ist, finden Sie hier die passende Antwort. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die Unterschiede zwischen Kanban vs. Scrum. Dazu erfahren Sie auch, was die einzelnen Begriffe genau bedeuten, welche Vor- und Nachteile diese Methoden haben und wie sie sich voneinander unterscheiden.

Die Links auf der linken Seite führen Sie direkt zum gewünschten Stichpunkt und beantworten die jeweilige Frage. Oder lesen Sie unseren ultimativen Leitfaden, der sämtliche Fragen zu den einzelnen Projektmanagement-Methoden bietet.

Die Agile-Methode

Agile-Projektmanagement beschreibt eine iterative Methodik, bei der Arbeitsphasen in kurze Sprints aufgeteilt werden. Mit diesem flexiblen Ansatz und kontinuierlichen Zwischenergebnissen ist die Agile-Methode bei unerwarteten Änderungen am Projekt flexibler, wodurch es jedoch zu Scope Creep, also ungeplanter Mehrarbeit, kommen kann.

Die Agile-Methode wurde als Gegenstück zum traditionellen Wasserfall-Projektmanagement entwickelt. Als die Softwareentwicklung in den frühen 2000ern populär wurde, musste ein iterativer Projektmanagement- und Entwicklungs-Ansatz her, mit dem die Entwickler ein Produkt nach und nach aufbauen konnten – dies war die Geburtsstunde der Agile-Softwareentwicklung.

Seitdem ist das Agile-Manifest die wichtigste Ressource für Agile-Werte und -Grundsätze für alle, die diese Methodik in die Praxis umsetzen wollen. Die Agile-Methodik ist nicht mehr auf die Softwareentwicklung allein beschränkt. Auch die Bereiche Marketing, IT, Eventplanung und Produktentwicklung haben diese Methodik inzwischen an ihre jeweilige Branche angepasst und entsprechend verändert. 

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So funktioniert Agile

Agile-Projektmanagement basiert auf iterativem Backlog-Management, Sprints, Retrospektiven, Iterationen und weiteren Sprints. Agile-Sprints dauern üblicherweise zwei bis vier Wochen. 

So funktioniert Agile in zwei Sprints

Jeder Sprint durchläuft die folgenden Phasen:

  • Zunächst strukturiert der Produktverantwortliche das Produkt-Backlog. Dabei handelt es sich um eine Liste aller Aufgaben, die während des Sprints bearbeitet werden können. Diese Liste wird normalerweise in einem Projektmanagement-Tool gespeichert.

  • Vor dem Sprint nimmt das gesamte Projektteam an einer Sprint-Planung teil, um zu besprechen, welche Aufgaben innerhalb der nächsten zwei Wochen vorrangig erledigt werden sollten.

  • Während des Sprints treffen sich die Agile-Teams häufig, um Hindernisse und Aktionspunkte zu besprechen. 

  • Nach Ende des Sprints kommt das Team erneut zusammen, um die sogenannte Sprint-Retrospektive durchzuführen, in der erörtert wird, welche Dinge gut gelaufen sind und was man beim nächsten Sprint noch verbessern könnte. 

Lesenswert: Der Einsteiger-Leitfaden für agile Methoden

Was ist Kanban?

Kanban ist ein Teilbereich der Agile-Methode und erweitert deren Ansätze. Der Schwerpunkt bei Agile liegt auf einer situativ angepassten Planung, rechtzeitiger Bereitstellung und kontinuierlicher Verbesserung. – und genau diese Aspekte kann Kanban unterstützen.

Wenn im Projektmanagement von Kanban die Rede ist, ist meist von Kanban-Boards die Rede. Ein Kanban-Board stellt Arbeitsphasen anhand von Spalten dar, in denen die einzelnen Aufgaben für die jeweilige Projektphase aufgeführt sind – doch dazu gleich mehr. 

Das Kanban-Framework ist äußerst flexibel und kann Ihrem Team helfen, mit der Zeit dynamischer und agiler zu werden.

Kanban-Boards in Asana erstellen

So funktioniert Kanban

Das Kanban-Framework wurde in den 1940er Jahren von Taiichi Ohno entwickelt und über mehrere Jahrzehnte hinweg digitalisiert, angepasst und verfeinert. Im Kern ist das moderne Kanban-Framework eine visuelle Online-Methode zur Arbeitsorganisation. 

Ist von „Kanban“ die Rede, sind häufig Kanban-Boards gemeint: die visuelle Darstellung des Projektmanagements, die die Kanban-Methode zum Leben erweckt.

In einem Kanban-Board stellen Spalten die verschiedenen Arbeitsphasen dar. Innerhalb der jeweiligen Spalte zeigen visuelle Karten die einzelnen Aufgaben und die jeweilige Phase, in der sie sich befinden. Normalerweise sind diese Phasen „To-do“, „in Bearbeitung“ und „Abgeschlossen“.

[Boardansicht] Bug-Tracking mit dem Kanban-Board in AsanaKanban-Boards in Asana erstellen

Kanban-Boards sind eine der beliebtesten Formen des visuellen Projektmanagements. Sie sind besonders effektiv, um bequem auf einen Blick Einsicht in ein Projekt zu erhalten.

Lesenswert: 3 Möglichkeiten zur Visualisierung eines Projektplans: Zeitleisten, Kalender und Boards

Vorteile von Kanban-Boards

Wer Kanban im Projektmanagement einsetzt, stellt dem Kanban Team eine Fülle von Informationen auf einen Blick zur Verfügung, unter anderem:

  • Aufgaben oder erwartete Ergebnisse

  • Für die Aufgabe verantwortliche Person

  • Fälligkeitsdaten

  • Relevante Details, wie Priorität oder Aufgabentyp

  • Aufgabendetails

  • Kontext

  • Relevante Dateien

Mit Kanban im Projektmanagement kann Ihr Team den Arbeitsfortschritt flexibel visualisieren. Normalerweise bilden die Spalten der Kanban-Boards die Arbeitsphasen ab. Deshalb sind sie als visuelle Projektmanagement-Tools bei Teams beliebt, die laufende Prozesse und Projekte wie Kreativanfragen oder Projekte zur Fehlerbehebung durchführen.

Ein Kanban-Board kann auch individuell an den Projektverantwortlichen angepasst werden. Sie können eine sogenannte Swimlane hinzufügen oder Spalten nach Fälligkeitsdatum erstellen.

Angesichts ihrer Effektivität bei der Visualisierung von Arbeit, stellen Kanban-Boards eine Kernkomponente der meisten Projektmanagement-Tools dar. Wenn Sie das passende Projektmanagement-Tool für Ihr Team auswählen möchten, vergewissern Sie sich, dass es eine Kanban-Ansicht bietet. Besser noch, wählen Sie ein Tool, mit dem Sie verschiedene Möglichkeiten haben, die Arbeit zu visualisieren. So ist beispielsweise in Asana die Boardansicht (oder Kanban) neben der Zeitleisten-, Kalender- und Listenansicht eine von vier Möglichkeiten, die Sie zur Veranschaulichung Ihrer Arbeit auswählen können.

Lesenswert: Vier Möglichkeiten, um die Arbeit in Asana zu visualisieren

Was ist Scrum?

Scrum ist eines der beliebtesten Agile-Frameworks. Im Gegensatz zu Kanban, das in der Regel als Werkzeug zur Visualisierung von Aufgaben eingesetzt wird, ist Scrum ein vollständiges Rahmenkonzept, und Sie können Teams nach Scrum „leiten“. Das Framework wurde von Taiichi Ohno entwickelt und umfasst eine Reihe von Werten, Richtlinien und Rollen, die dem Team helfen sollen, sich auf kontinuierliche Verbesserung und Iteration zu konzentrieren.

Es ist weit weniger flexibel als Kanban, aber eine großartige Möglichkeit für Agile-Teams, zusammenzuarbeiten und Aufgaben mit hoher Relevanz zu erledigen.

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Wie Scrum funktioniert

Agile- und Scrum-Sprint

Während Scrum, wie auch Agile, ursprünglich für Software-Entwicklungsteams entwickelt wurde, wird Scrum heute auch in anderen Branchen, wie etwa in der Produktentwicklung, in der Softwareentwicklung und in anderen Bereichen eingesetzt, um schneller und effektiver zu arbeiten. 

Für die Umsetzung von Scrum wird in der Regel ein Scrum-Master eingesetzt, der für die Umsetzung der drei verschiedenen Scrum-Phasen verantwortlich ist und dafür sorgt, dass alle auf dem neuesten Stand sind. Der Scrum-Master kann Ihr Teamleiter, Projektmanager, Product Owner oder auch die Person sein, die am meisten mit Scrum vertraut ist. 

Der Scrum-Master ist für die Umsetzung der drei klassischen Scrum-Phasen verantwortlich:

  • Phase 1: Sprint-Planung. ("Sprint Planning") Ein Scrum-Sprint dauert in der Regel 2 Wochen, wobei die Teams auch längere oder kürzere Sprints durchführen können. Während der Sprint-Planungsphase werfen der Scrum-Master und das Team einen Blick auf den Produkt-Backlog und wählen die Aufgaben aus, die während des Sprints zu erledigen sind.

  • Phase 2: Tägliche Scrum-Standups. Im Verlauf des Daily Scrums (auch bekannt als Scrum-„Laufzeit“) treffen sich die Teams üblicherweise täglich 15 Minuten lang, um den Fortschritt zu überprüfen und sicherzustellen, dass der Umfang der zugewiesenen Arbeit angemessen ist.

  • Phase 3: Sprint-Retrospektive. ("Sprint Retrospective") Wenn der Sprint beendet ist, veranstaltet der Scrum-Master ein Sprint-Retrospektive-Meeting. Hier wird die Arbeitsleistung evaluiert, unvollendete Aufgaben werden erneut in den Backlog aufgenommen und man bereitet sich auf den nächsten Sprint vor.

Lesenswert: Asana für Agile und Scrum

Bei Scrum wird nicht das Ziel verfolgt, etwas in zwei Wochen fertigzustellen, abzuliefern und sich nie wieder damit zu befassen. Stattdessen vertritt Scrum den Ansatz der “kontinuierlichen Verbesserung“, einem Work in Progress, bei dem Teams in kleinen Schritten auf ein übergeordnetes Ziel hinarbeiten. Die Aufteilung der zu leistenden Arbeit in kleinere Segmente führt zu einem besseren Überblick über Prioritäten und somit zu mehr Effizienz bei der Arbeit.

Vorteile von Scrum

Teams, die mit Scrum arbeiten, haben klar definierte Regeln, Abläufe und Verantwortlichkeiten. Darüber hinaus helfen tägliche Scrum-Meetings, kombiniert mit Sprint-Planung und Sprint-Review (oder „retrospektiven“ Meetings), den Teams, die aktuellen Prozesse kontinuierlich zu überprüfen und zu verbessern.

Da Scrum aus einem Backlog schöpft und mit einem Sprint-Planungs-Meeting beginnt, bietet diese Methode eine einfache, inhärente Struktur für Teamleiter oder Produktverantwortliche, um die wichtigsten Arbeiten ihres Teams zu verwalten und zu unterstützen. Während eines Scrum-Sprints hat Ihr Team einen festgelegten und begrenzten Arbeits- und Zeitaufwand. Diese eingebaute Priorisierung wird mit klar definierten Verantwortlichkeiten kombiniert, sodass jeder einzelne Mitarbeiter jederzeit genau weiß, was er oder sie zu tun hat.

Was versteht man unter der Wasserfallmethode?

Beim Wasserfallmodell wird das Projekt in verschiedene Phasen unterteilt, die in einer bestimmten Reihenfolge durchlaufen werden. Eine Phase kann erst dann beginnen, wenn die Phase davor abgeschlossen ist. Üblicherweise endet eine Phase mit einem Projekt-Meilenstein, der signalisiert, dass die nächste Phase beginnt.

Die einzelnen Phasen des Wasserfallprozesses hängen vom Produkt ab, das Ihr Team erstellt. Üblicherweise sieht der Prozess jedoch in etwa wie folgt aus: 

  1. Anforderungsphase, manchmal auch mit einer zusätzlichen Analysephase

  2. Systemdesignphase

  3. Abhängig von der Art des Projekts wird die Implementierungsphase auch als „Entwicklungsphase“ oder „Programmierphase“ bezeichnet

  4. Testphase

  5. Einführungsphase, auch bekannt als Integrationsphase

  6. Wartungsphase

Lesenswert: Alles, was Sie über Projektmanagement mit der Wasserfallmethode wissen müssen

So funktioniert die Wasserfallmethode

Die Wasserfallmethode verdankt ihren Namen der Darstellung des Prozesses. Ähnlich wie bei einem natürlichen Wasserfall sehen die Projekte so aus, als würden sie stufenweise von einer Projektphase  in die nächste übergehen. 

Die Wasserfall-Projektmanagement-Methode

Die Implementierung dieser Projektmanagement-Methode erfordert eine Menge Vorausplanung und Vorbereitung. Ein wichtiger Bestandteil dieses Projektmanagement-Ansatzes ist ein wasserdichter Projektplan, mit dem Ihr Team nicht nur die Projektanforderungen, sondern auch die Grenzen des Projekts klar versteht, bevor es an die Arbeit geht. Nachdem das Wasserfall-Projekt angestoßen wurde, gibt es kaum Spielraum für Abweichungen, Anpassungen oder Fehler.

Mit sorgsamer Planung und klaren, planbaren Workflows können Sie so mit dem Wasserfall-Ansatz Ihr Endprodukt herstellen. Diese Projektmethode ermöglicht klares Zeitmanagement und eine effektive Nachverfolgung des Projektfortschritts, ist aber insgesamt weniger flexibel als andere Modelle, wie zum Beispiel Agile.

So wählen Sie die richtige Projektmanagement-Methode für Ihr Team

Wir haben uns bisher mit den einzelnen Methoden und Frameworks befasst. Vergleichen wir sie nun miteinander, um herauszufinden, welche Methode Sie einsetzen sollten, damit Ihr Team seine Ziele erreicht.

Wasserfall, Agile, Kanban und Scrum

Kanban vs. Scrum

Scrum und Kanban sind die beiden gängigsten Agile-Methoden. Sowohl Kanban als auch Scrum motivieren Teams zur kontinuierlichen Verbesserung.

Einer der Kernpunkte der agilen Methodik ist Flexibilität und kontinuierliche Verbesserung. Das ist auch einer der Gründe, warum sich Produkt-, Programmierer- und Softwareentwicklungsteams so sehr zu agilen Philosophien hingezogen fühlen. Kontinuierliche Verbesserung ist ein wesentlicher Faktor sowohl bei der Kanban- als auch der Scrum-Methode.

Im Vergleich Kanban vs. Scrum zeigt sich, dass sich beide Methoden hervorragend für die Zusammenarbeit im Team eignen. Auch wenn die Zusammenarbeit je nach dem Framework, für das sich Ihr Team entscheidet, unterschiedlich aussehen kann, sind sowohl Kanban als auch Scrum grundsätzlich eine gute Möglichkeit für Teams, besser zusammenzuarbeiten.

Obwohl die beiden Methoden einiges gemeinsam haben, gibt es doch ein paar wesentliche Kanban vs. Scrum Unterschiede. Werfen wir doch mal einen Blick darauf!

  • Scrum ist konkreter definiert als Kanban im Projektmanagement. Scrum schreibt den Teams eine Reihe von „Regeln“ vor, die zu befolgen sind. Kanban hingegen wird am häufigsten zur Visualisierung von Arbeit herangezogen. Viele Teams führen Scrum eigentlich auf einem Kanban-Board aus, wobei in diesen Fällen immer noch Scrum und nicht Kanban ausgeführt wird. Stellen Sie sich Kanban im Projektmanagement weniger als „Methodik“ mit einer Reihe von Regeln vor, sondern vielmehr als Instrument zur Visualisierung der Arbeit.

  • Bei Scrum gibt es Zeitvorgaben, Kanban hingegen ist flexibel. Scrum erfolgt in Sprints, die in der Regel zweiwöchige Arbeitszyklen darstellen. Am Ende eines Sprints steht eine Sammlung erledigter Aufgaben – ganz gleich, um welche Art von Arbeit es sich handelt. Kanban-Boards müssen nicht unbedingt ein Start- oder Enddatum aufweisen. Bei Asana verwenden wir Kanban-Boards sogar häufig, um laufende Prozesse darzustellen.

  • Die Spalten des Kanban-Boards können auf unterschiedliche Weise angeordnet werden. Wenn Sie ein Scrum-Projekt durchführen, sollten Sie die Arbeit in den verschiedenen Phasen nachverfolgen. In einem nicht auf Scrum gestützten Kanban-Board können die Spalten des Boards nicht nur den Arbeitsstatus anzeigen, sondern eine Vielzahl von Arbeitsschritten visuell darstellen. Die Spalten können die Arbeit darstellen, die jeden Monat erledigt wird, eine Retrospektive bereits erledigter Arbeit zeigen oder andere Angaben visualisieren – im Gegensatz zu Scrum, das genau definierte „Regeln“ hat.

[Boardansicht] Kreativanfragen mit dem Kanban-Board in Asana

Wann Scrum bzw. Kanban sinnvoll ist

Es gibt keine genaue Regel, wann Ihr Team Kanban, Scrum oder eine andere Form des visuellen Projektmanagements verwenden sollte. Wenn Folgendes zutrifft, könnte Kanban im Projektmanagement jedoch eine gute Wahl sein:

  • Ihr Team benötigt ein visuelles Projektmanagementsystem.

  • Sie möchten auf einen Blick den Stand eines Projekts erkennen.

  • Sie sind nicht Teil eines Ingenieurs-, Produkt- oder Software-Entwicklungsteams.

  • Sie arbeiten an laufenden Prozessen oder Projekten.

  • Der Großteil Ihrer Arbeit kann nicht in kurzen Zeiträumen fertiggestellt werden.

Auch wenn Sie kein Scrum-Framework einsetzen, können Sie sich davon inspirieren lassen. Vielleicht möchten Sie zum Beispiel nicht, dass Ihre Arbeit auf zweiwöchige Sprints beschränkt ist. Dennoch möchten Sie vielleicht einen Backlog für Ihr Team pflegen, um die Aufgaben besser verstehen und Prioritäten setzen zu können. Das Beste an Kanban ist seine hohe Flexibilität und die Option, nur die Strukturen zu nutzen, die Ihnen am sinnvollsten erscheinen.

Scrum kann eine leistungsfähige Methode sein, Ihren gesamten Prozess zu organisieren und zu priorisieren. Auch wenn nicht jedes Team von Scrum profitiert, können Sie in folgenden Situationen von Scrum profitieren:

  • Sie sind in einem Ingenieurs-, Produkt-, Softwareentwicklungs- oder agilen Team tätig

  • Sie denken, Ihr Team könnte von einer etwas strikteren Struktur profitieren

  • Sie müssen einen größeren Backlog abarbeiten

  • Ihr Team fühlt sich durch kurze Fristen und schnelle Ergebnisse motiviert

  • Jemand aus Ihrem Team fühlt sich zum Scrum-Master berufen

Und nicht vergessen: Sie können immer beides kombinieren, indem Sie Scrum auf einem Kanban-Board ausführen.

So kombinieren Sie Scrum mit Kanban

Um effektive tägliche Stand-Up-Meetings und hervorragende Sprints und Retrospektiven durchführen zu können, benötigen Sie eine leistungsfähige Methode, um Ihre Arbeit über die einzelnen Phasen hinweg zu visualisieren und alle Ihre laufenden Arbeiten mitzuverfolgen. Kanban-Boards können dabei helfen, Ihren Sprint-Backlog zu bewältigen und den Arbeitsablauf während eines Sprints zu organisieren, damit jeder Scrum-Zyklus auch ein Erfolg wird. Diese Mischung aus Scrum und Kanban nennt man auch Scrumban.

Wenn Teams Scrum auf Kanban-Boards (manchmal auch Scrum-Boards genannt) ausführen, erstellen sie häufig für jeden Scrum-Sprint ein neues Board. Hierfür gibt es zwei Gründe:

  1. Teams, die für jeden Sprint neue Boards erstellen, können ganz von Neuem beginnen. Dies erleichtert es dem Scrum-Master und dem Scrum-Team, die neue Arbeit, die sie für jeden Sprint zu leisten haben, zu visualisieren.

  2. Scrum-Master verwenden vorherige Scrum-Boards, um zu verfolgen, welche Arbeiten während jedes Scrum-Zyklus durchgeführt wurden. Da es bei der Implementierung von Scrum in Teams vorrangig um Prozessverbesserung und Effizienz geht, kann ein Rückblick auf das bisher Erreichte hilfreich sein.

Wie Sie sehen, kommt es vor allem darauf an, die für Ihr Team und Ihr Projekt optimale Kombination von Methoden, Frameworks und Tools zu finden.

Kanban-Boards in Asana erstellen

Agile vs. Wasserfall

Wenn Sie die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden berücksichtigen, wird es Ihnen wahrscheinlich leichter fallen, die für Ihr Team optimale Methode zu wählen. Also nehmen wir im Folgenden alle davon genau unter die Lupe!

Vorteile der Wasserfallmethode

Projektmanagement nach der Wasserfallmethode ist effektiver für funktionsübergreifende Projekte. Einige der größten Vorteile der Wasserfallmethode sind, dass Sie:

  • Projekte im Vorfeld planen können, um Scope Creep zu verhindern

  • den Fortschritt zwischen den verschiedenen Projektphasen leicht nachverfolgen können

  • An verschiedenen Projekten arbeiten können und sich nicht auf ein einziges Vorhaben konzentrieren müssen

  • Abhängigkeiten mühelos koordinieren können

Nachteile der Wasserfallmethode im Projektmanagement

Die Wasserfallmethode hat jedoch auch einige Nachteile, die es zu beachten gilt:

  • Sie kann aufgrund mangelnder Flexibilität zu einem erhöhten Projektrisiko führen

  • Es kann zu Informationsverlusten kommen, wenn verschiedene Personen in unterschiedlichen Phasen an dem Projekt arbeiten und keine klare Dokumentation erstellen

  • Wenn die Qualitätssicherung zu spät erfolgt, können unerwartet Fehler auftreten

  • Kann die Kundenzufriedenheit verringern, da diese nicht direkt beteiligt sind

Vorteile der Agile-Methode

Die agile Methodik ist nicht ohne Grund so beliebt – hier sehen Sie einige der größten Vorteile für Agile-Teams. Sie...

  • Passen sich schnell an unerwartete Änderungen an

  • Stellen die Kundenzufriedenheit in den Vordergrund

  • Erleben eine eine starke intrinsische Motivation, da die Betonung auf Teamarbeit und Einbindung aller Teammitglieder liegt

Nachteile der Agile-Methode

Natürlich bringt diese Flexibilität auch einige Nachteile mit sich, denen sich Agile-Teams stellen müssen:

  • Der Projektumfang kann sich schleichend vergrößern, und das Projektbudget wird möglicherweise unerwartet überschritten 

  • Es kann schwierig sein, den Kundenkontakt aufrechtzuerhalten, wenn die Zeit oder die Ressourcen dafür fehlen 

  • Wenn sich die Teammitglieder ausschließlich auf den Agile-Sprint konzentrieren, können sie nicht an anderen Vorhaben arbeiten

  • Für virtuelle Teams kann es schwierig sein, in einem Agile-Umfeld erfolgreich zu sein

Wasserfall vs. Agile – wann sollten Sie welche Methode anwenden?

Die meisten Teams können sowohl aus der Wasserfall- als auch der Agile-Methode einen Nutzen ziehen. Im Folgenden schlüsseln wir auf, wann Sie sich für welche Methode entscheiden sollten.

Nutzen Sie die Wasserfall-Methode, wenn:

  • Sie an einem sequenziellen Projekt arbeiten, bei dem die Phasen streng unterteilt sind

  • Sie Scope Creep um jeden Preis vermeiden wollen

  • Sie Wert auf klare, effektive Planung legen

  • Sie den gesamten Entwicklungs-Lebenszyklus vor Projektbeginn verstehen möchten

  • Sie ein gut funktionierendes Projekt liefern möchten, das auch mehr Zeit in Anspruch nehmen darf

Probieren Sie es mit Agile, wenn:

  • Sie einen iterativen Prozess bevorzugen

  • Sie schnell Ergebnisse vorlegen können wollen, auch wenn diese zu einem späteren Zeitpunkt noch verbessert werden müssen

  • Ihr Team mit hoher Geschwindigkeit arbeitet

  • Ihr Team mehr Wert auf Anpassungsfähigkeit als Berechenbarkeit legt

  • Ihre Kunden sich aktiv beteiligen möchten

Wenn Sie von der Agile-Methode überzeugt sind, werden Sie sich als Nächstes wahrscheinlich überlegen, ob Sie Ihr Team mit Scrum leiten wollen oder nicht.

Agile vs. Scrum

Bei der Agile-Methode und Scrum geht es nicht darum, welche Methode Sie wählen, sondern eher darum, ob Sie Scrum zu dem von Ihnen bevorzugten Agile-Framework machen wollen oder nicht.

Agile ohne Scrum – geht das?

Auf jeden Fall! Scrum ist zwar das am weitesten verbreitete Agile-Framework, Sie können jedoch auch agil sein, ohne sich an die Regeln von Scrum zu halten. Wenn Sie nach einer Methode suchen, die dem Team mehr Zusammenarbeit und Flexibilität ermöglicht, aber nicht der Ansicht sind, dass die Scrum-Regeln für Ihr Team von Vorteil sind, können Sie auch andere Frameworks in Betracht ziehen – wie Kanban, zu dem wir gleich noch kommen.

Agile kann auch für sich allein stehen – denn auch ohne Scrum-Master, tägliche Standups und vierzehntägige Sprints gibt es einige bewährte Vorgehensweisen, die Sie beachten sollten, um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu gewährleisten:

  • Den Projektumfang klein halten. Ohne Scrum-Regeln wird es viel einfacher sein, mit einem kleinen Team auf ein überschaubares Projekt mit einem kleinen Ziel hinzuarbeiten.

  • Einen Produktverantwortlichen bestimmen. Wenn es keinen Scrum-Master gibt, sollten Sie ein Teammitglied bestimmen, das sich um die Projektanforderungen und den Ressourcenbedarf kümmert. Dieses Teammitglied ist die Anlaufstelle für Fragen zu Arbeitsabläufen, Projektänderungen und Ressourcenzuweisung.

  • Regelmäßige Meetings. Bei einem kleinen Team und einem kleinen übergreifenden Projektziel sollten wöchentliche Besprechungen die Grundlage für Ihren Erfolg bilden. Dabei nutzen Sie die Gelegenheit, um den Projektfortschritt zu überprüfen und die Ziele aller Beteiligten für die kommende Woche zu besprechen, damit die Arbeitsmoral und das Engagement Ihres Teams weiterhin hoch sind.

  • Häufige Überprüfungen terminieren. Genauso wie Sie sich treffen, um die Wochenziele zu besprechen, wird auch Ihr Agile-Team von regelmäßigen Qualitätsprüfungen profitieren. Dabei können Details des Projekts, die mehr Aufmerksamkeit erfordern, identifiziert werden, um eine hohe Qualität des Projekts zu gewährleisten. 

Weitere Projektmanagement-Methoden

Neben der Scrum und Kanban, der Wasserfall-Methode und der Agile-Methode gibt es noch weitere Projektmanagement-Methoden, die Sie nutzen können. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick über einige weitere beliebte Methoden:

  • Meilensteintrendanalyse: Die Meilensteintrendanalyse ist ein sehr beliebtes Projektmanagement Modell, da es gerade bei Projekten mit planbaren Abläufen sehr hilfreich sein kann. Mit dieser Methode ermittelt man den Ist-Zustand der Einhaltung der Termine bzw. Meilensteine.

  • Lean: Die Lean-Methode zielt darauf ab, ressourcenschonend zu arbeiten. Dazu soll mit weniger Aufwand mehr Effizienz geschaffen werden. So soll nicht nur Verschwendung, sondern auch Überlastung vom Projektmanager vermieden werden.

  • Extreme Programming (XP): Diese Methode ist für schnelllebige und kurze Projekte gedacht. Einfachheit und Feedback steht hier groß geschrieben. Zur Umsetzung gibt es noch ein eigenes Set an XP-Regeln.

Daneben gibt es aber noch viele weitere Methoden, aus denen man wählen kann. Dazu haben wir Ihnen einen ultimativen Leitfaden zu den verschiedenen Projektmanagement-Methoden bereitgestellt.

Optimieren Sie Ihre Arbeit in Asana

Unabhängig davon, ob Sie sich für Wasserfall oder Agile entscheiden, ob Sie Ihre Teams mithilfe von Scrum führen oder Kanban-Boards verwenden: Ihre Arbeit sollte über ein zentrales Tool abgewickelt werden. 

Wenn die Teammitglieder einen klaren Überblick darüber haben, wer was bis wann erledigt, können sie ihre Arbeit besser planen und Ergebnisse schneller erreichen .

Wir empfehlen Ihnen dafür Asana. Asana ist ein Work Management Tool, mit dem Ihr Team seine Arbeit besser organisieren, Vorgänge effizienter nachverfolgen und Ziele schneller erreichen kann.

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