Wenn wir von nonverbaler Kommunikation sprechen, denken wir oft an Körpersprache. Sie ist ein wichtiger Teil der nonverbalen Kommunikation und leicht zu erkennen.
Tatsächlich gibt es neun Arten von nonverbalen Signalen, mit denen Sie täglich kommunizieren. Wer nur auf Körperbewegungen achtet, versteht nonverbale Botschaften nur teilweise. In diesem Artikel befassen wir uns mit allen neun Signaltypen und zeigen, wie Sie Ihre nonverbale Kommunikation am Arbeitsplatz verbessern.
Nonverbale Kommunikation umfasst alle Signale, die Menschen ohne gesprochene oder geschriebene Worte senden und empfangen, darunter Gestik, Mimik, Körperhaltung, Tonfall, Blickkontakt und räumliches Verhalten. Anders als die verbale Kommunikation vermittelt sie Bedeutung über sichtbare und hörbare Hinweise, die oft unbewusst gesendet werden.
Im beruflichen Kontext beeinflusst nonverbale Kommunikation maßgeblich, wie Botschaften aufgenommen und interpretiert werden:
Verstärkung: Ein zustimmendes Nicken kann gesprochene Worte verstärken.
Abschwächung: Ein abgewandter Blick kann die Wirkung einer Aussage mindern.
Widerspruch: Verschränkte Arme können einer positiven Aussage sogar widersprechen.
Teams, die nonverbale Signale bewusst einsetzen und lesen, reduzieren Missverständnisse, bauen schneller Vertrauen auf und schaffen eine offenere Kommunikationskultur.
Die bekannte Studie von Albert Mehrabian aus dem Jahr 1967 wird häufig so zitiert, dass 93 % der Kommunikation nonverbal seien: 55 % entfallen demnach auf die Körpersprache, 38 % auf den Tonfall und nur 7 % auf die gesprochenen Worte. Diese Zahlen beziehen sich jedoch ausschließlich auf die Vermittlung von Gefühlen und Einstellungen, nicht auf jede Form der Kommunikation.
In ihrer vereinfachten Form können die Ergebnisse irreführend sein. Der tatsächliche Anteil nonverbaler Kommunikation variiert je nach Situation erheblich. In einem persönlichen Gespräch spielen Mimik und Gestik eine größere Rolle als in einem Videocall, und in einer schriftlichen Nachricht fehlen nonverbale Signale fast vollständig.
Auch wenn die genauen Prozentzahlen in der Fachwelt umstritten sind, zeigt die Forschung eindeutig: Nonverbale Signale haben einen erheblichen Einfluss auf die Wirkung einer Botschaft. Wer diese Signale versteht und gezielt einsetzt, kommuniziert überzeugender und vermeidet Missverständnisse.
Wenn Sie die verschiedenen Arten nonverbaler Signale verstehen, können Sie Ihre Botschaft gezielter vermitteln und erkennen, ob sich ein Kollege in einer Situation unwohl fühlt. Die Verbesserung Ihrer nonverbalen Kommunikationsfähigkeiten hilft Ihnen, selbstbewusster aufzutreten und Ihren Körper besser wahrzunehmen.
Die 9 Arten der nonverbalen Kommunikation sind:
Körpersprache: Dieser nonverbale Hinweis bezieht sich auf die Haltung Ihres Körpers. Dazu kann auch Ihre Körperhaltung gehören, z. B. ob Sie nach vorne gebeugt oder aufrecht sitzen. Dinge wie zappeln, die Arme verschränken, an den Fingernägeln kauen und die Beine übereinander schlagen gehören zur körpersprachlichen Form der nonverbalen Kommunikation.
Gesten (Kinesik): Gesten und Körpersprache unterscheiden sich nur geringfügig; Gesten sind in der Regel zielgerichteter, aber auch deutlich stärker kulturell geprägt. Dazu gehören Handgesten wie der Daumen nach oben oder das Ok-Zeichen sowie gängige Verhaltensweisen wie das Achselzucken.
Gesichtsausdrücke: Wie die Gesten sind auch viele Gesichtsausdrücke intentional, wie z. B. Lächeln, Kopfnicken, Kopfschütteln, Stirnrunzeln usw. Wir zeigen jedoch auch unbewusste Gesichtsausdrücke, wenn wir gestresst oder besorgt sind, z. B. weiten sich die Augen, wenn Sie überrascht sind, oder Sie zucken leicht zusammen, wenn Sie ein lautes Geräusch hören.
Augenkontakt: Der Blickkontakt macht einen großen Teil der nonverbalen Kommunikation aus. Allerdings variiert die Bedeutung des Augenkontakts von Kultur zu Kultur. In einigen Kulturen signalisiert mangelnder Augenkontakt Desinteresse; in anderen kann zu viel direkter Augenkontakt Unbehagen auslösen.
Tonfall (Paralinguistik): Ihre Parasprache setzt sich zusammen aus Ihrer Stimme, Ihrem Tonfall, Ihrer Lautstärke, Ihrer Redegeschwindigkeit und Ihrer Sprachkadenz. Sie haben vielleicht schon bemerkt, dass Sie schneller sprechen, wenn Sie nervös sind (wie die meisten Menschen). Oder Sie beginnen unbewusst zu flüstern, wenn Sie ein Geheimnis teilen.
Persönlicher Raum (Proxemik): Bei der nonverbalen Kommunikation geht es nicht nur um Ihre Körperbewegungen, sondern auch darum, wie Sie mit dem Raum um Sie herum interagieren. Der physische Abstand zwischen Ihnen und einer anderen Person kann zum Beispiel etwas über Ihre Beziehung zueinander aussagen. Dieses nonverbale Signal ist ebenfalls in hohem Maße kulturell bedingt; versuchen Sie also, sich an das Verhalten Ihrer Kollegen anzupassen, um unangenehme Situationen zu vermeiden.
Berührung: Auch Berührungen sind eine Form der Kommunikation. Viele Geschäftsleute behaupten zum Beispiel, dass die Art des Händedrucks viel über eine Person aussagt. Wahrscheinlich würden Sie dem CEO Ihres Unternehmens kein High Five geben, Ihrem besten Freund aus der Schulzeit jedoch sehr wohl.
Das Erscheinungsbild: Kleider machen Leute, und jeder hat seinen eigenen Stil. Wenn also einer Ihrer Mitarbeiter anfängt, Kleidung zu tragen, die er normalerweise nicht trägt, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass sich in seinem Leben etwas verändert hat.
Gegenstände: Wie die Kleidung geben auch Gegenstände Aufschluss über den Charakter einer Person, ohne dass diese einen Ton sagen muss. Stellen Sie sich einen Mitarbeiter vor, der seinen persönlichen Terminkalender überallhin mitnimmt. Allein aufgrund des Objekts, das er bei sich trägt, haben Sie automatisch den Eindruck, dass diese Person gut organisiert ist. In der modernen virtuellen Welt verrät der Zoom-Hintergrund viel über eine Person. Welche Objekte hat sie z. B. absichtlich hinter sich platziert, damit sie alle sehen können?
Nonverbale Signale zu erkennen ist eine Sache, sie korrekt zu interpretieren eine andere. Gerade im Arbeitsalltag begegnen uns zahlreiche Gesten, Blicke und Haltungen, die leicht fehlgedeutet werden können. Der folgende Leitfaden hilft Ihnen, die häufigsten nonverbalen Signale im beruflichen Umfeld einzuordnen.
Signal | Mögliche Bedeutung | Worauf Sie achten sollten |
Verschränkte Arme | Abwehrhaltung, Unsicherheit oder Kälte | Kontext beachten, nicht isoliert bewerten |
Direkter Blickkontakt | Interesse, Aufmerksamkeit, Selbstsicherheit | Kulturelle Unterschiede berücksichtigen |
Nicken | Zustimmung, aktives Zuhören | Häufigkeit und Intensität beobachten |
Zurückgelehnter Oberkörper | Entspannung oder Desinteresse | Zusammen mit Mimik bewerten |
Schnelle Sprechgeschwindigkeit | Aufregung, Nervosität, Begeisterung | Üblichen Sprechrhythmus der Person kennen |
Fehlender Blickkontakt | Unsicherheit, Ablenkung, kulturelle Norm | Nicht automatisch als Unehrlichkeit deuten |
Die wichtigste Regel beim Deuten nonverbaler Signale lautet: Betrachten Sie niemals ein einzelnes Signal isoliert. Achten Sie stattdessen auf Signalgruppen, das sogenannte Clusterlesen. Ein verschränkter Arm allein bedeutet wenig; in Kombination mit abgewandtem Blick und monotoner Stimme ergibt sich ein deutlicheres Bild.
Für verteilte Teams gilt: Setzen Sie bewusst auf Videocalls statt reiner Audiogespräche, um nonverbale Hinweise nicht zu verlieren. Tipps zur Remote-Zusammenarbeit helfen dabei, auch auf Distanz effektiv zu kommunizieren. Ein gut strukturiertes Meeting mit eingeschalteter Kamera gibt Ihnen deutlich mehr Informationen als eine Textnachricht.
Nonverbale Signale sind nicht in jeder Kultur gleich. Was in einer Kultur zum Standard gehört, kann in einer anderen als anstößig gelten. In internationalen Teams ist es daher wichtig, sich mit kulturspezifischen Unterschieden vertraut zu machen.
Ein Beispiel: In westlichen Kulturen wird oft ein Händedruck erwartet, wenn man neue Geschäftspartner trifft. In anderen Kulturen ist das nicht üblich. Informieren Sie sich vorab über angemessene nonverbale Verhaltensweisen und den passenden Business-Knigge, um Missverständnisse zu vermeiden. Gerade wenn Sie international verteilte Teams koordinieren, ist ein gemeinsames Verständnis kultureller Normen unerlässlich. Weitere Strategien zur erfolgreichen Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg finden Sie im Asana-Leitfaden zum Koordinieren von Remote-Teams. Entdecken Sie, wie Asana AI Studio Ihre internationale Teamkommunikation unterstützt.
Es gibt zwei Aspekte der nonverbalen Kommunikation, die sich auf Ihre Erfahrungen am Arbeitsplatz auswirken:
Kodierung: Wie Sie nonverbale Signale zeigen, ob absichtlich oder unbewusst.
Dekodierung: Wie Sie die nonverbalen Botschaften anderer Personen interpretieren und verstehen.
Diese 10 Tipps helfen Ihnen, einen Rahmen für die Kodierung und Dekodierung nonverbaler Verhaltensweisen zu schaffen. Beachten Sie dabei, dass keine Teamsituation der anderen gleicht. Wenn Sie tiefer in das Thema Kommunikation am Arbeitsplatz einsteigen möchten, bietet der Asana-Leitfaden zur effektiven Kommunikation am Arbeitsplatz weitere praxisnahe Ansätze. Erfahren Sie, wie Asana AI Studio klare Kommunikationsstrukturen in Ihrem Team schafft.
Die eigenen nonverbalen Signale zu kodieren scheint auf den ersten Blick ganz schön aufwändig, aber eigentlich tun Sie das ständig. Es stimmt, dass einige unserer kodierten nonverbalen Verhaltensweisen zufällig ablaufen, aber viele Gesten und Bewegungen sind absichtlich kodiert. Denken Sie an das Kopfnicken, Augenrollen oder sogar an das Wippen mit dem Fuß, wenn Sie ungeduldig sind.
Probieren Sie diese fünf Tipps aus, um Ihr nonverbales Verhalten gezielter zu kodieren:
Kommunikationsstil berücksichtigen. Es gibt vier Kommunikationsstile, die beschreiben, wie Menschen auf unterschiedliche Weise kommunizieren. Bei Asana legen wir großen Wert darauf, dass Sie lernen, den selbstbewussten und direkten Kommunikationsstil zu verwenden, damit Sie nicht aggressiv oder passiv wirken, auch nicht auf unbewusster Ebene.
Achtsamkeit üben. Die Steigerung der Achtsamkeit ist Teil der Kodierung Ihrer nonverbalen Signale. Wenn Sie sich selbst und Ihre Umgebung besser wahrnehmen, haben Sie mehr Kontrolle über die Signale, die Sie aussenden, sowohl verbal als auch nonverbal.
Stress abbauen. Aufgrund von emotionalem Stress kodieren wir oft ungewollt nonverbale Signale. Wenn Sie müde, überarbeitet oder erschöpft sind, haben Sie weniger geistige Energie, um auf Ihre Kommunikation zu achten. Im Grunde genommen befinden Sie sich im Kampf-oder-Flucht-Modus, was Ihre Fähigkeit zur zielgerichteten Kommunikation einschränkt.
Unbewusste Motive und Gefühle verstehen. Es kann sein, dass Sie aufgrund unbewusster Emotionen nonverbale Signale kodieren, ohne es zu merken. Menschen, die sich bei der Arbeit als inkompetent erachten, distanzieren sich zum Beispiel von ihren Kollegen, ohne es zu merken. Bevor Sie Ihre Verhaltensweisen verbessern können, müssen Sie zunächst die Ursache für diese verstehen.
Am besten persönlich mit Kollegen interagieren. Einer der Nachteile der asynchronen Kommunikation ist, dass Sie nicht in der Lage sind, nonverbale Signale zu kodieren. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Fehlkommunikation oder Missverständnissen. Wenn möglich, sollten Sie ein persönliches Gespräch anstreben, vor allem, wenn Sie konstruktive Kritik üben oder ein brisantes Thema besprechen wollen. Wenn persönliche Treffen nicht möglich sind, helfen durchdachte Konzepte für die Führung auf Distanz. Konkrete Ansätze für die Balance zwischen persönlicher und asynchroner Kommunikation bietet der Asana-Leitfaden zum Führen von Remote-Teams. Testen Sie Asana AI Studio, um Ihre Remote-Kommunikation zu optimieren.
Der zweite Teil der nonverbalen Kommunikation ist das Dekodieren der nonverbalen Signale anderer Personen. Wenn Sie die nonverbalen Signale Ihrer Teammitglieder richtig deuten, können Sie Missverständnisse vermeiden und Ihre Beziehung zueinander verbessern.
Um Ihre Fähigkeit zu verbessern, die nonverbalen Signale anderer zu dekodieren, bieten sich folgende Übungen an:
Emotionale Intelligenz fördern. Der erste Schritt zum Dekodieren jeder Art von Botschaft, ob verbal oder anderweitig, besteht darin, Ihre emotionale Intelligenz zu entwickeln. Emotionale Intelligenz ist die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, zu regulieren und zu verstehen, sowohl bei sich selbst als auch bei anderen.
Aktives Zuhören fördern. Aktives Zuhören bedeutet, dass Sie zuhören, um zu verstehen, was jemand sagt, ohne Ihre Antwort zu planen. Wenn Sie sich im aktiven Zuhören üben, nehmen Sie auf einer tiefergehenden Ebene am Gespräch teil und sind achtsamer, was Ihnen dabei helfen kann, kleine nonverbale Signale aufzugreifen.
Auf Diskrepanzen zwischen wirklichen Gefühlen und dem Gesagten achten. Einer der wichtigsten Aspekte der nonverbalen Kommunikation ist die Fähigkeit, Inhalte zu verstehen, die die andere Person nicht verbal kommuniziert. Ähnlich wie beim Eisbergmodell liegt der größte Teil der Botschaft unter der Oberfläche. Wenn ein Teammitglied beispielsweise behauptet, dass es sich auf ein Projekt freut, dann aber wegschaut und die Arme verschränkt, ist er oder sie vielleicht gar nicht so begeistert. Wenn Sie diese Signale aufgreifen, haben Sie ein besseres Verständnis der Situation, zum Beispiel, ob sich die Person Sorgen um das Projekt macht und ob Sie ihr irgendwie helfen können.
Kulturelle Intelligenz entwickeln. Die Förderung Ihrer kulturellen Intelligenz erhöht Ihr Bewusstsein für die verschiedenen Signale, die Ihre Teammitglieder aussenden. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie eine Führungskraft sind, da Sie die nonverbalen Signale anderer nicht entschlüsseln und fehlinterpretieren sollten.
Im Zweifelsfall lieber nachfragen. Das größte Risiko beim Entschlüsseln nonverbaler Kommunikation besteht darin, eine Annahme zu treffen, die nicht stimmt. Die Conscious Leadership Group (auf Englisch) nennt dies Fakten vs. Geschichten: Fakten sind die objektiven Wahrheiten, die jeder aufgreifen kann, während Geschichten die Annahmen sind, die Sie auf der Grundlage dieser Fakten machen. Wir alle erzählen uns Geschichten, aber zu erkennen und zu klären, ob diese Geschichten wahr sind oder nicht, kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Wer die Prinzipien des Storytellings kennt, erkennt solche Muster schneller.
Nonverbale Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Interaktion am Arbeitsplatz. Ob im persönlichen Gespräch, im Videocall oder in der Präsentation: Ihre Körpersprache, Ihr Tonfall und Ihre Mimik bestimmen mit, wie Ihre Botschaft ankommt. Wer diese Signale bewusst einsetzt und bei anderen richtig liest, verbessert die Zusammenarbeit im gesamten Team.
Gerade in hybriden und verteilten Teams ist es entscheidend, klare Kommunikationsstrukturen zu schaffen. Mit einer Work-Management-Plattform wie Asana schaffen Sie Transparenz, reduzieren Missverständnisse und sorgen dafür, dass alle im Team auf dem gleichen Stand sind, auch wenn nonverbale Signale in der schriftlichen Kommunikation fehlen. Dank über 30 vorgebauter AI Teammates für Bereiche wie Marketing, IT und Operations können wiederkehrende Abstimmungen automatisiert und Kommunikationswege verkürzt werden. Diese AI Teammates arbeiten innerhalb bestehender Berechtigungen und Governance-Strukturen und lassen sich ohne Code individuell anpassen.
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