SWOT-Analyse: Vorteile und Anwendung in der Praxis (mit Beispielen)

Team Asana – FotoTeam Asana1. Juli 20217 Minuten Lesezeit
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SWOT-Analyse erklärt – Artikel-Bannerbild

Suchen Sie nach etwas, womit sich Ihr Unternehmen von der Konkurrenz abhebt? Die SWOT-Analyse ist eine Technik, die eingesetzt wird, um Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zu ermitteln, damit Ihr Unternehmen einen Strategieplan entwickeln kann. Obwohl dies vielleicht kompliziert klingen mag, ist es in der Praxis eigentlich ganz einfach. 

Ganz gleich, ob Sie nach externen Chancen oder internen Stärken suchen: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre eigene SWOT-Analyse durchführen können und geben Ihnen hilfreiche Beispiele dafür. 

Was ist eine SWOT-Analyse?

Die SWOT-Analyse ist eine Technik, die eingesetzt wird, um Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken Ihres Unternehmens oder auch eines bestimmten Projekts zu ermitteln. Obwohl sie am häufigsten sowohl von kleinen Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen als auch großen Unternehmen eingesetzt wird, kann die SWOT-Analyse auch für persönliche und berufliche Zwecke verwendet werden. 

Obwohl sie sehr einfach ist, ist die SWOT-Analyse ein wirksames Hilfsmittel, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen. So können Sie daran arbeiten, Ihr Team und Ihr Unternehmen zu verbessern und dabei Markttrends immer einen Schritt voraus zu sein. 

Wofür steht SWOT?

Einfach ausgedrückt steht SWOT für Strengths (Stärke), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Risiken). Im Prozess zur Planung der Unternehmensentwicklung sollte jeder dieser Faktoren untersucht werden. Und genau hier kommt die SWOT-Analyse ins Spiel. 

Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken

Wenn man sie gemeinsam analysiert, bieten die einzelnen Bestandteile von SWOT einen Überblick darüber, wo Sie stehen und wie Sie den nächsten Schritt gehen können. Befassen wir uns ein wenig detaillierter mit jedem dieser Teile und finden wir heraus, wie diese dazu beitragen, Verbesserungsmöglichkeiten zu finden.

Strengths (Stärken)

Stärken beziehen sich bei SWOT auf interne Maßnahmen, die gut funktionieren, entweder im Vergleich zu anderen Maßnahmen oder in Form eines externen Wettbewerbsvorteils. Diese Bereiche zu untersuchen, hilft Ihnen zu verstehen, was bereits gut funktioniert. Sie können dann die Techniken, von denen Sie wissen, dass sie funktionieren – Ihre Stärken – auf andere Bereiche anwenden, die noch ausbaufähig sind, wie etwa die Effizienz Ihres Teams

Wenn Sie die Stärken Ihres Unternehmens betrachten, stellen Sie sich die folgenden Fragen:

  • Was läuft gut?

  • Was macht unser Unternehmen einzigartig?

  • Was gefällt unserer Zielgruppe an unserem Unternehmen?

Hier sind einige Beispiele von Stärken, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern. 

Kundendienst: Verglichen mit unseren Mitbewerbern ist unser Kundendienst erstklassig. Wir haben einen NPS-Wert von 90. 

Weaknesses (Schwächen)

Schwächen bezieht sich bei der SWOT-Analyse auf interne Maßnahmen, die nicht die erwarteten Ergebnisse erzielen. Es ist eine gute Idee, die Stärken vor den Schwächen zu analysieren, um eine Grundlage dafür zu schaffen, was als Erfolg beziehungsweise Misserfolg angesehen wird. Interne Schwächen zu identifizieren, bietet einen guten Ausgangspunkt, um diese Projekte zu verbessern.

Ähnlich wie bei der Untersuchung der Stärken können Sie sich zum Beispiel folgende verschiedene Fragen stellen, um mögliche Schwächen zu ermitteln:

  • Welche Maßnahmen bringen nicht den gewünschten Erfolg und warum?

  • Wo haben wir Verbesserungspotenzial?

  • Welche Ressourcen könnten unsere Leistung verbessern?

Hier ist ein Beispiel für eine Schwäche.

Sichtbarkeit der E-Commerce-Plattform: Die Zugriffsrate auf unsere Website ist aufgrund des geringen Marketingbudgets niedrig, die Transaktionen über Mobilgeräte gehen nach wie vor zurück.

Chancen

Bei der SWOT-Analyse sind Chancen ein Ergebnis aus Ihren bestehenden Stärken und Schwächen. Sie können auch externe Maßnahmen darstellen, die Ihre Wettbewerbsposition stärken. Dabei könnte es sich um Schwächen handeln, die Sie gerne verbessern würden, oder um Bereiche, die in den ersten beiden Phasen Ihrer Analyse nicht ermittelt wurden. 

Da es mehrere Möglichkeiten gibt, Chancen zu ermitteln, ist es hilfreich, sich folgende Fragen zu stellen, bevor man anfängt:

  • Welche Ressourcen können wir einsetzen, um unsere Schwächen zu verbessern?

  • Gibt es Marktlücken, die wir mit unserem Service noch erschließen können?

  • Welche Ziele verfolgen wir dieses Jahr?

Hier finden Sie ein Beispiel für Chancen, das auf den obengenannten Stärken und Schwächen beruht. 

Marketingkampagne: Um die Bekanntheit unserer E-Commerce-Plattform zu steigern, werden wir Werbung auf YouTube, Facebook und Instagram schalten.

Threats (Risiken)

Risiken beziehen sich bei der SWOT-Analyse auf Bereiche, die über das Potenzial verfügen, Probleme zu verursachen. Dies unterscheidet sich von Schwächen, da Risiken extern sind und sich im Allgemeinen Ihrer Kontrolle entziehen. Dazu kann alles gehören, von einer weltweiten Pandemie bis hin zu einer Veränderung des Wettbewerbsumfelds. 

Hier sind einige Fragen, die Sie sich stellen können, um externe Risiken zu ermitteln:

  • Welche Änderungen in der Branche sind besorgniserregend?

  • Welche neuen Markttrends sind bereits abzuschätzen?

  • Wo schneiden unsere Mitbewerber besser ab als wir?

Hier ist ein Beispiel eines Risikos, das Probleme in Ihrem Unternehmen verursachen könnte.

Ein neuer E-Commerce-Mitbewerber: Ein neuer E-Commerce-Mitbewerber veröffentlicht nächsten Monat seine Plattform. Dadurch könnten wir weitere Kunden verlieren. 

Beispiel für eine SWOT-Analyse

Eine der beliebtesten Wege, eine SWOT-Analyse zu erstellen, ist die visuelle Darstellung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Dieses Format wird als SWOT-Matrix bezeichnet. Sie ist normalerweise in vier getrennte Quadrate unterteilt, die sich zu einem größeren Quadrat zusammenfügen. 

Eine SWOT-Matrix eignet sich gut, um Informationen zu sammeln und Fragen zu dokumentieren, die Sie zu Ihren Entscheidungen geführt haben. Sie ist nicht nur praktisch, um später darauf zurückzugreifen, sondern auch, um sich ergebende Muster zu visualisieren. 

Hier ein Beispiel, um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, wie Sie selbst eine SWOT-Matrix erstellen können. 

Beispiel für eine SWOT-Analyse

Bei richtiger und effektiver Anwendung kann Ihre Matrix ein hervorragendes Tool zur Bewertung der Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens sein. Wenn Sie Ihre Matrix erstellt haben, können Sie sich darauf konzentrieren, wie Sie die gefundenen Chancen tatsächlich umsetzen können. 

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So können Sie eine SWOT-Analyse durchführen 

Eine SWOT-Analyse kann auf unterschiedliche Weisen durchgeführt werden. Manche Teams treffen sich in einem Meeting und fassen ihre Ideen auf einem Whiteboard zusammen, andere ziehen es vor, eine formale SWOT-Matrix zu erstellen. Wie auch immer Sie Ihre SWOT-Analyse erstellen, wenn Sie bei Ihrem Planungsprozess kreativ werden, können neue Ideen einfließen und einzigartige Lösungen entstehen. 

Es gibt einige Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass Ihre SWOT-Analyse gründlich und korrekt durchgeführt wird. Zu diesen Tricks gehört, dass Sie Ihr Team so zusammenstellen, dass die Teamarbeit gefördert wird, Sie sich vorbereiten, um die Zeit effizient zu nutzen, und dass Sie bei der Auswahl der Ideen kreativ vorgehen. Sehen wir uns einige dieser Tipps genauer an, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern. 

Tipp 1: Bedenken Sie interne Faktoren 

Interne Faktoren sind Stärken und Schwächen, die durch interne Prozessen entstehen. Mit diesen lässt sich in der Regel besser arbeiten, da man entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung hat und deren Auswirkungen steuern kann.

Wenn Sie auf interne Faktoren stoßen, können Sie Verbesserungen auf verschiedene Arten einführen.

  1. Treffen Sie sich mit den wichtigen Beteiligten der Abteilung, um einen Geschäftsplan dazu zu erstellen, wie Sie Ihre derzeitige Situation verbessern können.

  2. Erforschen und implementieren Sie neue Hilfsmittel, wie etwa ein Projektmanagementtool, das diese Vorgänge für Sie erleichtern kann. 

Die Art und Weise, wie Sie die internen Faktoren lösen, hängt von der Art des Problems ab. Vielleicht müssen Sie sogar eine Kombination aus beidem anwenden, falls es sich um einen komplexen Verbesserungsplan handelt. 

Tipp 2: Bewerten Sie externe Faktoren

Externe Faktoren ergeben sich aus Prozessen, auf die Sie keinen Einfluss haben. Dazu gehören Mitbewerber, Markttrends und alle anderen Faktoren, die Ihr Unternehmen von außen beeinflussen. 

Mit externen Faktoren zu arbeiten gestaltet sich schwieriger, da Sie das Ergebnis nicht direkt beeinflussen können. Sie können jedoch Ihre eigenen Prozesse so auszurichten, dass negative externe Faktoren minimiert werden. Sie können diese Probleme lösen, indem Sie:

  1. Mit Markttrends Schritt halten

  2. Markttrends voraussagen, bevor sie sich ergeben 

Obwohl Sie das externe Umfeld nicht kontrollieren können, können Sie steuern, wie Ihr Unternehmen darauf reagiert.

Nehmen wir beispielsweise an, dass Sie mit einem Markttrend Schritt halten wollen. Ein Beispiel dafür wäre, dass ein Mitbewerber ein neues Produkt auf den Markt bringt, das Ihr eigenes übertrifft. Sie können dieses Produkt zwar nicht verdrängen, aber Sie können daran arbeiten, ein noch besseres Produkt auf den Markt zu bringen, um einen eventuellen Umsatzrückgang abzuschwächen. Alternativ können Sie versuchen, Markttrends vorherzusagen, damit Sie vorbereitet sind, wenn solche externen Faktoren auftreten. 

Tipp 3: Mit richtiger Teamarbeit gelingt alles

Vielleicht klingt dies für Sie nach nicht mehr als einer Floskel, aber Teamarbeit ist unglaublich effektiv, um neue und innovative Ideen im Rahmen eines Brainstormings zu entwickeln. Laden Sie verschiedene Teammitglieder aus unterschiedlichen Abteilungen ein, auf diese Weise sind Ideen aus allen Bereichen des Unternehmens vertreten. Achten Sie darauf, wie viele Teammitglieder Sie einladen, denn zu viele Teilnehmer könnten zu mangelnder Konzentration oder zu wenig Beteiligung führen. Die optimale Anzahl für ein produktives Brainstorming liegt bei etwa 10 Teammitgliedern. 

Tipp 4: Werden Sie kreativ

Um kreative Ideen zu entwickeln, muss man zunächst eine Grundlage für sie schaffen. Das bedeutet, dass man auf spielerische Art und Weise Möglichkeiten schaffen muss, damit neue Ideen entstehen. Einige Beispiele dafür sind die zufällige und anonyme Auswahl von Ideen einzelner Mitarbeiter, das Besprechen offensichtlich schlechter Beispiele oder Teambuilding-Spiele, um das Team zu motivieren.

Tipp 5: Erstellen Sie eine Rangliste für Ideen

Sobald der Kreativprozess beendet ist, ist es an der Zeit, die besten Chancen zu bewerten. Dies kann im Team oder in einer kleineren Gruppe von Führungskräften geschehen. Am besten ist es, wenn Sie jede Idee besprechen und auf einer Skala von eins bis zehn einstufen. Sobald Sie auf Grundlage der Fähigkeiten des Teams und des Effekts der Ideen auf die besten Vorschläge geeinigt haben, können Sie an deren Umsetzung arbeiten, indem Sie einen Business Case erstellen. 

Warum ist die SWOT-Analyse wichtig?

Die SWOT-Analyse kann dabei helfen, Prozesse zu verbessern und Wachstum zu planen. Sie ist zwar der Wettbewerbsanalyse ähnlich, unterscheidet sich aber darin, dass sie sowohl interne als auch externe Faktoren bewertet. Die Analyse der Schlüsselbereiche rund um diese Chancen und Risiken verschafft Ihnen die nötigen Erkenntnisse, damit Ihr Team erfolgreich wird. 

Warum ist die SWOT-Analyse wichtig?

Die SWOT-Analyse ist nicht nur für Unternehmen nützlich. Mit einer persönlichen SWOT-Analyse können Sie Bereiche Ihres Lebens untersuchen, die verbessert werden könnten, von Ihrem Führungsstil bis zu Ihren Kommunikationsfähigkeiten. Wie auch immer Sie sie einsetzen, eine SWOT-Analyse ist aus diesen drei Gründen wichtig: 

1. Zeigt Verbesserungsmöglichkeiten und Chancen auf

Einer der größten Vorteile der Durchführung einer SWOT-Analyse besteht darin, Wachstumschancen zu ermitteln. Sie ist ein guter Ausgangspunkt für Startups und Teams, die wissen, dass sie sich verbessern wollen, aber nicht genau, wie sie anfangen sollen. 

Chancen können sich aus vielen verschiedenen Bereichen ergeben, wie etwa durch externe Faktoren wie die Diversifizierung Ihrer Produkte, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen, oder durch interne Faktoren wie die Verbesserung des Workflows in Ihrem Team. In jedem Fall ist die Nutzung von Chancen ein hervorragender Weg, um als Team zu wachsen.

2. Deckt Verbesserungsbereiche auf

Auch die Verbesserung bestehender Projekte ist ein zuverlässiger Weg, um weiter zu wachsen. Die Ermittlung von Schwächen und Risiken im Rahmen der SWOT-Analyse kann den Weg zu einer besseren Unternehmensstrategie ebnen.

Schließlich ist das Lernen aus Fehlern der beste Weg, sich zu verbessern. Wenn Sie Bereiche gefunden haben, die vereinfacht werden können, können Sie gemeinsam mit den Teammitgliedern einen Aktionsplan ausarbeiten. Das bedeutet, dass Sie das nutzen, von dem Sie wissen, dass es funktioniert, und dass Sie auf den Stärken Ihres Unternehmens aufbauen.

3. Ermittelt Risikobereiche

Unabhängig davon, ob Sie ein Risikoregister führen oder nicht, ist es immer wichtig, Risiken zu erkennen, bevor sie zum Problem werden. Die SWOT-Analyse kann Ihnen dabei helfen, den Überblick über alle umsetzbaren Punkte zu behalten, die in Ihrem Entscheidungsprozess über Risiken eine Rolle spielen könnten. 

Es könnte von Vorteil sein, Ihre SWOT-Analyse mit einer PEST-Analyse zu kombinieren, die externe Lösungen wie politische, wirtschaftliche, soziale und technologische (Political, Economic, Social, Technological) Faktoren untersucht. All dies kann Ihnen helfen, potenzielle Risiken im Voraus zu erkennen.

Wachstumsplanung mit der SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse kann eine effektive Methode sein, um die wichtigsten Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zu ermitteln. Zu wissen, wo Sie stehen und wo Sie hinwollen, hilft Ihnen dabei, sich als Team und Unternehmen weiterzuentwickeln. 

Vergessen Sie nicht, dass etwas Kreativität und Zusammenarbeit viel bewirken kann. Ermutigen Sie Ihr Team mit über 100 motivierenden Zitaten dazu, über den Tellerrand hinauszudenken

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