Stellen Sie sich ein Unternehmen vor, das bereits seit langem besteht. In seiner Blütezeit war es extrem erfolgreich und die Produkte verkauften sich außerordentlich gut. Heute kämpft es um sein Überleben. Die Taktik, die damals so gut funktioniert hat, bleibt fruchtlos, und Führungskräfte finden keine Möglichkeit, um das Geschäft wieder in Gang zu bringen.
Unternehmen haben eine große Gemeinsamkeit mit Menschen: Beide befinden sich in einem laufenden Anpassungs- und Wachstumsprozess. Das bedeutet auch, dass Strategien, die einmal große Erfolge einbrachten, in einer neuen Arbeitsumgebung oft nicht mehr zielführend sind. Mit Organisationsentwicklung können Führungskräfte auf sehr effektive Weise sicherstellen, dass ihr Unternehmen auch im Laufe der Zeit wettbewerbsfähig bleibt.
Organisationsentwicklung (OE) ist der geplante, systematische Prozess der Veränderung von Strategien, Strukturen und Arbeitsweisen einer Organisation, um deren Leistungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit zu verbessern. OE zählt zu den Verhaltenswissenschaften und setzt auf die aktive Einbindung der Mitarbeitenden, um bestehende Prozesse zu optimieren oder neue einzuführen.
OE entfaltet die größte Wirkung, wenn sie von Führungskräften initiiert wird und die gesamte Unternehmenskultur einbezieht. Aber auch einzelne Teams oder Mitarbeitende können OE-Prinzipien anwenden und davon profitieren.
Bestimmt haben Sie schon gehört, dass Organisationsentwicklung als Teil (oder Funktion) des Personalmanagements (HR) erachtet wird, aber in Wirklichkeit muss man es etwas differenzierter betrachten.
Ihre Kollegen aus der HR-Abteilung gehen bei ihrer Arbeit sehr individuell vor. Sie konzentrieren sich auf die einzelnen Personen Ihres Unternehmens und deren Bedürfnisse. Im Vergleich dazu liegt der Schwerpunkt bei der Organisationsentwicklung vielmehr auf der Strategie, die Ihr Team verfolgt, um den Erfolg des Unternehmens sicherzustellen. HR-Fachleute lernen während ihrer Ausbildung zwar oft über Organisationsentwicklung, allerdings ist OE ein Überbegriff, der HR als eine von vielen Strategien beinhaltet. Eine HR-Fachkraft kann so zum Beispiel Möglichkeiten erarbeiten, um eine positive Unternehmenskultur zu schaffen; dies wäre eine Strategie der Organisationsentwicklung.
Im Sinne der Organisationsentwicklung wird Ihr Unternehmen als ein großes Ganzes betrachtet. Es ist dabei wichtig, einigen Grundprinzipien zu folgen und so sicherzustellen, dass Ihre Strategie die richtige Richtung vorgibt. Machen Sie sich zunächst am besten mit den vier grundlegenden Elementen von Organisationsentwicklung vertraut:
Unternehmensmission: Eine kurze Beschreibung der Zielgruppe Ihres Unternehmens, was Sie als Unternehmen erreichen möchten, und warum.
Vision Statement: Während die Unternehmensmission die Fragen „Wer“, „Was“ und „Warum“ beantwortet, dreht sich beim Vision Statement alles um das „Wie“.
Unternehmensziele: Hierbei handelt es sich um die messbaren Ziele, die Sie mit Ihrem Team erreichen wollen.
Strategie: Der Plan für Ihr Team für die nächsten drei bis fünf Jahre.
Organisationsentwicklung verfolgt strategische und operative Ziele auf mehreren Ebenen. Diese Ziele geben Ihrem OE-Prozess eine klare Richtung und machen den Fortschritt messbar.
Wettbewerbsfähigkeit sichern: Strukturen und Prozesse so weiterentwickeln, dass Ihr Unternehmen auf Marktveränderungen reagieren kann.
Innovationsfähigkeit stärken: Ein Umfeld schaffen, in dem neue Ideen entstehen und schnell umgesetzt werden.
Anpassungsfähigkeit erhöhen: Flexible Organisationsstrukturen aufbauen, die auf veränderte Rahmenbedingungen vorbereitet sind.
Formulieren Sie Ihre Ziele nach der SMART-Methode, um sie spezifisch, messbar und terminiert zu gestalten.
Zusammenarbeit verbessern: Silos abbauen und abteilungsübergreifende Kommunikation fördern.
Mitarbeitende einbinden: Betroffene aktiv am Veränderungsprozess beteiligen, um Akzeptanz und Engagement zu steigern.
Messbare Ergebnisse erzielen: Klare KPIs definieren, anhand derer Sie den Erfolg Ihrer OE-Maßnahmen bewerten. Verknüpfen Sie dazu Ihre OE-Ziele mit der übergeordneten Unternehmensstrategie.
Da es sich bei der Organisationsentwicklung um eine ganzheitliche Herangehensweise an Ihr Unternehmen handelt, können Sie mit positiven Ergebnissen in unterschiedlichen Bereichen rechnen. Zu den Vorteilen gehören:
Produktivität: Gesteigerte Produktivität durch optimierte Prozesse.
Effizienz: Erhöhte Effizienz durch Abbau von Redundanzen.
Mitarbeitendenbindung: Stärkeres Wachstum der Mitarbeitenden und höhere Bindung.
Qualität: Verbesserte Produktqualität durch systematische Verbesserung.
Kommunikation: Bessere Kommunikation über Abteilungsgrenzen hinweg.
Innovation: Förderung von Innovationen durch offene Strukturen.
Ein Beispiel für diese Vorteile in der Praxis: Polestar, der schwedische Elektrofahrzeughersteller, standardisierte seine Arbeitsabläufe mit einer zentralen Work-Management-Plattform. Durch die klare Aufgabenzuteilung und einheitliche Prozesse erzielte das Unternehmen eine Effizienzsteigerung von rund 20 % bei der Fahrzeugauslieferung und verkürzte den Erweiterungsprozess für neue Servicestandorte um einen Monat. Jetzt kostenlos starten und erleben Sie, wie standardisierte Prozesse die Zusammenarbeit in Ihrem Unternehmen verbessern.
Jedes Unternehmen ist einzigartig – deshalb sieht der OE-Prozess bei jeder Organisation anders aus. Im Rahmen der Organisationsentwicklung betrachten Sie Ihr Unternehmen ganzheitlich und wenden verschiedene Strategien an, die als Interventionen bezeichnet werden.
Im Folgenden haben wir einige Beispiele für häufige Interventionen in der Organisationsentwicklung für Sie aufgelistet:
Interventionen zur individuellen Entwicklung von Mitarbeitenden:
Karriere-Coaching
Verbesserung der Führungsqualitäten
Zertifizierungen
Organisatorische Interventionen auf technisch-struktureller Ebene:
Anpassung der Teamstruktur
Arbeitsdesign (die spezifische Organisation der Arbeit und Zuständigkeit einer einzelnen Person)
Strategien im Qualitätsmanagement
Strategien im Leistungsmanagement
Interventionen auf der Ebene der zwischenmenschlichen Beziehungen:
Initiativen für Vielfalt und Inklusion
Programme zur Steigerung des Wohlbefindens
Talentmanagement
Allgemeine Einbindung der Mitarbeitenden
Der Prozess der Organisationsentwicklung umfasst sieben Schritte – von der ersten Problemanalyse bis zur abschließenden Evaluierung.
Einstiegsphase: Definieren Sie gemeinsam mit Ihrem Team Ihr aktuelles Problem. Dies kann einfach durch Beobachtung erfolgen, oder Sie führen eine Brainstorming-Sitzung durch, um die wichtigsten Probleme zu erfassen, die Sie beheben möchten.
Diagnosephase: Hierbei wollen Sie verstehen und dokumentieren, wie Ihre Prozesse derzeit funktionieren. Dieser Schritt dient Ihnen als Ausgangspunkt, um die aktuelle Effektivität Ihres Unternehmens zu verstehen, bevor Sie Veränderungen umsetzen. Es ist wesentlich, hier die Richtwerte für Ihre Kennzahlen festzulegen („Benchmarking“).
Datenerhebungs- und Analysephase: In dieser Phase erhebt eine OE-Fachkraft Daten, um das Problem anhand von Zahlen darzustellen. Dafür können Beschäftigtenbefragungen durchgeführt, bestehende Prozessdokumentationen herangezogen, aktuelle Erfolgskennzahlen verwendet oder Ausgangswerte gesammelt werden. Denken Sie hier unbedingt daran, KPIs und OKRs festzulegen. Damit können Sie später einfach feststellen, ob Ihre Veränderungen erfolgreich waren.
Feedbackphase: Die OE-Fachkraft gibt Ihnen anhand der Diagnose und den in Schritt 2 und 3 erhobenen Daten Feedback zu den aktuellen Prozessen Ihres Teams und wird Ihnen dann Möglichkeiten zur Prozessverbesserung vorschlagen.
Interventionsentwicklung: In dieser Phase entwickelt die OE-Fachkraft eine Strategie für die Umsetzung der geplanten Veränderungen. Bei diesen Interventionen berücksichtigt sie die Unternehmensziele und -kapazität, um zu gewährleisten, dass die Interventionen innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens umsetzbar sind.
Implementierung und Change Management: Nach der Entwicklung aller benötigten Interventionen ist es so weit: Sie werden als neue Prozesse eingeführt. Verwenden Sie einen Change-Management-Prozess, um einen reibungsfreien Übergang sowie die Lösung auftretender Probleme zu gewährleisten. Dies ist besonders bei umfassenden Veränderungsprozessen von großer Bedeutung, zum Beispiel bei der Umstrukturierung Ihres Teams oder einem weitreichenden Unternehmenswandel wie einer Firmenfusion oder -übernahme.
Evaluierung: Messen Sie die Ergebnisse anhand der in Schritt 3 festgelegten KPIs und OKRs. Vergleichen Sie den Ist-Zustand mit den Ausgangswerten, um den konkreten Fortschritt sichtbar zu machen.
Theorie allein reicht nicht – erfolgreiche Organisationsentwicklung zeigt sich in der praktischen Umsetzung. Das folgende Beispiel zeigt, wie eine Organisation mit gezielten OE-Maßnahmen und einer zentralen Work-Management-Plattform konkrete Ergebnisse erzielt hat.
Die National Collegiate Athletic Association (NCAA) stand vor der Herausforderung, ihre Content-Strategie für Großveranstaltungen wie die Olympischen Spiele 2024 in Paris grundlegend zu transformieren. Zuvor arbeiteten Teams in isolierten Strukturen, was die Zusammenarbeit erschwerte und die Effizienz einschränkte.
Durch die Einführung einer zentralen Work-Management-Plattform und die Neuorganisation ihrer Arbeitsabläufe erzielte die NCAA folgende Ergebnisse:
4-facher Content-Konsum: Durch die zentrale Steuerung aller Inhalte konnten deutlich mehr Zielgruppen erreicht werden.
2.770 % mehr produzierte Inhalte: Für die Olympischen Spiele 2024 in Paris vervielfachte das Team seinen Content-Output.
1.440 % mehr Reichweite: Die Zahl der Audience Impressions stieg erheblich.
Brian Higgins, Managing Director of Content bei der NCAA, betont: „Die zentrale Bündelung aller Workflows war der entscheidende Faktor für diesen Erfolg. Statt in Silos zu arbeiten, koordinierten alle Beteiligten ihre Aufgaben über ein gemeinsames System.“
Dieses Beispiel verdeutlicht: Organisationsentwicklung wirkt dann am stärksten, wenn strukturelle Veränderungen durch passende Werkzeuge unterstützt werden – und alle Beteiligten auf einer gemeinsamen Basis arbeiten. Jetzt kostenlos starten und erfahren Sie, wie ein zentrales Work-Management-Tool Ihre OE-Maßnahmen unterstützen kann.
Organisationsentwicklung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Entscheidend für den Erfolg ist die Kombination aus klaren Zielen, der aktiven Beteiligung aller Ebenen und einer konsequenten Erfolgsmessung.
Beginnen Sie mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Strukturen und Prozesse. Definieren Sie messbare Ziele – sowohl kurzfristige Ziele als auch langfristige Meilensteine –, wählen Sie passende Interventionen und begleiten Sie die Umsetzung mit regelmäßigem Feedback.
Ob Sie Ihre Teamstrukturen anpassen oder Ihre Strategie grundlegend überarbeiten – mit einem Work-Management-Tool wie Asana machen Sie Verantwortlichkeiten und Fortschritte für alle sichtbar. Jetzt kostenlos starten und legen Sie die Basis für eine erfolgreiche Organisationsentwicklung.
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