Strategie vs. Taktik: Wo liegt der Unterschied?

Sarah Laoyan – FotoSarah Laoyan5. Oktober 20213 Minuten Lesezeit
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Zusammenfassung

Die Begriffe „Strategie“ und „Taktik“ stammen ursprünglich aus dem militärischen Bereich, doch sie werden heute auch bei der Arbeit gerne verwendet. Hier erfahren Sie, wie Sie Strategie und Taktik nutzen können, um Ihr Unternehmen zum Erfolg zu führen.

Ein Schachgroßmeister stürzt sich nicht einfach in eine Partie und bewegt die Figuren planlos hin und her. Stattdessen gibt es eine klare, präzise Vorgehensweise, mit der sie die Überhand über ihren Gegner gewinnen möchten.

Schachspieler nutzen also sowohl Strategie als auch Taktik, um ihr Ziel zu erreichen, nämlich den Gegner Schachmatt zu setzen. Genau wie beim Schach können auch Sie Strategie und Taktik nutzen, um eine Geschäftsstrategie aufzubauen und umzusetzen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie beides erfolgreich einsetzen können, um Ihre strategischen Ziele zu erreichen.

Wo liegt also der Unterschied zwischen Strategie und Taktik?

Wie bereits erwähnt, stammen die beiden Begriffe aus dem militärischen Bereich, ursprünglich aber aus dem Buch Die Kunst des Krieges von Sun Tzu. Mit der Zeit wurden die Begriffe auch für andere Dinge verwendet, zum Beispiel Geschäftsstrategien.

Definition des Begriffs „Strategie“

Eine Strategie ist ein Aktionsplan für die Zukunft, mit dem ein bestimmtes Ergebnis oder Ziel erreicht werden soll. Strategien dienen dazu, langfristige Ziele festzulegen und diese zu erreichen.

Definition des Begriffs „Taktik“

Eine Strategie beschreibt einen Aktionsplan, mit dem Sie bestimmte Ziele erreichen. Eine Taktik hingegen meint die einzelnen Schritte und Maßnahmen auf dem Weg bis zum Erreichen der Ziele. Im Geschäftswesen beschreibt die Taktik also konkrete Schritte eines Teams, um das gesamte Vorhaben in die Realität umzusetzen.

Um noch einmal das Schach-Beispiel zu benutzen, meint Strategie die Positionierung der einzelnen Figuren in einer bestimmten Aufstellung, um ein Ziel zu erreichen. Taktik hingegen bedeutet, die Figuren in die Felder zu verschieben, in denen sie bestmöglich zu diesem Ziel beitragen können.

Das Verhältnis zwischen Strategie und Taktik

In seinem Buch Die Kunst des Krieges schrieb Sun Tzu: „Jeder kann die Taktik erkennen, mit der ich besiege, aber niemand sieht die Strategie, die zum Sieg führt.“ Sun Tzu verdeutlicht hier, dass die Taktik zwar konkreter und sichtbarer, eine übergreifende Strategie aber gleichermaßen wichtig ist. Die Frage lautet also nicht, ob man entweder eine Strategie oder Taktik anwenden sollte, sondern wie man Strategie und Taktik gleichzeitig nutzen kann. Beide Konzepte sind also zwei Seiten einer Medaille und beides ist wichtig, um Ihre Ziele zu erreichen. 

Wenn man versucht, Ziele nur mit einer Strategie zu erreichen, wird dies nicht gelingen, denn die Taktik sind die konkreten Handlungsschritte zum Erreichen der Ziele. Wenn ein Team nur eine Strategie einsetzt, verbringt es mehr Zeit damit, Ziele zu planen, statt die nötigen Schritte zu unternehmen, um sie zu erreichen.

Dasselbe gilt für die Taktik. Ohne eine Strategie artet „Taktik“ schnell in planloser Arbeit aus. In diesem Fall gibt es keine strategischen Ziele, sondern nur Beschäftigung mit wenig Sinn und Zweck. Kurzfristig kann sich dies wie eine Art „Beschäftigungstherapie“ für Teammitglieder anfühlen, doch langfristig führt es zu Frust, Überarbeitung und Unzufriedenheit bei der Arbeit.

Wann ist eine Strategie gut?

Datengestützte Entscheidungen

Eine gute Strategie ist durchdacht, gut geplant und datenbasiert. Wenn Sie eine solide, langfristige Strategie planen wollen, sollten Sie Informationen und Daten aus bisherigen Projekten sammeln, um bestmöglich für die Zukunft gewappnet zu sein.

Manche Branchen sind saisonabhängig. Diese saisonalen Schwankungen zu seinem Vorteil zu nutzen, beweist eine gute strategische Denkweise und zeigt, dass Sie Daten aus der Vergangenheit effizient nutzen.

Klar definierte Ziele

Die besten Strategien orientieren sich an klar definierten Zielen. Eine gute Strategie aufzubauen, gelingt viel leichter, wenn man genau weiß, was man mit ihr erreichen will. Klar definierte Ziele sind ein wichtiger Bestandteil eines langfristig ausgelegten Planungsprozesses. Manche planen ihre Strategie und ihre Geschäftsziele zur selben Zeit, was den Prozess effizienter machen kann. Wenn es kein klares Ziel gibt, ist das Erstellen einer Strategie wie nachts ohne Scheinwerfer zu fahren.

Lesenswert: Unternehmensziele setzen: Der erste Schritt zu einem erfolgreichen Unternehmen

Notfallpläne

Der Erfolg Ihrer Strategie hängt von einem erwarteten Ergebnis ab, doch was passiert, wenn Ihre Strategie aus den Fugen gerät? An dieser Stelle kommt der Notfallplan ins Spiel. Wenn Sie gemeinsam mit Ihrer Strategie auch gleich einen Notfallplan erstellen, sind Sie auf alle Eventualitäten vorbereitet. Mit einem solchen Plan weiß Ihr Team, wie es sich im Ernstfall verhalten muss, damit das Projekt nicht gänzlich entgleist.

Wann ist eine Taktik gut?

Die Taktik ist auf das Erreichen kurzfristiger Ziele ausgelegt

Während die Strategie einen langfristigen Plan beschreibt, beschreibt Taktik die kurzfristigen Schritte zum Erreichen kleinerer Ziele. Die taktische Planung ist also das Aufteilen Ihres strategischen Plans in kurzfristige Maßnahmen.

Lesenswert: Die Wichtigkeit von kurzfristigen Zielen

Die Taktik ist klar mit der Strategie verbunden

Wenn Sie nicht verstehen, wie eine bestimmte Taktik zu Ihrer Strategie beiträgt, passt diese Taktik womöglich nicht zu Ihrer Strategie. Die von Ihnen durchgeführte Arbeit sollte aktiv zum Erreichen Ihrer Ziele beitragen.

OKRs sind eine gute Möglichkeit, eine kurzfristig ausgelegte Taktik mit einer langfristigen Strategie zu verbinden. Bei dieser Zielsetzungsstrategie gibt es ein Hauptziel und wichtige Ergebnisse zum Erreichen dieses Ziels. Die Taktik, die bei der täglichen Arbeit angewendet wird, leistet einen Beitrag zum Erreichen dieser wichtigen Ergebnisse.

Die Taktik ist umsetzbar und zeitgebunden

Eine Taktik ist am effektivsten, wenn es einen klaren Zeitrahmen zu deren Durchführung gibt. Ähnlich wie bei den meisten Zielsetzungsstrategien ist das Festlegen bestimmter Fristen eine Möglichkeit sicherzustellen, dass die einzelnen Aufgaben innerhalb eines bestimmten Zeitraums erledigt werden. Wenn Sie noch nicht wissen, wie Sie eine umsetzbare und zeitgebundene Taktik planen, könnte Ihnen die SMART-Methode eine Hilfe sein.

Beispiele für Unternehmensstrategie und Taktik

Im Folgenden finden Sie einige Beispiele dafür, wie Geschäftsstrategen eine gute Strategie und eine effektive Taktik einsetzen können, um ihre Geschäftsziele zu erreichen.

Personalteam

Strategie: 20 % mehr Kandidaten aus bisher im Technologiebereich unterrepräsentierten Gruppen zum Vorstellungsgespräch einladen.

​Taktik: 

  • Unterrepräsentierte Gruppen im MINT-Bereich unterstützen.

  • Chancen für Nachwuchstalente mit nicht-traditionellen Bildungswegen schaffen.

  • Stellenangebote regelmäßig auf Plattformen für unterrepräsentierte Gruppen veröffentlichen.

Digitalmarketing-Team

Strategie: Anmeldungen für kostenlose Probeversionen um 30 % steigern

Taktik:

  • Sichtbarkeit auf Webseiten durch ein Popup-Fenster erhöhen, das nach einer gewissen Zeit auftaucht.

  • Ein kostenloses E-Book bei jeder neuen Anmeldung für eine Probeversion anbieten.

  • Probeversionen auf Social-Media-Kanälen bewerben.

Webentwicklungs-Team

Strategie: Ladezeit der Website um 1 Sekunde reduzieren.

Taktik:

  • Überflüssige Codezeilen entfernen, die die Ladegeschwindigkeit der Website reduzieren und optimierte Alternativen finden.

  • Bilder auf der Seite auf weniger als 1 MB Dateigröße komprimieren.

  • Die Anzahl der Weiterleitungen auf der Seite reduzieren.

Verwalten Sie Ihre Strategie und Taktik – mit einem Work Management Tool

Eine gute Strategie beginnt mit einer guten Planung. Wenn Sie auf der Suche nach einer Möglichkeit sind, Ihre Geschäftsziele zu organisieren, legen wir Ihnen ein Arbeitsmanagement-Tool ans Herz. Work-Management-Software kann Ihnen dabei helfen, Ihre tägliche Taktik mit Ihrer langfristigen Strategie zu verbinden.

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