Mehr als ein Schlagwort: Wie man Teamsynergie aufbaut

Julia Martins – FotoJulia Martins25. Juni 20215 Minuten Lesezeit
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Schlagwörter (Englisch: „Buzzwords“) haben einen schlechten Ruf, besonders Schlagwörter aus dem Businessbereich. Egal ob Freemium oder Hyper Local, diese Begriffe werden so oft benutzt, dass sie im Grunde ihre Bedeutung verlieren. Eine kurze Google-Suche bringt unzählige Listen mit den „100 schlimmsten Businessschlagwörtern“ zu Tage, und in beinahe allen Listen findet sich das Wort Synergie. 

Wie viele andere Businessschlagwörter wurde auch Synergie so oft benutzt, dass es nicht mehr seine frühere Wirkung hat. Aber jedes Wort gibt es aus einem bestimmten Grund – und Synergie ist keine Ausnahme. In diesem Artikel gehen wir der wahren Definition von Synergie auf den Grund und wie man diesen Begriff nicht als Schlagwort, sondern als Antrieb für Wachstum und Wirkung eines Teams einsetzt. 

Was ist Synergie?

Synergie bedeutet, dass zwei oder mehrere Dinge – Unternehmen, Abteilungen oder sogar Teams – zusammenarbeiten, um etwas von Wert zu erschaffen. Dieses häufig falsch verwendete Schlagwort geht auf die altgriechische Philosophie zurück, die besagt, dass „das Ganze größer als die Summe seiner Teile ist“. Tatsächlich stammt das Wort Synergie vom Lateinischen synergia,das vom griechischen Wort synergos kommt. Das wiederum bedeutet „zusammenarbeiten“ oder „kollaborieren“.

Im Grunde geht es bei Synergie darum, Sie bei der effektiven Vernetzung, Kommunikation und Zusammenarbeit mit funktionsübergreifenden Partnern zu unterstützen. Warum wird dieses Wort also so oft belächelt?

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Ursprung des Schlagworts „Synergie“

Das Konzept der Synergiewurde in den 1990ern in der Wirtschaft bekannt, als Führungskräfte von Unternehmen und Investmentbanker Unternehmenssynergien nutzten, um Kaufbereitschaft für geplante Fusionen und Übernahmen zu gewinnen (M&As). 

Unternehmenssynergie beschreibt den erwarteten zusätzlichen Wert, den Unternehmen durch einen Zusammenschluss erzielen. Anders ausgedrückt: Zwei Unternehmen, die im Rahmen einer Fusion oder Übernahme zusammenarbeiten, können mehr Wert schaffen als die Summe ihrer Einzelleistungen. Das ist weitgehend auf Skaleneffekte zurückzuführen. Größere, fusionierte Unternehmen unterstützen sich nicht nur gegenseitig, sondern erzielen auch Kostensenkungen, die letztlich zu einer höheren Wirtschaftlichkeit führen.

Manchmal beschreibt der Begriff Unternehmenssynergie nicht nur den M&A-Prozess. Der Begriff wird auch verwendet, wenn ein Unternehmen die Arbeit eines anderen Unternehmens verkauft (auch als „cross-selling“ bezeichnet) oder Teammitglieder für die unternehmensübergreifende Produktentwicklung bereitstellt. 

In der Praxis sind Unternehmenssynergie – und insbesondere finanzielle Synergien, das heißt die Zusammenführung der Finanzen zweier Unternehmen – schwer zu erreichen. Zwei Unternehmen und die Gesamtheit dessen, was diese Unternehmen ausmacht, einschließlich Finanzen, Mitarbeiter, Produkte, Unternehmskultur und -praktiken, zu vereinen, erfordert viel Zeit und Aufwand. Ohne den richtigen Change-Management-Prozess kann M&A den beabsichtigten Nutzen verfehlen. Das bezeichnet man als negative Synergie. 

Der Hype um Unternehmenssynergien im Zusammenhang mit Fusionen und Übernahmen – in Verbindung mit den potenziellen negativen Auswirkungen, wenn vereinte Vorgehensweisen nicht funktionieren – hat dazu geführt, dass Synergie heutzutage als Schlagwort gilt. 

Lesenswert: Was ist Change Management? In 6 Schritten zu einem erfolgreichen Change-Management-Prozess

Wie Synergie mit Teamarbeit zusammenhängt

Im Wesentlichen beschreibt der Begriff Synergie eine Form der Zusammenarbeit zur Erzielung herausragender Ergebnisse. Obwohl dieser Begriff von den Unternehmensführungskräften übernommen wurde, bezieht er sich in der Regel nicht auf Fusionen und Übernahmen. Schließlich stammt der Begriff aus dem Altgriechischen und wurde bereits im 17. Jahrhundert verwendet.

Teamsynergie hat die Vorstellung, dass das Ganze größer als die Summe seiner Teile ist, auf die Teamarbeit angewandt. Diese positive Synergie ermöglicht es Teammitgliedern, auf Arbeit ganz sie selbst zu sein – mit ihren einzigartigen Lebenserfahrungen, Perspektiven, Talenten und Arten der Kommunikation. Tatsächlich ist die einzigartige Perspektive jedes Einzelnen genau das, was einem Team dabei hilft, Bestleistungen zu erbringen. Wenn Sie die Stärken jedes einzelnen Teammitglieds nutzen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit geben, voneinander zu lernen, kann Ihr Team gemeinsam viel mehr erreichen, als es jeder für sich allein tun würde. 

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Der Unterschied zwischen Vielfalt und Synergie

Vielfalt beschreibt, wie ähnlich oder unterschiedlich ihr Team ist. Je vielschichtiger die Erfahrungen, Herkünfte, Perspektiven und Glauben in Ihrem Team sind, umso vielfältiger ist Ihr Team. 

Aber wir wissen, dass es nicht ausreicht, Vielfalt nur zu begrüßen. Hier kommen Unternehmensinitiativen wie Diversitäts- und Inklusionsprogramme (D&I) zum Zug. Ein vielfältiges Team anzustreben heißt, ein gerechteres und inklusiveres Umfeld zu erschaffen.

Teamsynergie konzentriert sich auf den Teil der Vielfalt, der „die Arbeit erledigt“. Um Teamsynergie zu erreichen, braucht man nicht nur ein vielfältiges Team, man muss auch die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den Teammitgliedern fördern, um gemeinsam etwas Großartiges zu schaffen. Wenn Teammitglieder bei der Arbeit ganz sie selbst sein können, kommt es zu besserer Zusammenarbeit und Synergie.

Lesenswert: So setzt sich Asana für Vielfalt, Inklusion und Gleichberechtigung ein

Teamsynergie erschaffen

Die Wirkung von Teamsynergie führt zu effektiver Teamarbeit und wirkungsvollen Ergebnissen des gesamten Teams. Doch wie alle zwischenmenschlichen Fähigkeiten erfordert auch der Aufbau von Teamsynergie Zeit und Aufwand. Probieren Sie diese drei Strategien aus, um Teamsynergie aufzubauen:

1. Mit Kommunikation beginnen

Das Herzstück einer jeden starken Arbeitsgruppe ist Kommunikation. Das gilt besonders für vielfältige Gruppen. Der Wert einer Gruppe mit hoher Vielfalt ergibt sich aus den unterschiedlichen Meinungen und Erfahrungen, welche die Teammitglieder einbringen – aber die Teammitglieder müssen sich damit wohlfühlen, sich auszudrücken und diese Erfahrungen zu teilen. Mit effektiver Kommunikation am Arbeitsplatz können sich die Teammitglieder frei und präzise ausdrücken und leichter Synergieeffekte erzielen. 

So fördern Sie gute Kommunikationsfähigkeiten am Arbeitsplatz: 

  • Legen Sie fest, wo und worüber Ihr Team kommunizieren soll. Wenn Teammitglieder verstehen, wo sie kommunizieren sollen, werden Kommunikationsbarrieren abgebaut. Wenn Sie diesen Schritt noch nicht getan haben, legen Sie einen Kommunikationsplan fest und teilen Sie ihn mit Ihrem gesamten Team.

  • Geben Sie Kommunikation in beide Richtungen Vorrang. Um ein kooperatives Teammitglied zu sein, besonders in einer vielfältigen Gruppe, muss man sich die Ideen anderer anhören, anstatt nur zu versuchen, die eigenen Ideen durchzusetzen. Um diese Fähigkeiten zu fördern, ermutigen Sie Ihre Teammitglieder, aktiv zuzuhören.

  • Unterscheiden Sie zwischen Tatsachen und Geschichten.„Facts vs. Stories“ ist eine bewusste Führungstechnik. „Facts“, Fakten, sind Details, die man beobachten kann, wie etwa, wer an einem Meeting teilgenommen hat. Eine „Story“, also eine Geschichte, ist hingegen Ihre Interpretation der Situation. Indem man Geschichten und Fakten trennt, vermeidet man, auf Basis von Geschichten Entscheidungen zu treffen, bis man diese auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen konnte.

Lesenswert: 12 Tipps für eine effektive Kommunikation am Arbeitsplatz

2. Vertrauen und Zusammenarbeit fördern

Die Teammitglieder müssen nicht nur wissen, wie sie effektiv kommunizieren, sondern sich dabei auch wohlfühlen. Sorgen Sie dafür, dass Sie den Teammitgliedern die Möglichkeit geben, sich voll und ganz in die Arbeit einzubringen, indem Sie bewährte Methoden für die Zusammenarbeit im Team vorleben. 

So fördern Sie Zusammenarbeit:

  • Laden Sie zur Mitgestaltung ein. Ein zentraler Punkt der Teamsynergie ist, an etwas zusammenzuarbeiten, um etwas zu erschaffen, das jede Person einzeln nicht geschafft hätte. Um das zu erreichen, sollten Sie den Teammitgliedern nicht einfach nur sagen, dass Sie an einem Projekt zusammenarbeiten sollen. Veranstalten Sie stattdessen Brainstormingsitzungen, laden Sie zur Diskussion ein und lassen Sie Meinungsverschiedenheiten zu. Mitgestalten bedeutet, eine Idee gemeinsam zu entwickeln, und nicht getrennt auf ein Ziel hinzuarbeiten.

  • Ermutigen Sie zu offener Kommunikation. Teammitglieder sollten sich wohl dabei fühlen, wenn sie sagen, was sie empfinden, ihre Meinung zu Projekten äußern oder anderer Meinung als Teammitglieder sind. Oftmals sehen wir Meinungsverschiedenheiten als etwas Schlechtes, aber gesunde Meinungsverschiedenheiten sind ein Schlüssel zu guter Teamzusammenarbeit. 

  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Die Zusammenarbeit im Team aufzubauen, braucht Zeit, aber der beste Einstieg ist das Vorleben eines Verhaltens, das Sie in Ihrem Team sehen wollen. Sorgen Sie dafür, dass Sie Mitgestaltung und neue Meinungen immer begrüßen, und Sie werden sehen, dass Ihr Team das auch tun wird.

Lesenswert: 10 einfache Schritte zur Förderung der Zusammenarbeit im Team

3. Gruppennormen bewusst festlegen 

Gruppennormen sind die unsichtbaren Regeln, die den Umgang der Teammitglieder untereinander bestimmen. Selbst, wenn Sie diese Gruppennormen nicht festlegen, entwickeln Sie sich im Laufe der Zusammenarbeit des Teams auf natürliche Weise. Wenn Sie darauf nicht Acht geben, können Gruppennormen zu schlechten Gewohnheiten führen, die den Teammitgliedern Unbehagen bereiten und letztendlich zu einer schlechten Gruppendynamik führen. 

Indem Sie jedoch Gruppennormen proaktiv festlegen, erleichtern Sie Ihrem Team die Zusammenarbeit. Wenn Sie diese „unsichtbaren Regeln“ ansprechen, werden Vermutungen und Unsicherheiten weniger, wodurch die Teammitglieder weniger Zeit damit verbringen müssen, sich Sorgen zu machen. Gleichzeitig steht ihnen mehr Zeit zur Verfügung, um ihre gemeinschaftliche, wirkungsvolle Arbeit zu erledigen.

Legen Sie Gruppennormen proaktiv fest, um das zu vermeiden. Um Beispiele dafür zu sehen, wie Führungskräfte eines Teams Gruppennormen festlegen, lesen Sie unseren Artikel über Tipps zum Festlegen von Gruppennormen für wirkungsvolle Teams, mit Beispielen von 7 Managern von Asana

Auf Wiedersehen, Schlagwort

Synergie ist nicht nur das Wort des Tages oder ein langweiliges Schlagwort. Mit einer effektiven Teamsynergie können Sie ein vielfältiges Team dazu befähigen, mühelos zusammenzuarbeiten – und die Arbeit möglichst wirkungsvoll zu erledigen. 

Mehr Tipps dazu, wie Sie Ihre Teamarbeit fördern, finden Sie in unserem Artikel über 45 Teambuildingspiele, um die Kommunikation und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

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