Management by Objectives: Erklärung, Vorteile und Nachteile!

Team Asana – FotoTeam Asana23. Juni 20224 Minuten Lesezeit
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Zusammenfassung

Management by Objectives (Akronym: MBO) ist ein strategischer Ansatz zur Steigerung der Unternehmensleistung, bei dem Unternehmens- und Teamziele aufeinander abgestimmt werden. In diesem Artikel erläutern wir, wie der MBO-Prozess funktioniert und welche Vor- und Nachteile der Einsatz des MBO-Modells mit sich bringt.

Update: Im neuen Update sind wir für Sie näher auf den Unterschied zwischen verschiedenen Management by - Führungsstilen eingegangen.

Erfolg beruht auf Zusammenarbeit – als Projektmanager wissen Sie das aus eigener Erfahrung. Sie verlassen sich bei der Durchführung von Projekten auf Ihr Team. Auch Unternehmen verlassen sich auf das Kollektiv, um ihre Ziele zu erreichen. Doch wie bleiben die Teammitglieder motiviert, um auf die Ziele anderer hinzuarbeiten?

Laut Definition ist Management by Objectives (MBO) ist eine Führungsmethode zur Steigerung der Unternehmensleistung, bei dem Unternehmens- und Teamziele aufeinander abgestimmt werden. In diesem Artikel erläutern wir, wie der MBO-Prozess funktioniert, und besprechen Vor- und Nachteile beim Einsatz des Management by Objectives-Modells.

Wie funktioniert Management by Objectives?

Management by Objectives (MBO), auf Deutsch ”Führung durch Zielvereinbarung”, stimmt die vereinbarten Ziele der einzelnen Mitarbeiter auf die Unternehmensziele ab, so dass sich die Teammitglieder bei der Arbeit motiviert und eingebunden fühlen. Das Management by Objectives-Modell wurde erstmals von Peter Drucker in seinem 1954 erschienenen Buch „Die Praxis des Managements“ vorgestellt. Peter F. Drucker konzentriert sich auch auf die Überwachung der Leistung von Teammitgliedern mithilfe von Tools zur Berichterstattung und Leistungsbeurteilungen.

Was ist Management by Objectives?

Management by Objectives verwendet objektive Standards, um die Leistung der Teammitglieder und des gesamten Unternehmens sowie den Grad der Zielerreichung zu messen. Objektive Standards legen fest, was in einer Vereinbarung fair, angemessen oder akzeptabel ist. Sie können diese Standards verwenden, um die Produktivität der Teammitglieder zu bewerten und Verbesserungspotenzial innerhalb des Teams zu ermitteln. Management by Objectives funktioniert, weil sich das Management und die Teammitglieder im Rahmen des Prozesses auf diese objektiven Standards verständigen.

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Management by Objectives vs. Management by Exception vs. Management by Delegation

Insgesamt gibt es nach dem Management by - Konzept fünf verschiedene Führungsmodelle, wie etwa Management by Delegation, Exception oder Objectives. Dabei werden diese drei Begriffe oft miteinander verwechselt und deshalb gehen wir hier kurz auf den Unterschied ein.

  • Management by Objectives: Bei MbO geht es hauptsächlich darum, dass zwischen Führungskräften und Mitarbeitern gemeinsam Ziele ausgearbeitet werden. Eine komplette Delegation dieser Aufgaben wird hier nicht angewendet.

  • Management by Exception: Bei MbE geht es um das Führen nach dem Ausnahmeprinzip. So werden Mitarbeitern vorgegebene Spielräume zugeteilt, in welchen sie frei agieren und Entscheidungen treffen dürfen. Die Führungskräfte greifen nur ein, wenn dieser Spielraum überschritten wird.

  • Management by Delegation: Bei MbD werden lediglich kleinere Aufgaben an Mitarbeiter übertragen, sodass die Führungskräfte entlastet sind. Wenn es um andere Aufgaben geht als Routinetätigkeiten entscheiden jedoch weiterhin die Führungskräfte.

Der Management by Objectives-Prozess in 5 Schritten

Die MBO-Methode besteht aus fünf Schritten. Zur Umsetzung dieses Prozesses gehört die Erstellung von Unternehmenszielen und die Umwandlung dieser Ziele in eine Reihe von individuellen Zielen, die die Teammitglieder verfolgen können.

Der MBO-Prozess in 5 Schritten

1. Unternehmensziele definieren

Zunächst gilt es, Ihre Unternehmensziele auf Führungsebene zu definieren. Als Projektmanager kann es Ihre Aufgabe sein, die Unternehmensziele mitzugestalten oder sie Ihrem Team in verständlicher Form zu vermitteln. Sie können eine Vorlage für Unternehmensziele verwenden, um Ihre spezifischen Ziele in dieser Phase zu strukturieren.

Vorlage für Unternehmensziele und -ergebnisse

2. Ziele an Teammitglieder kommunizieren

Nachdem Sie die Unternehmensziele definiert haben, übersetzen Sie diese mit einem Top-down-Ansatz in Einzelziele für jedes Teammitglied. Dazu sollten Sie mit jedem Mitarbeiter ein Zielvereinbarungsgespräch führen. Stellen Sie sicher, dass Sie SMART-Ziele verwenden, um dafür zu sorgen, dass die Ziele Ihrer Teammitglieder spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sind.

Wenn die persönlichen Ziele der Teammitglieder zu den größeren Unternehmenszielen beitragen, verstehen Ihre Kollegen besser, welchen Beitrag sie im Unternehmen leisten. Unseren Untersuchungen zufolge haben nur 26 % der Mitarbeiter ein klares Verständnis davon, wie ihre individuelle Arbeit mit den Unternehmenszielen zusammenhängt, und nur 16 % geben an, dass ihr Unternehmen Ziele effektiv festlegt und kommuniziert.

3. Leistung überwachen

Während Ihre Teammitglieder auf ihre einzelnen Ziele hinarbeiten, müssen Sie ihre Leistung überwachen. Sie können die Leistung jedes Teammitglieds mitverfolgen, indem Sie die Erfolgskennzahlen in Ihrem Projektmanagement-Tool erfassen und dann beurteilen, ob die Ziele und Schlüsselergebnisse (OKRs) erreicht werden. Die Überwachung der Leistung der Teammitglieder hilft Ihnen auch bei der Bewertung ihrer Produktivität.

4. Fortschritt evaluieren

Sie können die Fortschritte der Teammitglieder anhand von Leistungsbeurteilungen bewerten. Leistungsbeurteilungen ermöglichen es Ihnen, jedem Teammitglied ein persönliches Feedback darüber zu geben, was es gut macht und in welchen Bereichen es seine individuellen Ziele noch besser erreichen kann, um das Unternehmen als Ganzes voranzubringen. Dieser Schritt des Leistungsmanagements ist von entscheidender Bedeutung, da er die effektive Kommunikation zwischen Management und Team fördert. Die Teammitglieder können sich auf die Leistungsbeurteilung freuen, da sich das Feedback positiv auf die Produktivität des Teams auswirken kann.

5. Erfolge belohnen

Der letzte Schritt im Management by Objectives-System ist die Belohnung des Teams für das Erreichen der Ziele. Dies steigert die Arbeitsmoral und sorgt dafür, dass die Teammitglieder beim nächsten MBO-Prozess motiviert bleiben und weiter hart arbeiten.

Sie können Ihr Team sowohl auf intrinsische als auch auf extrinsische Weise belohnen. Fördern Sie die intrinsische Motivation, indem Sie die Teammitglieder herausfordern, ihren Einsatz anerkennen, ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln und teambildende Maßnahmen anbieten. Mit diesen Maßnahmen helfen Sie den Teammitgliedern, Selbstvertrauen und Eigenmotivation zu entwickeln.

Extrinsische Belohnungen können Lob, Bonuszahlungen, Gehaltserhöhungen, Beförderungen, zusätzliche Verantwortung in der aktuellen Funktion oder bezahlte Urlaubstage umfassen. Diese Belohnungen können greifbar oder immateriell sein, aber sie sind wahrscheinlich ein Anreiz für die Teammitglieder, weiter auf ihre individuellen Ziele und die des Unternehmens hinzuarbeiten.

Was sind die Vor- und Nachteile von Management by Objectives?

MBO wurde in den 1960er und 1970er Jahren nach seiner Einführung durch Drucker zu einer beliebten Managementstrategie. Seitdem ist die Verbreitung des Modells jedoch zurückgegangen, da viele Unternehmen neue Managementstile ausprobieren. Einige Unternehmen verwenden MBO auch heute noch, aber es gibt Argumente dafür und dagegen.

Die Vor- und Nachteile von MBO

Vorteile von Management by Objectives

Anhänger von MBO sind der Meinung, dass es eine einfachere Managementstruktur innerhalb eines komplexen Systems schafft. Weitere Management by Objectives Vorteile sind:

  • Höhere Teamproduktivität: Wenn Teammitglieder persönliche Ziele und klare Vorgaben haben, verstehen sie besser, warum ihre Arbeit wichtig ist. Durch Management by Objectives ist also die Motivation und Produktivität aktiv beeinflussbar.

  • Verbesserte Teamkommunikation: Das Management by Objectives-Modell kann die Kommunikation im Team verbessern und ein offeneres Arbeitsumfeld schaffen, weil die Teammitglieder die Unternehmensziele verstehen und wissen, dass ihre persönlichen Ziele mit diesen Zielen übereinstimmen.

  • Personalisierte Ziele für Teammitglieder: Das Management by Objectives-System personalisiert die Ziele der Mitarbeiter und fördert die Erreichung ihres Potenzials. So versteht jeder im Unternehmen, welchen Einfluss seine Arbeit hat.

Nachteile von Management by Objectives

Kritiker von MBO sind der Meinung, dass das Modell Gefahr läuft, die Unternehmensethik und die Unternehmenswerte zu vernachlässigen, weil es so sehr auf individuelle Ziele ausgerichtet ist. Zu den weiteren Nachteilen gehören:

  • Vorrang der Zielsetzung vor strategischer Planung: Die Priorisierung persönlicher Ziele der Teammitglieder kann zu Lasten der langfristigen strategischen Planung gehen. Unternehmen, die zu viel Zeit mit der Festlegung von Zielen verbringen, haben möglicherweise weniger Zeit, um sich auf die Unternehmenskultur, operative Fragen und andere Bereiche zu konzentrieren.

  • Erhöhter Leistungsdruck auf die Teammitglieder: Da Management by Objectives den Einzelnen in den Mittelpunkt stellt, können die Teammitglieder zu viel Druck verspüren, ihre Ziele zu erreichen. Dies kann ein Nachteil von MBO sein, da Teammitglieder in dieser Art von Arbeitsumgebung überlastet werden können, was zu geringer Mitarbeiterbindung und niedriger Arbeitsmoral führen kann.

  • Konkurrenz zwischen Teammitgliedern: Das extrinsisch ausgerichtete Belohnungssystem des MBO kann zu einem Konkurrenzkampf zwischen den Teammitgliedern führen, was einem gesunden Arbeitsumfeld im Wege stehen könnte. Bei einer gesunden Teamdynamik am Arbeitsplatz sollte es um Teamarbeit und gegenseitige Unterstützung gehen, um sowohl persönliche Ziele als auch Unternehmensziele zu erreichen.

Management by Objectives: Ein Beispiel

Ein Anwendungsbeispiel für MBO wäre ein Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, vierteljährlich 30 % des Gesamtumsatzes mit seinen Marketingmaßnahmen zu erzielen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, wird es in persönliche Ziele für jedes Teammitglied aufgegliedert.

  • Das persönliche Ziel der Experten für digitales Marketing im Team ist es, in diesem Quartal drei neue Marketingkunden zu gewinnen.

  • Die Manager überwachen die Leistung der Teammitglieder im Laufe des Quartals, um festzustellen, wie jedes Teammitglied sein persönliches Ziel erreichen will und ob es Fortschritte in die richtige Richtung macht.

  • Wenn ein Teammitglied sein Ziel am Ende des Quartals erreicht, wird es mit einer Prämie belohnt.

Mit Management by Objectivespersönliche Ziele und Unternehmensziele erreichen

MBO ist am effektivsten, wenn es als Teil eines größeren Managementplans eingesetzt wird. Wenn Teammitglieder Ziele haben, die mit der Unternehmensmission verknüpft sind, arbeiten sie motivierter. Mit einer Software zur Nachverfolgung von Zielen können Sie Ihren Teammitgliedern helfen, ihre Ziele in Echtzeit im Auge zu behalten und sie auch zu erreichen.

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