Tipps zur nonverbalen Kommunikation: Wie Sie nonverbale Signale kodieren und dekodieren

Julia Martins – FotoJulia Martins17. September 20216 Minuten Lesezeit
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Zusammenfassung

Nonverbale Kommunikation bezeichnet alles, was über das gesprochene Wort hinausgeht. Dazu gehören Ihre Körpersprache, Ihre Mimik, Ihr Tonfall und vieles mehr. Es gibt neun Arten der nonverbalen Kommunikation, und wenn Sie mit diesen vertraut sind, können Sie nonverbale Signale besser kodieren und dekodieren. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf diese neun nonverbalen Signale und geben Ihnen 10 Tipps, wie Sie Ihre nonverbale Kommunikation am Arbeitsplatz verbessern können.

Wenn wir von nonverbaler Kommunikation sprechen, denken wir oft an Körpersprache. Diese ist ein wichtiger Teil der nonverbalen Kommunikation und ist leicht zu erkennen und zu erlernen.

Die Körpersprache ist jedoch nur ein Aspekt der nonverbalen Kommunikation. Tatsächlich gibt es neun Arten von nonverbalen Signalen, mit denen Sie jeden Tag kommunizieren – wenn Sie nur auf die Körperbewegungen achten, verstehen Sie die nonverbale Botschaften nur teilweise. In diesem Artikel befassen wir uns mit allen neun nonverbalen Signalen und gehen der Frage nach, wie Sie Ihre nonverbale Kommunikation am Arbeitsplatz verbessern können.

Das Wichtigste zuerst: Wie die Kultur die nonverbale Kommunikation beeinflusst

Bevor wir auf die neun Arten der nonverbalen Kommunikation eingehen und wie Sie mit ihnen Ihre nonverbalen Fähigkeiten verbessern können, ist es wichtig zu erwähnen, dass diese Signale nicht in jeder Kultur gleich sind. Was in einer Kultur zum Standard gehört oder sogar erwartet wird, kann in einer anderen Kultur als anstößig oder beleidigend gelten.

In der modernen vernetzten Welt haben wir das Privileg, mit immer mehr internationalen Kollegen zusammenzuarbeiten. Kollegen aus verschiedenen Regionen eines Landes oder verschiedenen Kulturen können dabei unterschiedliche nonverbale Kommunikationssignale nutzen.

In westlichen Kulturen wird zum Beispiel oft erwartet, dass man sich die Hand gibt, wenn man neue Geschäftspartner trifft – das gilt nicht für alle Kulturen. Dieselbe Handlung kann je nach kulturellem Umfeld unterschiedliche Bedeutungen haben. Machen Sie sich also, bevor Sie sich in eine Situation begeben, damit vertraut, was akzeptabel und angemessen ist – und was nicht. Achten Sie insbesondere auf kulturspezifische nonverbale Signale, die Sie erwarten oder vermeiden sollten, wenn Sie mit Ihren Mitarbeitern interagieren.

Das Verständnis und die Achtsamkeit für Ihre nonverbale Kommunikation machen Sie zu einem besseren Kommunikator und einem besseren Teammitglied – maßgeblich ist hier das Verständnis der kulturellen Auswirkungen verschiedener nonverbaler Signale. Wenn Sie Ihre nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten weiterentwickeln, sollten Sie sicherstellen, dass Sie ebenso viel Zeit in die Entwicklung Ihrer kulturellen Intelligenz investieren.

Die 9 Arten der nonverbalen Kommunikation

Nonverbale Kommunikation hilft Ihnen, effektiv zu kommunizieren und mit anderen in Kontakt zu treten. Wenn Sie die verschiedenen Arten von nonverbalen Signalen verstehen, können Sie Ihre Botschaft besser vermitteln.

Wenn Sie die nonverbalen Signale Ihrer Teammitglieder verstehen, können Sie z. B. erkennen, ob sich ein Kollege in einer bestimmten Situation unwohl fühlt. Generell können Sie durch die Verbesserung Ihrer nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten selbstbewusster werden, Ihren Körper besser wahrnehmen und Ihre Botschaft effektiver kommunizieren.

Die 9 Arten der nonverbalen Kommunikation sind:

  1. Körpersprache: Dieser nonverbale Hinweis bezieht sich auf die Haltung Ihres Körpers. Dazu kann auch Ihre Körperhaltung gehören – sitzen Sie nach vorne gebeugt oder aufrecht? Dinge wie zappeln, die Arme verschränken, an den Fingernägeln kauen und die Beine übereinander schlagen gehören zur körpersprachlichen Form der nonverbalen Kommunikation.

  2. Gesten (Kinesik): Gesten und Körpersprache unterscheiden sich nur geringfügig – Gesten sind in der Regel zielgerichteter, aber auch deutlich stärker kulturell geprägt. Dazu gehören Handgesten wie der Daumen nach oben oder das Ok-Zeichen sowie gängige Verhaltensweisen wie das Achselzucken.

  3. Gesichtsausdrücke: Wie die Gesten sind auch viele Gesichtsausdrücke intentional, wie z. B. Lächeln, Kopfnicken, Kopfschütteln, Stirnrunzeln usw. Wir zeigen jedoch auch unbewusste Gesichtsausdrücke, wenn wir gestresst oder besorgt sind, z. B. weiten sich die Augen, wenn Sie überrascht sind, oder Sie zucken leicht zusammen, wenn Sie ein lautes Geräusch hören.

  4. Augenkontakt: Der Blickkontakt macht einen großen Teil der nonverbalen Kommunikation aus. Allerdings variiert die Bedeutung des Augenkontakts von Kultur zu Kultur. In einigen Kulturen signalisiert mangelnder Augenkontakt Desinteresse – in anderen kann zu viel direkter Augenkontakt Unbehagen auslösen. 

  5. Tonfall (Paralinguistik): Ihre Parasprache setzt sich zusammen aus Ihrer Stimme, Ihrem Tonfall, Ihrer Lautstärke, Ihrer Redegeschwindigkeit und Ihrer Sprachkadenz. Sie haben vielleicht schon bemerkt, dass Sie schneller sprechen, wenn Sie nervös sind (wie die meisten Menschen). Oder Sie beginnen unbewusst zu flüstern, wenn Sie ein Geheimnis teilen.

  6. Persönlicher Raum (Proxemik): Bei der nonverbalen Kommunikation geht es nicht nur um Ihre Körperbewegungen, sondern auch darum, wie Sie mit dem Raum um Sie herum interagieren. Der physische Abstand zwischen Ihnen und einer anderen Person kann zum Beispiel etwas über Ihre Beziehung zueinander aussagen. Dieses nonverbale Signal ist ebenfalls in hohem Maße kulturell bedingt – versuchen Sie also, sich an das Verhalten Ihrer Kollegen anzupassen, um unangenehme Situationen zu vermeiden.

  7. Berührung: Auch Berührungen sind eine Form der Kommunikation. Viele Geschäftsleute behaupten zum Beispiel, dass die Art des Händedrucks viel über eine Person aussagt. Wahrscheinlich würden Sie dem CEO Ihres Unternehmens kein High Five geben, Ihrem besten Freund aus der Schulzeit jedoch sehr wohl.

  8. Das Erscheinungsbild: Kleider machen Leute, und jeder hat seinen eigenen Stil. Wenn also einer Ihrer Mitarbeiter anfängt, Kleidung zu tragen, die er normalerweise nicht trägt, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass sich in seinem Leben etwas verändert hat.

  9. Gegenstände: Wie die Kleidung geben auch Gegenstände Aufschluss über den Charakter einer Person – ohne dass diese einen Ton sagen muss. Stellen Sie sich einen Mitarbeiter vor, der seinen persönlichen Terminkalender überallhin mitnimmt. Allein aufgrund des Objekts, das er bei sich trägt, haben Sie automatisch den Eindruck, dass diese Person gut organisiert ist. In der modernen virtuellen Welt verrät der Zoom-Hintergrund viel über eine Person. Welche Objekte hat sie z. B. absichtlich hinter sich platziert, damit sie alle sehen können?

10 Tipps zur Verbesserung der nonverbalen Kommunikation am Arbeitsplatz

Es gibt zwei Aspekte der unbewussten Kommunikation, die sich auf Ihre Erfahrungen am Arbeitsplatz auswirken: Kodierung und Dekodierung. Kodierung bezieht sich darauf, wie Sie nonverbale Signale zeigen. Dabei kann es sich um absichtliche oder unbewusste Signale handeln, wie z. B. emotionale Äußerungen, die Sie vielleicht nicht beabsichtigen, oder eine Körperhaltung, über die Sie nicht nachdenken. Die Dekodierung hingegen ist der Prozess der Interpretation der nonverbalen Botschaften anderer Personen. Dies hilft Ihnen, ein besserer Kommunikator zu werden und die nonverbalen Signale Ihrer Mitarbeiter wahrzunehmen und zu verstehen.

Es ist auch wichtig, daran zu denken, dass die nonverbale Kommunikation am Arbeitsplatz – insbesondere das Dekodieren verschiedener Botschaften – von Kultur zu Kultur unterschiedlich ist. Diese 10 Tipps helfen Ihnen, einen Rahmen für die Kodierung und Dekodierung von Verhaltensweisen zu schaffen; jedoch gleicht keine Teamsituation der anderen.

Kodierung des eigenen nonverbalen Verhaltens

Die eigenen nonverbalen Signale zu kodieren scheint auf den ersten Blick ganz schön aufwändig – aber eigentlich tun Sie das ständig. Es stimmt, dass einige unserer kodierten nonverbalen Verhaltensweisen zufällig ablaufen, aber viele Gesten und Bewegungen sind absichtlich kodiert. Denken Sie an das Kopfnicken, Augenrollen oder sogar an das Wippen mit dem Fuß, wenn Sie ungeduldig sind.

Probieren Sie diese fünf Tipps aus, um Ihr nonverbales Verhalten gezielter zu kodieren:

  1. Kommunikationsstil berücksichtigen. Es gibt vier Kommunikationsstile, die beschreiben, wie Menschen auf unterschiedliche Weise kommunizieren. Bei Asana legen wir großen Wert darauf, dass Sie lernen, den selbstbewussten und direkten Kommunikationsstil zu verwenden, damit Sie nicht aggressiv oder passiv wirken – auch nicht auf unbewusster Ebene. 

  2. Achtsamkeit üben. Die Steigerung der Achtsamkeit ist Teil der Kodierung Ihrer nonverbalen Signale. Wenn Sie sich selbst und Ihre Umgebung besser wahrnehmen, haben Sie mehr Kontrolle über die Signale, die Sie aussenden – sowohl verbal als auch nonverbal.

  3. Stress abbauen. Aufgrund von emotionalem Stress kodieren wir oft ungewollt nonverbale Signale. Wenn Sie müde, überarbeitet oder erschöpft sind, haben Sie weniger geistige Energie, um auf Ihre Kommunikation zu achten. Im Grunde genommen befinden Sie sich im Kampf-oder-Flucht-Modus, was Ihre Fähigkeit zur zielgerichteten Kommunikation einschränkt.

  4. Unbewusste Motive und Gefühle verstehen. Es kann sein, dass Sie aufgrund unbewusster Emotionen nonverbale Signale kodieren, ohne es zu merken. Menschen, die sich bei der Arbeit als inkompetent erachten, distanzieren sich zum Beispiel von ihren Kollegen, ohne es zu merken. Bevor Sie Ihre Verhaltensweisen verbessern können, müssen Sie zunächst die Ursache für diese verstehen.

  5. Am besten persönlich mit Kollegen interagieren. Einer der Nachteile der asynchronen Kommunikation ist, dass Sie nicht in der Lage sind, nonverbale Signale zu kodieren. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Fehlkommunikation oder Missverständnissen. Wenn möglich, sollten Sie ein persönliches Gespräch anstreben – vor allem, wenn Sie konstruktive Kritik üben oder ein brisantes Thema besprechen wollen. 

Lesenswert: Sie fühlen sich überlastet? Strategien für Sie und Ihre Teams, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen

Dekodierung nonverbaler Signale

Der zweite Teil der nonverbalen Kommunikation ist das Dekodieren der nonverbalen Signale anderer Personen. Wenn Sie die nonverbalen Signale Ihrer Teammitglieder richtig deuten, können Sie Missverständnisse vermeiden und Ihre Beziehung zueinander verbessern.

Um Ihre Fähigkeit zu verbessern, die nonverbalen Signale anderer zu dekodieren, bieten sich folgende Übungen an:

  1. Emotionale Intelligenz fördern. Der erste Schritt zum Dekodieren jeder Art von Botschaft – ob verbal oder anderweitig – besteht darin, Ihre emotionale Intelligenz zu entwickeln. Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, zu regulieren und zu verstehen – sowohl bei sich selbst als auch bei anderen. 

  2. Aktives Zuhören fördern. Aktives Zuhören bedeutet, dass Sie zuhören, um zu verstehen, was jemand sagt, ohne Ihre Antwort zu planen. Wenn Sie sich im aktiven Zuhören üben, nehmen Sie auf einer tiefergehenden Ebene am Gespräch teil und sind achtsamer, was Ihnen dabei helfen kann, kleine nonverbale Signale aufzugreifen.

  3. Auf Diskrepanzen zwischen wirklichen Gefühlen und dem Gesagten achten. Einer der wichtigsten Aspekte der nonverbalen Kommunikation ist die Fähigkeit, Inhalte zu verstehen, die die andere Person nicht verbal kommuniziert. Wenn ein Teammitglied beispielsweise behauptet, dass es sich auf ein Projekt freut, dann aber wegschaut und die Arme verschränkt, ist er oder sie vielleicht gar nicht so begeistert. Wenn Sie diese Signale aufgreifen, haben Sie ein besseres Verständnis der Situation – zum Beispiel, ob sich die Person Sorgen um das Projekt macht und ob Sie ihr irgendwie helfen können.

  4. Kulturelle Intelligenz entwickeln. Die Förderung Ihrer kulturellen Intelligenz erhöht Ihr Bewusstsein für die verschiedenen Signale, die Ihre Teammitglieder aussenden. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie eine Führungskraft sind, da Sie die nonverbalen Signale anderer nicht entschlüsseln und fehlinterpretieren sollten.

  5. Im Zweifelsfall lieber nachfragen. Das größte Risiko beim Entschlüsseln nonverbaler Kommunikation besteht darin, eine Annahme zu treffen, die nicht stimmt. Die Conscious Leadership Group nennt dies Fakten vs. Geschichten – Fakten sind die objektiven Wahrheiten, die jeder aufgreifen kann, während Geschichten die Annahmen sind, die Sie auf der Grundlage dieser Fakten machen. Wir alle erzählen uns Geschichten, aber zu erkennen und zu klären, ob diese Geschichten wahr sind oder nicht, kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden. 

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Bessere nonverbale Kommunikation = bessere Kommunikation am Arbeitsplatz

Nonverbale Kommunikation ist eine Fähigkeit, die sowohl im Alltag als auch am Arbeitsplatz hilfreich ist. Sobald Sie diese Fähigkeiten entwickelt haben, werden Sie feststellen, dass Sie nicht nur die nonverbalen Signale der anderen, sondern auch Ihre eigenen Signale immer besser wahrnehmen. Dadurch können Sie am Arbeitsplatz effektiver kommunizieren. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel darüber, wie effektive Kommunikation am Arbeitsplatz die Zusammenarbeit und Führung verbessert.

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