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Bevor Sie Zeit, Geld und Energie in ein Projekt stecken, ist es sinnvoll zu recherchieren, ob es sich bei Ihrer Idee um eine lohnenswerte Investition handelt, genauso wie Sie beim Autokauf sicherstellen, dass der Motor läuft, bevor Sie dem Händler das Geld in die Hand drücken. Wenn Sie sich also die Zeit nehmen, Ideen und Entscheidungen auf die Probe zu stellen, bevor Sie sich darauf festlegen, werden Sie besser entscheiden und weniger bereuen.
Ein Proof of Concept (POC) ist die Machbarkeitsstudie, die Sie durchführen, bevor Sie sich auf ein Projekt oder eine Idee festlegen. Ein POC kann Kunden oder Produktteams zeigen, warum eine Idee wirklich Sinn macht. In diesem Beitrag erläutern wir, wie Sie einen solchen Machbarkeitsnachweis verfassen und warum diese Präsentation sowohl für die Projekt, als auch die Produktentwicklung nützlich ist.
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Eine Vorlage für Projektabschätzungen erstellenEin Proof of Concept (POC) ist ein Machbarkeitsnachweis, mit dem Sie prüfen, ob eine Idee, ein Produkt oder eine Methode in der Praxis funktioniert. Er zeigt Beteiligten und Investoren, dass Ihr Vorhaben realisierbar ist, bevor Sie größere Ressourcen investieren.
Viele verschiedene Branchen verwenden Proofs of Concept in ihren Entwicklungsprozessen, da sie Projektrisiken reduzieren und Entscheidungsträgern wertvolle Einsichten in die Vorteile eines Projekts bieten. Auch für Start-Ups kann ein Proof of Concept sinnvoll sein, da dadurch die finanzielle Durchführbarkeit einer Idee aufgezeigt wird.
Aber Sie benötigen nicht für jedes Ihrer Projekte einen eigenen Machbarkeitsnachweis, da nicht jedes Projekt aus einer neuen Idee entsteht.
Testen Sie Asana für das ProjektmanagementDas Prinzip hinter dem Proof of Concept gibt es schon seit geraumer Zeit, denn der Begriff wird bereits seit 1967 verwendet. Die ersten Aufzeichnungen darüber finden sich 1969 bei einer Anhörung des Committee on Science and Astronautics. Auch in der Magazinkolumne 1989 von Bruce Carsten findet man eine erste Definition über den Begriff Proof of Concept.
Ein Proof of Concept schafft eine belastbare Grundlage für Entscheidungen. Statt Annahmen nur zu diskutieren, prüfen Sie einen Ansatz in einem klar begrenzten Rahmen und gewinnen damit verwertbare Erkenntnisse für die nächsten Schritte.
Das ist besonders hilfreich, wenn mehrere Lösungswege infrage kommen, wenn Beteiligte unterschiedliche Erwartungen haben oder wenn eine Investition erst nach einem Praxistest freigegeben werden soll.
Sie priorisieren Ideen auf Basis von Erkenntnissen statt Vermutungen.
Sie erkennen offene Fragen früh und vermeiden spätere Nacharbeit.
Sie schaffen eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage für Team, Führungskräfte und andere Beteiligte.
Ein Proof of Concept ist dann am wertvollsten, wenn Sie neue Produkte, Methoden oder Theorien entwickeln, für die es in Ihrer Branche noch keinen Präzedenzfall gibt. Möglicherweise ist ein Proof of Concept erforderlich, wenn Sie:
Eine neue Projektidee entwickeln: Falls Sie an einem neuen Produkt oder Verfahren arbeiten, das so noch nie in Angriff genommen wurde, wird ein Proof of Concept als Ihr Pilotprojekt dienen. Wenn Ihnen keine früheren Vergleichsfälle zur Verfügung stehen, werden Sie Ihre Idee auf die Probe stellen und sicherstellen müssen, dass sie in der Realität Sinn macht.
Ein Projekt um eine neue Funktion erweitern: Wenn Sie ein Projekt um eine neue Funktion erweitern, wird aus dem bereits vorhandenen Projekt etwas Neues. Falls Sie die neu zum Projekt hinzugefügte Funktion erfunden haben, sollten Sie einen Proof of Concept verwenden, um sicherzustellen, dass die Funktion sich nicht negativ auf die Funktionalität des Projekts auswirken wird.
Ein Proof of Concept als Machbarkeitsnachweis ist möglicherweise unnötig, wenn Sie Ihr Projekt nicht um eine neue Idee oder Funktion erweitern. Mithilfe von Marktforschungsergebnissen können Sie bestimmen, ob für das vorliegende Projekt ein Präzedenzfall existiert. Falls dies der Fall ist, stützen Sie sich auf die Daten statt auf den POC.
Ein guter Proof of Concept ist kein langes Konzeptpapier, sondern ein klar abgegrenzter Prüfauftrag. Damit andere Ihre Ergebnisse schnell einordnen können, sollte das Dokument wenige, aber konkrete Bestandteile enthalten.
Ausgangsfrage: Welches Problem oder welche Annahme soll geprüft werden?
Umfang: Was wird getestet, und was ausdrücklich nicht?
Erfolgskriterien: Woran erkennen Sie, ob der Test erfolgreich war?
Ressourcen: Wer arbeitet mit, welche Systeme werden benötigt, und welcher Zeitraum ist vorgesehen?
Auswertung: Wie werden Beobachtungen, Feedback und Ergebnisse festgehalten?
Ein Proof of Concept ist ein Pilotprojekt. Während seiner Durchführung werden Sie die von Ihnen unternommenen Schritte umreißen und eine Übersicht über Ihre gewonnenen Erkenntnisse erstellen. Fassen Sie Ihre Recherche anschließend in einem zweckdienlichen Dokument zusammen, um Ihre Chancen zu steigern, eine Finanzierung oder Genehmigung seitens der Entscheidungsträger zu sichern und den notwendigen Erfolgsnachweis zu erbringen.
Befolgen Sie diese fünf Schritte, um einen erfolgreichen Proof of Concept durchzuführen und zu verfassen.
Die Definition Ihrer Geschäftsidee mag Ihnen als ein offensichtlicher Bestandteil des Entwicklungsprozesses erscheinen. Aber dazu gehört mehr, als nur Ihre Idee in Worte zu fassen. In diesem einleitenden Schritt sollten Sie:
Recherchieren, um die Probleme Ihrer Zielgruppe zu identifizieren und zu demonstrieren, wie Ihre Idee diese Punkte angehen wird.
Erklären, wie Sie Ihre Idee umsetzen werden.
Formulieren, was Ihre Idee langfristig bewirken wird.
Wenn Sie Ihren Proof of Concept mit einer klar definierten Idee beginnen, können Ihre wichtigen Beteiligten und Investoren den Rest der Präsentation mit Leichtigkeit verfolgen.
Nachdem Sie Ihre Idee beschrieben haben, legen Sie fest, wie Sie den Erfolg messen werden. Nutzen Sie relevante Erfolgskennzahlen, um die Machbarkeit in Ihrem Zielmarkt zu belegen.
Typische Kennzahlen für einen POC sind:
Return on Investment (ROI): Welcher Ertrag ist im Verhältnis zum Aufwand zu erwarten?
Risikowahrscheinlichkeit: Wie hoch ist das Risiko bei der Umsetzung?
Nutzerakzeptanz: Wie reagiert die Zielgruppe auf das Konzept?
Nachdem Sie Ihre KPIs festgelegt haben, ist es an der Zeit, Ihr Testprojekt auszuführen. Dieser Teil des Machbarkeitsnachweises ähnelt einem Prototypen, da Sie ein funktionstüchtiges Modell Ihres Produkts oder Ergebnisses erstellen.
Führen Sie dieses Modell Testgruppen aus Ihrem Zielpublikum vor und prüfen Sie, ob das Produkt die Probleme der Teilnehmer löst. Dieses Modell wird nicht mit Beteiligten oder Investoren geteilt, sie müssen ihm also nicht den letzten Schliff verleihen, wie Sie es für das Endprodukt tun würden.
Ein Prototyp stellt in den meisten Fällen einen guten Mittelweg dar. So gehen Sie kein allzu großes Risiko ein und Sie bekommen dadurch auch wertvolles Feedback der Zielgruppe. Allerdings gäbe es auch noch zwei weitere Methoden, die wir hier anführen möchten:
Risikoreich: Sie könnten auch sofort ein Start-Up gründen und ein Produkt ohne weitere Tests auf den Markt bringen. Dadurch bekommen Sie die besten Informationen über den Erfolg oder Misserfolg, da Sie schon am echten Markt agieren. Natürlich birgt dies ein Risiko, das beachtet werden sollte.
Risikoarm: Möchten Sie komplett auf Nummer sicher gehen? Dann könnte es zu Beginn auch reichen, nur Befragungen durchzuführen und Marktforschung zu betreiben. Die Frage ist hierbei, ob Investorinnen und Investoren nur anhand von Marktanalysen investieren werden.
Während Sie Ihr Arbeitsmodell testen, sollten Sie Feedback durch eine Zielgruppenbefragung sammeln, dazu gehören sämtliche Reaktionen, Vergleiche und detaillierte Kommentare bezüglich des Preises oder anderer Funktionen. Erfassen Sie diese Informationen und vergleichen Sie die relevanten Daten mit Ihren Erfolgskennzahlen.
Ein Proof of Concept kann Ihnen definitiv dabei helfen, Chancen und Risiken zu identifizieren. Es zeigt, ob ein Konzept den Anforderungen der Zielgruppe entspricht und wo noch Optimierungen durchgeführt werden können. Auch Risiken und kritische Probleme wie Sicherheitslücken lassen sich dadurch erkennen.
Diese Daten zeigen, was Ihre Nutzer denken, aber verbale und nonverbale Kommunikation liefert Einblicke, die Zahlen allein nicht bieten. Achten Sie auf Körpersprache, Tonfall und offene Kommentare, um Problempunkte Ihres Projekts frühzeitig zu erkennen.
Halten Sie Benutzerfeedback in Ihrer gemeinsamen Projektmanagement-Software fest, damit Ihr Team während des gesamten Projektlebenszyklus jederzeit darauf zurückgreifen kann.
Kostenlose Vorlage für KundenfeedbackNun haben Sie bewiesen, dass Ihre Idee machbar ist, aber zum letzten Schritt Ihres Proof of Concept gehört, dass Sie am Ende auch die wichtigsten Beteiligten davon überzeugen. Dazu basieren Sie Ihre POC-Präsentation am besten auf den Problemen, die Ihr Projekt lösen wird, und demonstrieren, wie Ihre Zielgruppe davon profitiert. Wenn Sie Ihren Proof of Concept vorstellen, sollten Sie sich nicht auf die geplanten Funktionen und Ergebnisse konzentrieren, sondern hervorheben, wie Ihre Idee die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe erfüllt.
Ein Proof of Concept sollte den langfristigen Nutzen Ihrer Idee erläutern. Wenn Sie Ihr Projekt präsentieren, sollten Sie das zu lösende Problem definieren und die spezifischen Problempunkte umreißen, die Ihre Idee angeht. Bei den Ergebnissen handelt es sich darum, wie Sie diese Problempunkte beheben werden. Sie sollten diese jedoch als Tools betrachten, die Ihnen beim Erreichen Ihrer generellen Ziele helfen werden.
Begriffe wie Proof of Concept, Prototyp und Minimum Viable Product (MVP) werden oftmals synonym verwendet. All diese Bezeichnungen beziehen sich auf die Produktentwicklung, unterscheiden sich aber in einigen wichtigen Merkmalen.
Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede:
Merkmal | Proof of Concept | Prototyp | MVP |
Ziel | Machbarkeit prüfen | Design und Funktion zeigen | Marktfähigkeit testen |
Dauer | Tage bis Wochen | Wochen | Monate |
Zielgruppe | Beteiligte, Investoren | Beteiligte, kleine Testgruppe | Endverbraucher |
Reifegrad | Konzeptnachweis | Funktionsmodell | Marktreife Version |
Der Proof of Concept testet Ihr Produkt oder Ihre Idee auf einer grundlegenden Ebene, während der Prototyp Ihre Idee zum Leben erweckt, damit Sie sie mit anderen teilen können. Beim MVP handelt es sich um Ihren Prototypen im Endstadium, kurz bevor Sie Ihr Produkt oder Ihre Idee dem Endverbraucher an die Hand geben.
Kostenlose Vorlage für die NutzerforschungPraxisbeispiele zeigen am schnellsten, wie unterschiedlich ein Proof of Concept aussehen kann. Entscheidend ist nicht die Form, sondern dass Sie eine klar abgegrenzte Frage unter realistischen Bedingungen testen.
Ein Team kann einen Proof of Concept nutzen, um eine neue Plattform zunächst in kleinem Rahmen zu erproben. So lässt sich prüfen, wie gut sich bestehende Arbeit übertragen lässt, wie schnell Mitarbeitende das Tool annehmen und welche Abläufe noch angepasst werden müssen.
FIEC, eine brasilianische Industrieföderation mit über 1.400 Mitarbeitenden in mehr als 40 Verbänden, stand vor einer konkreten Herausforderung: Arbeit war über verschiedene Tools verteilt, Führungskräfte hatten keinen einheitlichen Blick auf den Fortschritt, und die Zusammenarbeit zwischen den Teams war schwer nachvollziehbar.
Um diese Probleme zu lösen, führte FIEC Asana zunächst bewusst in kleinem Rahmen ein. Laufende Projekte wurden in die Plattform überführt, Mitarbeitende nahmen an Schulungen teil, und das Team sammelte früh Rückmeldungen aus der täglichen Arbeit.
In den ersten sechs Monaten begannen über 580 Personen aus mehr als 147 Teams, ihre Arbeit in Asana zu verwalten, mit über 800 Projekten und 70.000 Aufgaben. Der praktische Nutzen zeigte sich in mehreren Bereichen:
Bessere Zusammenarbeit: Teams arbeiteten abgestimmter, auch standortübergreifend.
Klarere Arbeitsabläufe: Standardisierte Prozesse erleichterten das Onboarding.
Mehr Transparenz: Führungskräfte und Kunden konnten den Fortschritt in Echtzeit verfolgen.
Der schrittweise Ansatz von FIEC zeigt, wie ein Proof of Concept bei der Einführung neuer Plattformen dazu beiträgt, Risiken gering zu halten und Entscheidungen auf einer soliden Grundlage zu treffen.
Wie FIEC zeigt, lässt sich mit einem strukturierten Vorgehen schnell Klarheit gewinnen. Möchten Sie Ihren eigenen POC ebenso strukturiert angehen, können Sie Asana für das Projektmanagement nutzen, um Teams, Aufgaben und Ergebnisse von Anfang an übersichtlich zu verwalten.
Auch ein gut geplanter Proof of Concept kann scheitern, wenn der Test zu groß angelegt ist oder die Erwartungen unklar bleiben. Häufig liegt das Problem nicht in der Idee selbst, sondern im Aufbau des Tests.
Zu großer Umfang: Wenn zu viele Funktionen gleichzeitig geprüft werden, wird das Ergebnis schwer auswertbar.
Unklare Erfolgskriterien: Ohne vorher festgelegte Maßstäbe bleibt offen, wie der Test zu bewerten ist.
Unpassende Testgruppe: Feedback hilft nur dann, wenn die beteiligten Personen die spätere Nutzung realistisch abbilden.
Fehlende Abstimmung: Wenn wichtige Beteiligte erst am Ende eingebunden werden, fehlt oft die Grundlage für eine schnelle Entscheidung.
Halten Sie den Rahmen deshalb bewusst klein, dokumentieren Sie Annahmen früh, und besprechen Sie schon vor dem Start, wie über die Ergebnisse entschieden wird.
Ein guter Proof of Concept beantwortet nicht nur die Frage, ob ein Ansatz tragfähig ist, sondern schafft auch Klarheit über die nächsten Schritte. Mit klaren Verantwortlichkeiten und einem gemeinsamen Blick auf den Fortschritt steuern Sie Ihren POC strukturiert zum Ziel.
Um Ihre Projektidee überzeugend zu präsentieren, hilft ein solider Projektmanagementplan. Mit Projektmanagement-Software legen Sie früh einen Team-Workflow fest und vermeiden doppelte Arbeit.
Testen Sie Asana für das ProjektmanagementNach einem erfolgreichen POC entscheiden Sie, ob ein Prototyp, ein Pilotprojekt oder die breitere Umsetzung folgt, oder ob der Ansatz verworfen wird.
Die Kosten hängen vom Umfang, den beteiligten Personen und den verwendeten Systemen ab, ein klar begrenzter Test kostet deutlich weniger als ein Vorhaben mit mehreren Teams oder technischen Abhängigkeiten.
Ein POC dauert typischerweise Tage bis wenige Wochen, entscheidend ist eine klare Fragestellung und die Möglichkeit, Ergebnisse direkt auszuwerten.
Typischerweise brauchen Sie eine verantwortliche Person, ein kleines Umsetzungsteam, Nutzerinnen und Nutzer für Feedback sowie Entscheider für die Freigabe der nächsten Schritte.
Wenn Sie Ihren nächsten Proof of Concept strukturiert planen und gemeinsam umsetzen möchten, können Sie jetzt beginnen.