Top-down-Management vs. Bottom-up-Management: Was ist der Unterschied?

Team Asana – FotoTeam Asana24. August 20217 Minuten Lesezeit
facebooktwitterlinkedin
Top-down-Management – Artikelbannerbild

Zusammenfassung

Beim Top-down-Management werden unternehmensweite Entscheidungen ausschließlich von der obersten Führungsebene getroffen, während beim Bottom-up-Management alle Teams ein Mitspracherecht bei diesen Entscheidungen haben. Im Folgenden werden die Details, Vor- und Nachteile von Top-down- und Bottom-up-Management erläutert.

Je nach Unternehmen können Projektleiter für eine Handvoll Mitarbeiter oder mehrere Teams verantwortlich sein. Da sich Teams in Struktur, Größe und ihren Herausforderungen unterscheiden, muss jeder Projektleiter entscheiden, welche Managementstrategie für ihn am besten ist. 

Die Top-down-Herangehensweise im Management ist eine Strategie, bei der der Entscheidungsfindungsprozess auf höchster Ebene stattfindet und dann dem restlichen Team mitgeteilt wird. Diese Art von Management kann auf Projekt-, Team- oder sogar Unternehmensebene angewendet und an die bestimmten Bedürfnisse einer Gruppe angepasst werden.

Viele Teams entscheiden sich für die Top-down-Herangehensweise, weil sie Unklarheiten beseitigt, Risiken reduziert und die Vorhaben von größeren Teams gut organisiert. Top-down-Management ist jedoch nicht für jeden geeignet. Es kann die Kreativität einschränken und die Problemlösung verlangsamen. Daher ist es möglicherweise nicht die beste Wahl für Teams, die mehr Flexibilität und Reaktionsfähigkeit benötigen.

Nachfolgend besprechen wir die Top-down-Herangehensweise verglichen mit Bottom-up, damit Sie entscheiden können, welche am besten zu Ihrem Führungsstil passt.

Top-down vs. Bottom-up

Was ist die Top-down-Herangehensweise im Management?

Beim Top-down-Managementansatz trifft ein Team- oder Projektleiter Entscheidungen, die dann über eine hierarchische Struktur nach unten weitergegeben werden. Die Führungskräfte sammeln Wissen, analysieren es und ziehen daraus verwertbare Schlussfolgerungen. Anschließend entwickeln sie Prozesse, die dem Rest des Teams mitgeteilt und von diesem umgesetzt werden. Diese Art des Managements wird oft als „Befehl und Kontrolle“ oder „autokratische Führung“ bezeichnet.

Wenn Sie an den Managementprozess denken, denken Sie vermutlich an den Top-down-Ansatz. Traditionelle Branchen wie Einzelhandel, Gesundheitswesen oder Produktion greifen normalerweise auf den Top-down-Managementstil zurück.

Wie die Top-down-Herangehensweise funktioniert

Wenn ein Projekt von oben nach unten angegangen wird, also top-down, beginnen die Entscheidungsträger auf höherer Ebene mit einem übergeordneten Ziel und arbeiten sich zurück, um zu bestimmen, welche Maßnahmen die verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen ergreifen müssen, um dieses Ziel zu erreichen.

Der gesamte Projektplanungsprozess findet auf der Managementebene statt. Sobald ein Aktionsplan erstellt wurde, wird er von den Entscheidungsträgern an das übrige Team weitergegeben, das ihn dann umsetzt (in der Regel ohne viel Spielraum für Anpassungen).

Die Top-down-Herangehensweise kann effektiv sein, weil sie von Projekt zu Projekt gleich bleibt und es den Teams ermöglicht, einen gut eingeübten Prozess zu entwickeln, der mit der Zeit immer effizienter wird. Da der Top-down-Stil so beständig und zuverlässig ist, entscheiden sich viele Unternehmen (z. B. IBM, die New York Times und andere alteingesessene Organisationen) dafür, ihr gesamtes Unternehmen nach dieser Herangehensweise zu führen.

Wann man die Top-down-Herangehensweise einsetzen sollte

Heutzutage wenden nur sehr wenige Unternehmen einen reinen Top-down-Ansatz im Management an. Die meisten Teams benutzen einen hybriden Ansatz, der auf einen Mix aus Top-down- und Bottom-up-Managementstilen zurückgreift. 

Die Top-down-Herangehensweise ist starrer und strukturierter, so dass Teams mit mehreren Unterteams, vielen verschiedenen Projektteilen oder anderen Faktoren, welche die Organisation von Prozessen erschweren, von Ansätzen der Top-down-Methode profitieren. Kleinere Teams oder Teams mit einem engeren Projektfokus haben eher die Möglichkeit, sich stärker auf den Bottom-up-Stil zu stützen.

Vorteile des Top-down-Managements

Der Top-down-Managementstil hat auch Vorteile, besonders für größere Teams, die aus mehreren kleineren Teams bestehen oder Gruppen, die in einer größeren Unternehmenshierarchie zusammenarbeiten.

Vorteile des Top-down-Managements

Bekannter Managementstil

Der Top-down-Managementstil ist sehr weit verbreitet, das heißt, die Lernkurve für neue Mitarbeiter ist geringer, wenn sie von einem Unternehmen kommen, das auch diese Struktur verwendet. Als Teamleiter können Sie Ihren neuen Teammitgliedern helfen, sich schneller einzuleben, indem Sie bekannte Elemente der Top-down-Methode in Ihren Managementstil einarbeiten.

Mehr Klarheit

Der Top-down-Ansatz führt zu klaren, gut organisierten Prozessen, die wenig Raum für Verwirrung lassen. Da alle Entscheidungen an einer Stelle getroffen werden und die gesamte Kommunikation in eine Richtung läuft, kommt es seltener als bei anderen Managementstilen zu Verwechslungen und Missverständnissen.

Klare Zuständigkeiten

Wenn Probleme oder Mängel auftreten, lassen sie sich dank des Top-down-Managementansatzes leicht bis zu ihrer Ursache zurückverfolgen. Mit klar definierten Teams, die jeweils ihre eigenen Zuständigkeiten haben, ist es einfacher, Probleme schnell und effizient zu finden, zu identifizieren und zu lösen.

Schnellere Umsetzung

Da der Entscheidungsfindungsprozess auf nur einer Managementebene stattfindet, können Entscheidungen viel schneller getroffen, mitgeteilt und umgesetzt werden als Entscheidungen, die den Input mehrerer Führungskräfte oder Projektbeteiligter erfordern.

Nachteile des Top-down-Managements

Obwohl die Top-down-Methode Vorteile bringt, gibt es auch Nachteile dabei, wie sich die Herangehensweise auf einzelne Teammitglieder und die gesamte Teammoral auswirkt.

Nachteile des Top-down-Managements

Mehr Belastung für Führungskräfte

Da alle Entscheidungen an der Spitze getroffen werden, können unpassende Projektmanager den Erfolg des Teams stark beeinflussen. Viele Prozessprobleme sind nur auf der unteren Ebene sichtbar. Projektmanager, die es versäumen, vor Entscheidungen Feedback von einzelnen Teammitgliedern einzuholen, können unbeabsichtigt erhebliche Probleme, Verzögerungen und Verluste verursachen.

Weniger Kreativität

Da die gesamte Kommunikation von den Führungskräften zu den Teammitgliedern verläuft und wenig Raum für Dialog bleibt, bietet der Top-down-Ansatz weniger Möglichkeiten für eine kreative Zusammenarbeit. Eine geringere abteilungsübergreifende Zusammenarbeit kann auch dazu führen, dass neue Perspektiven verhindert und Innovationen im Keim erstickt werden.

Weniger Teamengagement

Eine Herausforderung des Top-down-Managementansatzes besteht darin, dass er proaktive Arbeit erfordert, damit sich die Teammitglieder, die keine Führungskräfte sind, einbezogen, vernetzt und respektiert fühlen. Wenn alle Entscheidungen an der Spitze getroffen werden, könnten die Teammitglieder das Gefühl haben, dass ihr Feedback und ihre Meinung nicht geschätzt werden.

Größere Distanz zwischen Entscheidungsträgern und Entscheidungen

Während bei der Bottom-up-Herangehensweise die Entscheidungen von denselben Personen getroffen werden können, die direkt an einem Projekt arbeiten, schafft der Top-down-Managementstil eine gewisse Distanz zwischen dem Team und den Entscheidungsträgern. Dies kann zu unzureichend informierten Entscheidungen führen, wenn die Leitung nicht um Input oder Feedback von ihrem Projektteam bittet.  

Wie funktioniert Bottom-Up-Management?

Wenn Projektziele von unten nach oben angegangen werden, also „bottom up“, arbeitet ein Team auf allen Ebenen zusammen, um zu bestimmen, welche Schritte zum Erreichen der Gesamtziele unternommen werden müssen. Die Bottom-up-Herangehensweise ist neuer und flexibler als die formellere Top-down-Strategie, weshalb sie häufiger in Branchen anzutreffen ist, in denen Veränderungen und Innovationen Priorität haben. 

Beispiele des Bottom-Up-Managements:

  • Hybride OKRs: Übergeordnete Ziele werden auf Unternehmensebene festgelegt, aber die KRs (Schlüsselergebnisse) werden von Teams und Einzelpersonen festgelegt.

  • Scrum-Teams: Die tägliche Besprechung bringt das gesamte Team zusammen, um sich gemeinsam abzustimmen. 

  • Demokratisches Management: Die Führungskräfte arbeiten mit den Teammitgliedern zusammen, um festzulegen, welche Entscheidungen auf jeder Ebene getroffen werden sollen, was eine bessere Zusammenarbeit ermöglicht und gleichzeitig die Struktur aufrechterhält.

Arbeitspensum-Verwaltung mit Asana – jetzt kostenlos ausprobieren

Vorteile des Bottom-Up-Managements

Der Bottom-up-Managementstil löst viele der Probleme, die mit der Top-down-Herangehensweise einhergehen. Dieser Ansatz hat Vorteile und eignet sich hervorragend für kreative Teams und Branchen, in denen Zusammenarbeit eine wichtige Rolle spielt, wie z. B. Softwareentwicklung, Produktdesign und viele weitere.

Vorteile des Bottom-Up-Managements

Informiertere Entscheidungen

In gemeinschaftlichen Umgebungen können diejenigen, die direkt an Projekten arbeiten und das Projektmanagement beaufsichtigen, über die Entscheidungen sprechen, die sich auf ihre künftige Arbeit auswirken werden. Vorgesetzte arbeiten direkt mit den Teammitgliedern zusammen, um eine Vorgehensweise festzulegen. Dadurch werden potenzielle Probleme im Prozess vermieden, die entstehen könnten, wenn Entscheidungen ohne den Input des Teams getroffen werden.

Bessere Moral im Team

Die Bottom-Up-Herangehensweise fördert die Akzeptanz der Teammitglieder, da jeder die Möglichkeit hat, Entscheidungen zu beeinflussen, egal ob Senior- oder Junior-Position. Sie erleichtert auch die Beziehungen zwischen den Kollegen, da sie Mitgliedern aller Dienststufen die gleiche Möglichkeit bietet, die Projektergebnisse zu beeinflussen. Auf diese Weise erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich alle Mitglieder für den Erfolg des Teams einsetzen.

Lesenswert: Wie sich Teammoral auf die Leistung der Mitarbeiter auswirkt

Mehr Raum für Kreativität

Bei Top-down-Prozessen gibt es weniger Möglichkeiten für Teams, Input zu geben oder Vorschläge zu machen. Kollaborative Ansätze wie der Bottom-up-Ansatz hingegen schaffen Möglichkeiten für Feedback, Brainstorming und konstruktive Kritik, die häufig zu besseren Systemen und Ergebnissen führen.

Nachteile des Bottom-Up-Managements

Natürlich gibt es einen Grund, warum die Bottom-Up-Herangehensweise nicht öfter eingesetzt wird: Sie bringt einige Herausforderungen mit sich, die sie mit bestimmten Arten von Teams, Projekten und Branchen inkompatibel machen.

Nachteile des Bottom-Up-Managements

Geringere Dynamik

Ein reiner Bottom-Up-Ansatz zur Lösung eines Problems kann dazu führen, dass „zu viele Köche in der Küche stehen“. Wenn alle Mitglieder einer Gruppe zur Mitarbeit aufgefordert werden, kann es schwieriger sein, zu einer Entscheidung zu gelangen, und infolgedessen können sich Prozesse verlangsamen. 

Wie Sie das vermeiden können: Ziehen Sie in Erwägung, ein bis zwei Gruppenleiter zu bestimmen, die alle Meinungen berücksichtigen und dann auf der Grundlage des Feedbacks eine Entscheidung treffen. 

Änderung in der Teamdynamik

Es ist zwar wichtig, Teammitgliedern die Möglichkeit für Feedback zu geben, aber nicht jeder fühlt sich dabei wohl – vor allem nicht, wenn eine Führungskraft dabei ist. Denken Sie daran, dass jeder Mensch seine eigene Arbeitsweise hat und dass ein zu starkes Drängen auf Feedback die Ehrlichkeit oder Kreativität mindern könnte. 

Wie Sie das vermeiden können: Bieten Sie den Teammitgliedern verschiedene Möglichkeiten zur Meinungsäußerung, wie etwa in Kleingruppen, in Einzelgesprächen oder in vierteljährlichen anonymen Umfragen. Ermutigen Sie die älteren Teammitglieder, Wege zu finden, um das Eis bei neuen Mitarbeitern zu brechen, damit sich alle Beteiligten wohl fühlen.

Mangel an allgemeiner Übersicht

In vielerlei Hinsicht ist es sinnvoll, dass Projektentscheidungen auf Projektebene getroffen werden. Dennoch werden Projekte von übergeordneten Faktoren wie Unternehmenszielen, Budget, Prognosen und Metriken beeinflusst, die auf Teamebene nicht immer verfügbar sind. Prozesse, die von unten nach oben konzipiert wurden, können Lücken aufweisen, die sich aus dem fehlenden Zugang zu den Erkenntnissen der oberen Führungsebene ergeben.

Wie Sie das vermeiden können: Erstellen Sie einen Kommunikationsprozess, der die Weitergabe von Informationen der Unternehmensebene an Teamleiter beinhaltet, wenn diese für Entscheidungen auf Projektebene relevant sein könnten. Als Teamleiter können Sie die Informationen nach eigenem Ermessen an Ihr Team weitergeben, um sicherzustellen, dass die Entscheidungen des Teams mit den unternehmensweiten Positionen und Zielen übereinstimmen.

Tipps für das Management funktionsübergreifender Teams

Der Schlüssel zur Umsetzung eines funktionierenden Managementkonzepts liegt darin, in Ihre Mitarbeiter genauso viel zu investieren wie in Ihre Prozesse. Die Herausforderungen des Top-down-Managementansatzes können gemildert oder sogar ganz beseitigt werden, wenn die Personen an der Spitze des Prozesses nicht nur gute Manager, sondern auch Führungskräfte sind. 

Lesenswert: Führung vs. Management: Wo liegt der Unterschied?

Kontakte außerhalb des Führungsteams herstellen

Da die prozessbezogene Kommunikation in Top-down-Unternehmen von oberer zu unterer Ebene verläuft, kann es schnell passieren, dass der Informationsaustausch mit Einzelpersonen und Gruppen unterbrochen wird und sie sich dadurch ausgeschlossen fühlen. Schaffen Sie Möglichkeiten zur Kommunikation über Abteilungen, Teams, Führungsebenen und sogar geografische Standorte hinweg, um sicherzustellen, dass Ihre Teammitglieder Beziehungen zueinander aufbauen können.

Teamübergreifende Kommunikation fördern

Unabhängig davon, ob Ihr Team einen Top-down- oder Bottom-up-Ansatz verfolgt, sollten Sie gezielte Gelegenheiten für die Zusammenarbeit von Teams schaffen, die normalerweise nicht zusammenarbeiten. Auch wenn sie nicht zu Ihren täglichen Abläufen gehören, können diese zusätzlichen Brainstormings für mehr Kreativität sorgen, Kontakte fördern und zu kreativen Lösungen führen, die später umgesetzt werden und von denen alle profitieren können.

Zusätzliche Feedbackmöglichkeiten bereitstellen

Teammitglieder, die nicht der Führungsebene angehören, fühlen sich möglicherweise weniger beteiligt, wenn ihre Meinungen und Perspektiven von den Entscheidungsträgern an der Spitze nicht berücksichtigt werden. Bauen Sie neue Kanäle für Bottom-Up-Feedback auf, um nicht nur die Akzeptanz bei den Teammitgliedern der unteren Ebenen zu erhöhen, sondern auch den Entscheidungsträgern wertvolle Einblicke in Lücken oder Probleme mit Prozessen zu geben.

Gutes Management ist eine Frage der Ausgewogenheit

Effektive Führungskräfte wissen, wie sie die Effizienz des Top-down-Ansatzes mit den kooperativen und kreativen Vorteilen des gesamten Teams in Einklang bringen können. 

Indem Sie Elemente verschiedener Managementstile miteinander kombinieren, können Sie einen Ansatz finden, der für Sie und Ihr Team am besten geeignet ist. Sobald Sie sich für den richtigen Ansatz entschieden haben, können Sie für effizientes Workflowmanagement sorgen. 

Testen Sie Asanas Workflowmanagement-Software, um Workflows und Kommunikation Ihres Teams an einem Ort zu erstellen und nachzuverfolgen. 

Workflow-Management-Software von Asana – jetzt ausprobieren

Weitere Ressourcen

Artikel

Self-management: 7 skills to become a better leader