Servant Leadership: Dienen, um zu führen

Team Asana – FotoTeam Asana4. März 202211 Minuten Lesezeit
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Zusammenfassung

Das Servant Leadership Prinzip ist ein von Robert K. Greenleaf entwickeltes Führungsmodell. Dienende Führungskräfte zeichnen sich durch Eigenschaften wie eine gute Fähigkeit zum Zuhören, Einfühlungsvermögen, Selbstwahrnehmung und den Wunsch aus, ein gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen. In diesem Artikel erhalten Sie Tipps, um eine dienende Führungskraft zu werden, und erfahren, welche Vor- und Nachteile die dienende Führung aufweist.

Update: Zur besseren Abgrenzung von Servant Leadership haben wir einen Abschnitt hinzugefügt, in der Sie einen direkten Vergleich mit klassischer Führung finden.

Die Wahl des richtigen Führungsstils erweist sich oft als keine leichte Aufgabe. Er muss mit den eigenen Werten übereinstimmen, im Unternehmen akzeptiert und vom Team gut angenommen werden. Um herauszufinden, welcher Führungsstil für sich selbst und das eigene Team am besten geeignet ist, empfiehlt es sich, die verschiedenen Führungsstile unter die Lupe zu nehmen und auf die Probe zu stellen.

Kurt Lewin (autokratischer, demokratischer oder Laissez-faire-Führungsstil), Daniel Goleman (emotionale Führungstheorie) und Bernard M. Bass (transformative Führung) sind allesamt renommierte Führungsforscher. Ein vielleicht weniger bekannter, aber nichtsdestotrotz interessanter Führungsansatz wurde in den 1970er Jahren von Robert K. Greenleaf entwickelt: die dienende Führung.

In diesem Artikel befassen wir uns mit den Ursprüngen, Vorteilen und Merkmalen des dienenden Führungsstils und zeigen anhand von Beispielen aus der Praxis, wie man sein Team besser führen kann, indem man ihm dient.

Was ist Servant Leadership?

Was ist Servant Leadership

Das Servant Leadership Prinzip ist ein Führungsansatz, der den Dienst am Nächsten als oberste Priorität ansieht. Anstatt ergebnisorientiert zu führen, konzentriert sich ein Servant Leader, also eine dienende Führungskraft, darauf, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich ihr Team entfalten und seine Arbeit unter den besten Bedingungen erledigen kann. Der Servant-Leadership-Ansatz wird daher auch oft in Verbindung mit New Work gebracht, denn dieses neue Arbeitsansatz stellt vorbildliches Leadership und Selbsbestimmung der Mitarbeiter in den Vordergrund. Hier werden beispielsweise flache Hierarchien geschaffen, in denen Mitarbeiter mehr Freiheit in ihren Entscheidungen haben. Damit sie auch das langfristige Ziel des Unternehmens im Blick behalten, sind Führungsansätze wie Servant Leadership sehr hilfreich.

Robert K. Greenleaf unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Arten von Führungskräften, je nach ihrer Ausrichtung: „Servant-first“ und „Leader-first“. Eine Führungskraft mit dem Schwerpunkt auf der Führung konzentriert sich eher darauf, Anweisungen zu erteilen und persönliche Ziele zu erreichen. Eine Führungspersönlichkeit, die sich auf den Dienst am Nächsten konzentriert, gibt den größten Teil ihrer Autorität ab und stellt ihr Team an die erste Stelle. Dies ist eine selbstlose Art der Führung, die sich vor allem auf die langfristige Weiterentwicklung der Teammitglieder konzentriert.

Auch wenn der Ausdruck „dienende Führung“ widersprüchlich klingen mag, schaffen dienende Führungskräfte, die ihren Teammitgliedern ein Gespür für den Sinn ihrer Arbeit vermitteln, ihre Weiterentwicklung fördern und ihnen eine klare Perspektive aufzeigen, ein Umfeld, in dem sich die Teammitglieder aufgehoben und unterstützt fühlen.

Ein Blick auf die Entstehung dieses Führungsstils zeigt und macht nachvollziehbar, warum Greenleaf eine Führungskraft in erster Linie als Diener sieht. 

Lesenswert: Die vier Stufen und verschiedenen Anforderungen des situativen Führungsstils

Die Ursprünge von Servant Leadership

Die Ursprünge von Servant Leadership

Die Idee vom Servant Leadership Prinzip wurde von Robert K. Greenleaf, einem ehemaligen Manager bei AT&T entwickelt, nachdem er das Buch Die Morgenlandfahrt von Hermann Hesse gelesen hatte. Die Handlung ist recht einfach: Eine Gruppe von Männern begibt sich auf eine mystische Reise, begleitet von ihrem Diener Leo, der die Gruppe mit seinem Gesang und seinem Elan motiviert und bei Laune erhält. Das Verschwinden von Leo bewirkt, dass die Gruppe auseinanderfällt und die Reise abgebrochen wird. Jahre später findet der Erzähler der Geschichte heraus, dass Leo in Wirklichkeit das Oberhaupt des Ordens war, der die Reise gesponsert hatte. Er war nicht nur ein Diener, sondern der führende Geist, ihr großer Anführer.

So romantisch das auch klingen mag, Greenleaf erkannte in dieser Geschichte Parallelen zur Unternehmenswelt. Inspiriert von Hesses Geschichte schrieb er 1970 einen Aufsatz, der einen neuen Führungsstil prägte: „The Servant as Leader“, zu Deutsch: Der Diener als Anführer. Greenleaf vertrat folgende Ansicht: „Die dienende Führung konzentriert sich in erster Linie auf den Dienst am Nächsten [...] Der Weg zum dienenden Führer beginnt mit dem natürlichen Gefühl, dienen zu wollen, und dies zu seiner Hauptaufgabe zu machen. Die bewusste Entscheidung führt anschließend dazu, führen zu wollen.“

Im Jahr 1964 gründete er das Robert K. Greenleaf Center for Servant Leadership, um das Bewusstsein, das Verständnis und die Praxis dieses Führungsstils in Unternehmen und bei Einzelpersonen zu fördern.

Servant Leadership vs. klassische Führung

Wenn man das Servant Leadership Prinzip mit der klassischen Führung vergleicht, lassen sich eindeutige Unterschiede erkennen. So steht bei der klassischen Führung der Chef, also der Manager, an "oberster Stelle". Dieser hat einen Gesamtüberblick über das Unternehmen und weist die Aufgaben den einzelnen Teams und Abteilungen zu. Dies kann auch unter Umständen vorteilhaft sein, wie etwa in großen Unternehmen bzw. in Kulturen mit einer hohen Machtdistanz nach dem Prinzip von Hofstede.

Servante Leadership bedeutet wiederum, dass die dienende Führungskraft ganz unten steht. Dies bedeutet aber nicht, dass seine Rolle unwichtig ist. Denn der Servant Leader stellt die Basis eines Unternehmens dar. Die dienende Führungskraft schafft ein positives Umfeld und unterstützt die Mitarbeiter. Gerade bei Unternehmen, die sehr kundenzentriert arbeiten, ist ein solcher Führungsstil empfehlenswert.

Lesenswert: Führung vs. Management: Wo liegt der Unterschied?

Die Merkmale von Servant Leadership

Der ehemalige Präsident und CEO des Robert K. Greenleaf Center for Servant Leadership, Larry C. Spears, gründete 2008 sein eigenes Center for Leadership. Seitdem hat er zahlreiche Artikel zu diesem Thema veröffentlicht, darunter „Character and Servant Leadership“.

In seinem Artikel definiert Spears die 10 Eigenschaften, die erfolgreiche und dienende Führungskräfte auszeichnen. Sie basieren auf Greenleafs Essays und Schriften und zeigen, was es heißt, eine dienende Führungskraft zu sein.

Die 10 Eigenschaften einer dienenden Führungskraft

Laut Spears können diese 10 Eigenschaften mit etwas Übung und Geduld erlernt und ausgebaut werden. Und so gelingt der Einstieg:

1. Zuhören

Dienende Führungskräfte hören in erster Linie zu. Zwar gehören gute Kommunikations- und Entscheidungsfähigkeiten zu den wichtigsten Eigenschaften einer guten Führungskraft, aber ein wesentliches Wesensmerkmal der dienenden Führungspersönlichkeit ist es, dem eigenen Team zuzuhören und ein tiefes Verständnis für dessen Anliegen zu entwickeln.

Nach Auffassung von Robert K. Greenleaf ist die Zuhörkompetenz einer Führungskraft für ein fortschrittliches Arbeitsumfeld absolut unerlässlich. Nur wenn die Teammitglieder das Gefühl haben, dass man ihnen zuhört, können sie ihre Ideen frei äußern.

Lesenswert: Verstehendes Zuhören: So gelingt das aktive Zuhören (mit Beispielen)

2. Empathie

Neben dem Zuhören ist das Einfühlungsvermögen eine weitere Fähigkeit, die Spears für die Entwicklung zu einer dienenden Führungskraft als wichtig erachtet. Er schreibt dazu: „Die dienende Führung strebt danach, andere zu verstehen und sich in sie einzufühlen. Menschen müssen in ihrer Besonderheit und Einzigartigkeit akzeptiert und gewürdigt werden.“

Der empathische Führungsstil bedeutet, stets von den besten Absichten seiner Teammitglieder auszugehen. Nur mit einer aufgeschlossenen Haltung gelingt es dienenden Führungskräften, die Kreativität und den Mut ihrer Mitarbeiter zu fördern.

3. Heilung

Servant Leader sind in der Lage, die negativen Erfahrungen und Gewohnheiten zu identifizieren, die ihre Teammitglieder zur Bewältigung unangenehmer Situationen entwickelt haben, und diese zu verstehen. Mithilfe dieses Wissens schaffen Sie ein Umfeld, das sich positiv auf ihr Team auswirkt, zum Beispiel durch wöchentliche Einzelmeetings, einem Mentorenprogramm oder dem Zugang zu psychologischer Betreuung.

Greenleaf erklärt, dass sowohl dienende Führungskräfte als auch geführte Teams in ihrem Arbeitsalltag „nach Ganzheitlichkeit streben“. Diese wird dann erreicht, wenn man ein gesundes Arbeitsumfeld schafft und die Mitarbeiter in ihrem Heilungsprozess begleitet.

4. Bewusstsein

Servant Leader benötigen ein Bewusstsein für sich selbst und ein allgemeines Bewusstsein für die Stärken und Schwächen aller Teammitglieder, einschließlich seiner eigenen. Auf diese Weise erreichen sie eine integrative und ganzheitliche Herangehensweise an ethische Fragen und Werte.

Um seine Selbstwahrnehmung zu verbessern, empfiehlt es sich, sein Team regelmäßig um ein ehrliches Feedback zu bitten. So erfährt man, womit das Team zufrieden ist und womit weniger. Behalten Sie auch stets Ihre persönlichen Ziele und Pläne im Auge. Außerdem bieten sich psychometrische Tests an, um neue Perspektiven auf die eigene Persönlichkeit zu gewinnen und zu reflektieren, wie man von anderen gesehen wird.

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5. Überzeugungskraft

Statt ihre Autorität einzusetzen, um Menschen zu einer Handlung zu bewegen, setzen Servant Leader auf ihre Überzeugungskraft. Menschen von etwas zu überzeugen, statt sie zu einer Handlung zu zwingen, ist einer der markantesten Unterschiede zwischen dem dienenden Führungsstil und dem autoritären Ansatz.

Außerdem trägt der Einsatz von Überzeugungsarbeit dazu bei, einen Konsens und ein gewisses Maß an Vertrauen innerhalb eines Teams aufzubauen. Wenn Ihr Team zum Beispiel das nächste Mal vor einer Entscheidung steht, versuchen Sie, bei der Präsentation Ihrer Strategie das Wort „wir“ statt „Sie“ zu verwenden, um allen das Gefühl zu geben, dass es sich um eine Teamentscheidung handelt und nicht nur um eine Anordnung von oben.

6. Visionäres Denken

Es erfordert viel Disziplin und Übung, über das Tagesgeschäft hinauszudenken. Die Fähigkeit, ein Projekt, ein Team oder ein Unternehmen aus einer ganzheitlichen Perspektive zu betrachten, ermöglicht es dienenden Führungskräften jedoch, weiterhin auch größere Ziele in Angriff zu nehmen, statt sich nur mit den täglichen Aufgaben zu beschäftigen.

Es kann hilfreich sein, diese großen Ziele und Hoffnungen mit Ihrem Team zu teilen. Kurzfristige Ziele sind wichtig, aber mit einem Ausblick auf die nächsten Jahre können Servant Leader ihre Teammitglieder auch an schwierigen Tagen weiterhin inspirieren.

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7. Voraussicht

Eine dienende Führungspersönlichkeit ist in der Lage, zukünftige Ereignisse und deren Auswirkungen auf das eigene Team vorauszusehen. Diese Eigenschaft ist keine Hellseherei, sondern eher eine Fähigkeit, die sich im Laufe der Zeit durch viel Erfahrung und Intuition entwickelt hat.

Voraussicht ist jedoch mehr als nur ein Gefühl. Der Einsatz von Instrumenten wie einer SWOT-Analyse kann Ihnen helfen, vergangene Ereignisse besser zu verstehen, anstehende Projekte effizienter zu managen und zukünftige Ergebnisse durch agiles Arbeiten präziser vorherzusagen.

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8. Stewardship beziehungsweise Verantwortlichkeit

Unter Stewardship versteht man „den sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang mit etwas, das einem anvertraut wurde“. In seinem Buch über Stewardship fordert Peter Block seine Leser auf, „im Dienste der Langfristigkeit“ und im Dienste „derer, die wenig Macht haben“ zu handeln.

Inspiriert von Blocks Worten hat Spears Stewardship in die Liste der 10 wichtigsten Eigenschaften einer dienenden Führungskraft aufgenommen. Diese Eigenschaft hilft dienenden Führungspersonen, die Bedeutung ihrer Verantwortung richtig einzuschätzen und so das vom Unternehmen entgegengebrachte Vertrauen in die eigene Person aufrechtzuerhalten.

9. Engagement für die Weiterentwicklung seiner Teammitglieder

Wenn Sie den Dienst am Nächsten in den Vordergrund stellen, erhält Ihr Team die Unterstützung und die entsprechenden Mittel, die es für seinen Erfolg braucht. Dienende Führungskräfte engagieren sich nachhaltig für das Wachstum jedes einzelnen Mitarbeiters. Konkrete Handlungsbeispiele hierfür sind:

  • Finanzielle Mittel für Ihr Team bereitstellen

  • Die Entscheidungsfähigkeit Ihres Teams bestärken

  • Ihre Teammitglieder über ihre Arbeitsleistung (oder sogar ihr Arbeitsverhältnis) hinaus zu betreuen und zu unterstützen

Ob es um die persönliche oder berufliche Weiterentwicklung ihrer Teammitglieder geht – ein echter Servant Leader würde alles in seiner Macht Stehende tun, um sie zu unterstützen.

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10. Gemeinschaftssinn

Eine dienende Führungspersönlichkeit fördert den Zusammenhalt im Team und schafft dadurch ein gemeinschaftliches Arbeitsklima. Dies wird in der heutigen Welt, in der Teams über mehrere Standorte verteilt sind oder sogar völlig dezentral arbeiten, immer schwieriger. 

In einem virtuellen Team ist der regelmäßige Kontakt zu und zwischen den Teammitgliedern unabdingbar, um einen starken Zusammenhalt aufzubauen. Ob durch wöchentliche Einzelgespräche, virtuelle Kaffeepausen oder gemeinsame Online-Übungen zum Teambuilding – es ist wichtig, dass Sie mit Ihren Teammitgliedern in Kontakt bleiben, unabhängig davon, wie weit sie entfernt sind.

Der Zusammenhalt innerhalb eines Teams schafft eine Ebene des Vertrauens und der Kameradschaft, die nicht nur das individuelle Wachstum der Teammitglieder fördert, sondern sich auch in ihren Leistungen widerspiegelt.

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So setzen Sie Servant Leadership um

Nachdem Sie nun die 10 wichtigsten Eigenschaften einer dienenden Führungspersönlichkeit kennengelernt haben, empfehlen wir Ihnen diese sechs konkreten Schritte, um selbst eine dienende Führungsrolle einzunehmen.

So werden Sie eine dienende Führungskraft

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran

Eine dienende Führungspersönlichkeit wird ihren Teammitgliedern stets zur Seite stehen und mit gutem Beispiel vorangehen. Solche Teams merken, dass ihre Vorgesetzten bereit sind, die gleiche Zeit und Mühe in ein Projekt zu investieren wie sie selbst und wissen dies zu schätzen. So werden die Teams dazu motiviert, hart und gewissenhaft zu arbeiten.

Mit gutem Beispiel voranzugehen, bedeutet jedoch mehr, als sich gemeinsam anzustrengen. Dienende Führungskräfte sollten ihre Teammitglieder auch dazu animieren, eine Auszeit zu nehmen und sich zu erholen, indem sie es selbst tun. Angestellte nehmen viel eher einen Urlaub oder eine Auszeit für die mentale Gesundheit in Anspruch, wenn ihre Führungskräfte dies auch tun.

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Kümmern Sie sich zuerst um sich selbst und um die Menschen, die Sie lieben. Stellen Sie einen Zeitplan auf, der für Sie und Ihre Familie sinnvoll ist, und teilen Sie diesen mit Ihrem Team, zum Beispiel über einen gemeinsamen Kalender. Das wird Ihre Teammitglieder wiederum dazu einladen und ermutigen, es Ihnen gleich zu tun.”
Anna Binder, Head of People bei Asana

Beispiel: Als dienende Führungskraft können Sie einem Teammitglied anbieten, bei einer Aufgabe auszuhelfen, die nicht unbedingt Teil Ihrer üblichen Tätigkeiten ist. So kann sich dieses Teammitglied auf wichtigere Aufgaben konzentrieren, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass seine Arbeit nicht erledigt wird.

Zeigen Sie Ihrem Team, warum die Arbeit wichtig ist

Menschen neigen dazu, sich mehr für ihre Arbeit zu interessieren, wenn sie verstehen, wie sich diese auf die übergeordneten Unternehmensziele auswirkt. Daher ist dieser Aspekt einer der wichtigsten Aufgabenbereiche im Servant Leadership.

Dazu könnten Sie zum Beispiel auch kleinere Meilensteine würdigen, sollten Ihr Team aber auch immer wieder an das große Ganze erinnern, zu dem sie alle beitragen.

Beispiel: Um Ihr Team zu motivieren und ihm zu zeigen, dass seine Arbeit wertgeschätzt wird, empfehlen wir, mit ihm regelmäßig die Erfolge des Unternehmens zu zelebrieren und ihm aufzuzeigen, wie sich ein Produkt oder eine Dienstleistung des Teams einen positiven Effekt auf die Kundschaft gehabt hat. Wir bei Asana bringen unsere Ziele und die damit verbundenen Arbeiten an einem Ort zusammen, damit die beteiligten Teams den Überblick über ihre Arbeit behalten und gleichzeitig den Fortschritt nachvollziehen können.

Animieren Sie Ihre Teammitglieder zum Teamwork

Dienende Führungskräfte verstehen, dass Teams stärker sind, wenn sie gemeinsam an einem Strang ziehen. Daher fördern sie die Zusammenarbeit im Team, indem sie jedem Teammitglied den nötigen Freiraum geben, um sich zu entfalten, sich zu profilieren und sich auf das Team verlassen zu können. Dieses Gemeinschaftsgefühl kommt sowohl jedem Einzelnen als auch dem Unternehmen als Ganzes zugute.

Beispiel: Regelmäßige gemeinsame Unternehmungen fördern die Zusammenarbeit im Team. Ganz gleich, ob es sich dabei um eine virtuelle oder eine persönliche Veranstaltung handelt – die gemeinsamen Erfahrungen werden die Beziehungen innerhalb Ihres Teams stärken.

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Helfen Sie Ihren Teammitgliedern dabei, sich weiterzubilden und zu entwickeln

Zu den zehn wichtigsten Eigenschaften im Servant Leadership gehört das Engagement für das berufliche und persönliche Wachstum der eigenen Teammitglieder. Sie tragen aktiv zum beruflichen Wachstum ihres Teams bei, indem sie ihren Teammitgliedern diverse Möglichkeiten bieten, bei Projekten eine führende Rolle zu übernehmen, an Weiterbildungs- oder Förderprogrammen teilzunehmen und neue Qualifikationen zu erwerben.

Beispiel: Um Ihrem Team dabei zu helfen, sich weiterzuentwickeln, sollten Sie es regelmäßig nach seinen Zielen befragen. Basierend darauf können Sie Lernmöglichkeiten und Meilensteine schaffen, um Ihr Team beim Erreichen dieser Ziele zu unterstützen.

Lesenswert: Über 100 Teamwork-Zitate, die zur Zusammenarbeit motivieren und inspirieren

Nehmen Sie auch die privaten Belange Ihres Teams ernst

Dienende Führungskräfte unterstützen ihre Teammitglieder nicht nur beruflich, sondern zeigen auch ein echtes persönliches Interesse an ihnen. Da sie wissen, was im Privatleben der Mitglieder ihres Teams vor sich geht, handeln dienende Führungskräfte mit Empathie. Ein Teammitglied, das persönlich eine schwierige Zeit durchmacht, wird die persönliche Unterstützung zu schätzen wissen und wahrscheinlich mit einer gewissen Dankbarkeit reagieren, wodurch die Arbeitsmoral gestärkt wird und das Team und das Projekt davon profitieren. Dienende Führungskräfte konzentrieren sich auf langfristige Ziele und wissen: Wenn man sich auch für die persönlichen Belange der Menschen in seinem Team interessiert, fördert man damit eine starke Arbeitsmoral unter den Mitgliedern.

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Ich bin davon überzeugt, dass eine Person, die einfühlsam und engagiert handelt und über gute soziale Kompetenzen verfügt, auch eine großartige Führungskraft ist.”
Dustin Moskovitz, Mitbegründer und CEO von Asana

Beispiel: Fragen Sie Ihre Teammitglieder, was in ihren persönlichen Leben vor sich geht und erzählen Sie auch selbst etwas Persönliches, um eine echte Beziehung aufzubauen. Diese Offenheit schafft eine Vertrauensbasis, die es Ihrem Team leichter macht, bei Bedarf um Unterstützung zu bitten.

Bitten Sie regelmäßig um Feedback

Nur eine Führungskraft, die offen für Feedback ist und dieses auch einfordert, verfügt über die nötige Selbstwahrnehmung (eine der 10 wichtigsten Eigenschaften einer dienenden Führungskraft). Regelmäßiges Feedback vom Team und anderen Personen im Unternehmen ermöglicht es einer dienenden Führungskraft, ihre Führungsqualitäten ständig zu verbessern. Und Teammitglieder, die sich dazu ermutigt fühlen, ehrliches Feedback abzugeben, sind auch eher bereit, Probleme oder Hindernisse anzusprechen, auf die sie bei Projekten stoßen, was zu einem fortschrittlichen und flexiblen Arbeitsumfeld beitragen kann.

Beispiel: Beenden Sie Sitzungen oder E-Mails mit ein paar einfachen Fragen, um ehrliches Feedback einzuholen: „Haben Sie Anregungen für mich? Was läuft Ihrer Meinung nach gut? Gibt es Dinge, die ich verbessern kann?“

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Die Vor- und Nachteile von Servant Leadership

Wie bei jedem Führungsstil gibt es auch bei dem dienenden Führungsstil Vor- und Nachteile. Dienende Führungskräfte übertragen ihren Teams mehr Verantwortung, um deren Motivation, Mut und Kreativität zu steigern. Auf diese Weise entsteht eine starke Teamkultur.

Allerdings erfordert dieser Führungsstil auch viel Zeit, Energie und Erfahrung. Dienende Führungskräfte müssen ihre Teammitglieder auf beruflicher und persönlicher Ebene sehr gut kennen, um sie bestmöglich unterstützen zu können.

Bevor Sie sich für den dienenden Führungsstil entscheiden, sollten Sie sich einige weitere Vor- und Nachteile dieses Stils vor Augen führen:

Vorteil: Mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur

Dienende Führungskräfte schaffen eine auf den Menschen ausgerichtete Arbeitsatmosphäre, indem sie tiefe, vertrauensvolle Beziehungen zu und zwischen ihren Mitarbeitern aufbauen. Diese Vertrauensbasis und das daraus resultierende Zusammengehörigkeitsgefühl ermöglicht es den Menschen, Entscheidungen im Einklang mit den Interessen des Unternehmens und aller Beteiligten zu treffen. 

Nachteil: Autoritätseinbußen

Da dienende Führungskräfte auf einer so persönlichen Ebene mit ihren Teams interagieren, kann sich ihre natürliche Autorität schnell reduzieren. Problematisch wird es dann, wenn Einzelne die Offenheit der Führungskraft ausnutzen. Auch können Missverständnisse entstehen, wenn andere Führungskräfte des Unternehmens einen anderen Ansatz verfolgen. 

Der dienende Führungsstil verträgt sich außerdem nicht mit den meisten leistungsorientierten Managementformen oder kurzfristig ausgerichteten Prämiensystemen in Unternehmen. Aber wenn Sie es schaffen, Ihr Team authentisch und zielgerichtet zu führen, den Mitgliedern die Gelegenheit geben, sich weiterzuentwickeln und einen starken Zusammenhalt innerhalb Ihres Teams aufzubauen, können Sie den dienenden Führungsstil trotzdem anwenden.

Vorteil: Bessere Arbeitsmoral im gesamten Team

Ein Team, das sich von seiner Führungskraft wahrgenommen und wertgeschätzt fühlt, arbeitet in der Regel zuverlässiger und ist stolzer auf seine Arbeit. Dienende Führungspersönlichkeiten können die Arbeitsmoral im gesamten Team positiv beeinflussen und zukünftige Führungskräfte fördern, indem sie ihnen die Möglichkeit geben, sich zu profilieren.

Nachteil: Teammitglieder haben manchmal Probleme bei der Entscheidungsfindung.

Wenn dienende Führungskräfte ihren Teams die Gelegenheit geben, sich zu beweisen, besteht auch die Gefahr, dass sie einzelne Mitglieder überschätzen und überfordern. Personen, die noch nicht den Mut oder das Selbstvertrauen haben, große Entscheidungen allein zu treffen, könnten sich in einem Arbeitsumfeld, das ihnen so viel Entscheidungsgewalt einräumt, entmutigt und verloren fühlen.

Der beste Führungsstil ist derjenige, der am besten zu Ihrem Team passt

Ob Sie den dienenden, den transformativen oder den Laissez-faire-Führungsstil (oder etwas ganz anderes) als den richtigen Ansatz wählen, bleibt letztlich Ihnen überlassen.

Wir sind der Meinung, dass die besten Führungskräfte in der Lage sein sollten, ihren Führungsstil an die jeweilige Situation, an ihre Mitarbeitenden und an die Erfordernisse des jeweiligen Projekts anzupassen. Das Beste, was eine Führungskraft tun kann, ist, die Bedürfnisse und Motivationsfaktoren ihrer Teammitglieder zu ermitteln und sie auf eine Art und Weise zu unterstützen, die ihre Entfaltung ermöglicht.

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