Sabbatical: Die verschiedenen Modelle und Regelungen im Überblick!

Team Asana – FotoTeam Asana12. Mai 20227 Minuten Lesezeit
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Zusammenfassung

Ein Sabbatical steht für eine längere Auszeit, die man sich vom Berufsleben nimmt. Diese wird meist genutzt, um sich zu erholen, zu verreisen oder sich weiterzubilden. Für ein Sabbatjahr gibt es verschiedene Optionen, wie ein Langarbeitszeitkonto, ein Teilzeitmodel oder ein Lohnverzicht.

Falls Sie zu den Menschen gehören, die dem eigenen Burnout entgegenwirken und gleichzeitig ihrer Karriere neue Impulse geben möchten, könnte ein Sabbatical – also eine Auszeit zur persönlichen Weiterentwicklung – genau das Richtige für Sie sein. Bei einer solchen längeren Auszeit können nicht nur die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen ausgebaut werden. Auch der Erholungsfaktor ist nicht zu unterschätzen: Die meisten Menschen kommen nach einem Sabbatical voller Tatendrang und im höchsten Maße produktiv an ihren Arbeitsplatz zurück.

Bei einem Sabbatical nehmen sich Menschen eine längere Auszeit vom Job, um sich beruflich oder persönlich weiterzuentwickeln, indem sie zum Beispiel auf Reisen gehen. Jedes Unternehmen kann selbst entscheiden, in welcher Form und ob überhaupt es ein Sabbatical gewährt – es gibt keine einheitliche Regelung. Daher sollten Sie sich gründlich informieren, wie Ihr Unternehmen dazu steht, wie ein Sabbatical abläuft und ob Sie darauf Anspruch haben.

Um Ihnen die Recherche zu vereinfachen, beantworten wir im Folgenden die häufigsten Fragen zum Thema Sabbatical und erläutern die wesentlichen Vorteile, die mit einer derartigen Beurlaubung einhergehen.

Was ist ein Sabbatical?

Das Sabbatjahr bzw. Sabbatical ist ein längerer Zeitraum, in dem sich jemand eine Auszeit vom Berufsleben nimmt. Die Gründe für eine derartige Pause variieren zwar, aber für gewöhnlich dient ein Sabbatical der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.

Zu den weiteren Gründen für ein Sabbatical zählt außerdem die Vorbeugung gegen Burnout und Überlastung. Man nimmt sich viel Zeit und Raum und fokussiert sich auf seine mentale Gesundheit. 2019 wurde Burnout erstmals von der Weltgesundheitsorganisation als ein berufsbedingtes Syndrom eingestuft, und laut dem Anatomy of Work Index 2021 haben im vergangenen Jahr sieben von zehn Wissensarbeitern (71 %) mindestens einmal unter Burnout gelitten.

Was ist ein Sabbatical?

Andere wiederum nutzen ein Sabbatical, um der Routine zu entkommen und die Welt mit anderen Augen zu sehen, indem sie fremde Länder bereisen. Auch eine spannende Weiterbildung bei einem Marktführer kann Menschen dazu motivieren, sich von ihrem Arbeitgeber für eine Zeit lang beurlauben zu lassen.

Ganz egal, ob es die neu erworbenen Fähigkeiten oder die Wiederbelebung der eigenen Kreativität sind, die Sie reizen: Ein Sabbatical ermöglicht in jedem Fall viele großartige Erfahrungen und Sie sollten die Chance ergreifen, falls sie sich Ihnen bietet. Und Ihr Unternehmen würde ebenfalls profitieren: Die verbesserte Arbeitsmoral erhöht Ihre Produktivität und senkt die Wahrscheinlichkeit eines Burnouts.

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Wie lange dauert ein Sabbatical?

In der Regel beträgt die Dauer des Sabbaticals zwischen einem Monat und einem Jahr, woher auch der deutsche Begriff Sabbatjahr kommt. Ausschlaggebend für die Verfügbarkeit und die Dauer des Sabbaticals sind die Richtlinien Ihres Unternehmens und das Land, in dem Sie arbeiten.

Sie sollten also gemeinsam mit Ihren Vorgesetzten überlegen, welche Dauer für Sie infrage kommt. Auch wenn jedes Unternehmen seine eigene Vorgehensweise hat, gibt es einige Richtwerte; so sind in den USA 12 Wochen üblich, während in Deutschland 3 bis 12 Monate die am häufigsten gewünschte Zeitspanne für ein Sabbatical ist. Zudem werden in einigen Ländern solche Fragen oft durch die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen geregelt. In Deutschland z. B. haben inzwischen mehrere Bundesländer ihre eigenen Regelungen für die Dauer des Sabbaticals für Beamte erlassen, an denen sich teilweise auch Unternehmen orientieren.

Dabei gilt es, deutlich zwischen einem Sabbatical und anderen Abwesenheiten (z. B. wegen Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit) zu unterscheiden. Andere Abwesenheiten unterliegen bestimmten Voraussetzungen und gesetzlichen Bestimmungen, die von der Art der Abwesenheit bedingt sind. Im Gegensatz dazu dient ein Sabbatical in der Regel ausschließlich der persönlichen oder beruflichen Weiterentwicklung.

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So wie die tägliche Mittagspause, das Wochenende und der Jahresurlaub hilft auch ein längeres Sabbatical alle paar Jahre bei der Regeneration.”
Dustin Moskovitz, Mitbegründer und CEO von Asana

Die verschiedenen Sabbatical Modelle!

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie man als Arbeitnehmer ein Sabbatical mit dem Arbeitgeber vereinbaren kann. Denn einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht wirklich außer im öffentlichen Dienst, wie etwa für Beamte. Die Möglichkeit, für die man sich schlussendlich entscheidet, beeinflusst auch die Aspekte Gehalt und Sozialversicherung wesentlich.

In den nächsten Absätzen werden wir näher auf die herkömmlichen Sabbatical-Modelle eingehen, die zur Auswahl stehen.

Langarbeitszeitkonto

Diese Möglichkeit kann in Anspruch genommen werden, wenn man ein eher eine kürzere Auszeit vorgesehen hat. Im Prinzip spart man hier über einen gewissen Zeitraum Überstunden und Urlaubstage an, die man dann alle an einem Stück einlöst. 

Der Vorteil bei diesem Modell ist, dass man während der gesamten Zeit weiterhin renten- und krankenversichert ist und trotzdem Geld erhält, dass einem für die Überstunden zustehen würde. Somit ist keine private Krankenversicherung notwendig, was ebenfalls sehr vorteilhaft für die meisten Leute ist.

Natürlich kann man hier das Sabbatical nur so lange machen, wie man Urlaubstage und Überstunden angespart hat. In den meisten Fällen wird sich hier kein ganzes Jahr ergeben. Für die Optionen eines kurzen Sabbatical ist das Langarbeitszeitkonto aber sehr empfehlenswert.

Unbezahlte Freistellung

Auch dieses Modell wird von vielen Leuten gewählt. Bei einem unbezahlten Sonderurlaub bekommt man während dem Sabbatical keinen Gehalt, damit werden auch keine Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt. Darum muss man sich als Arbeitnehmer selber kümmern.

Vorteilhaft ist hier, dass man hier auch längere Pausen gestalten kann. Man kann die Dauer mit dem Arbeitgeber vereinbaren und auch eine längere Auszeit nehmen. Sobald man wieder von der Freistellung zurück ist, fängt man wieder mit der Arbeit an. Damit bekommt man dann auch einen Gehalt und damit auch die Einzahlungen zur Sozialversicherung.

Lohnverzicht

Mit diesem Modell kann man sich ein Sabbatical sehr einfach und bequem finanzieren. Hier geht es darum, dass man in einer sogenannten “Ansparphase” sich nur einen gewissen Teil vom Gehalt ausbezahlen lässt. Nehmen wir an, Sie möchten ein ganzes Sabbatical Jahr machen. Dazu können Sie sich die ersten vier Jahre nur vier Fünftel vom Gehalt ausbezahlen lassen. Das restliche Fünftel sparen Sie sich also an.

Wenn dann das Sabbatical ansteht, bekommen Sie in dieser “Freistellungsphase” genau das Gehalt, dass Sie in den Jahren zuvor angespart haben. Der Vorteil hierbei ist, dass Sie laufend ein Gehalt bekommen, Sie weiterhin im Angestelltenverhältnis sind und damit auch in der Sozialversicherung bleiben.

Teilzeitmodel

Diese Variante läuft sehr ähnlich zum Lohnverzicht ab. Hier vereinbaren Sie bereits vor dem Sabbatical mit dem Arbeitgeber eine Arbeitszeitmodell, in dem Sie einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Sie arbeiten trotzdem weiterhin ein Jahr in Vollzeit, bekommen jedoch nur das Gehalt einer Teilzeitarbeit. 

Wenn dann aber das Sabbatical ansteht, bekommen Sie weiterhin das Teilzeitgehalt, ohne dass Sie dafür arbeiten müssen. Auch hier bleiben Sie während der Auszeit sozialversichert und im Angestelltenverhältnis. 

Kündigung

Ein letzte Möglichkeit wäre eine Kündigung. Bei dieser Variante steht es Ihnen frei zu tun, was Sie möchten. Sie können die Auszeit so lange gestalten, wie Sie wollen und haben auch eine längere Zeit, um sich beruflich neu zu orientieren.

Die Kündigung sollte nur dann in Anspruch genommen werden, wenn man die Karriere wechseln möchte. Wenn man diese Option wählt, sollte man sich bewusst sein, dass man dieses Loch im Lebenslauf auch den zukünftigen Arbeitgebern erklären sollte. Man sollte das Sabbatical im Idealfall also gut planen und zur Neuorientierung nutzen. Zudem bekommt man in dieser Zeit kein Gehalt, wodurch man für diese Option auch genug Kapital angespart haben sollte.

Wie können Sie den Chef überzeugen?

Nicht nur Sie alleine können entscheiden, welche Methode des Sabbaticals Sie schlussendlich in Anspruch nehmen. Denn Sie müssen diese berufliche Auszeit natürlich auch mit dem Arbeitgeber besprechen und vereinbaren. Deshalb sollten Sie sich im Voraus bereits gut überlegen, wie Sie den Chef davon überzeugen können, dass dieses Sabbatical sinnvoll ist. Folgende Argumentationen können Sie im Gespräch mit dem Arbeitgeber verwenden:

  • Sie nutzen das Sabbatical zur Weiterbildung: Wenn Sie vorhaben, während der Auszeit ein Studium zu absolvieren oder sich verschiedene Zertifikate anzueignen, kann dies Ihre Fähigkeiten verbessern. So wären Sie nach der Auszeit eine qualitativ hochwertigere Arbeitskraft für den Arbeitgeber.

  • Der Arbeitgeber spart sich Geld mit Ihnen: Gerade bei einem unbezahlten Sabbatical hat der Arbeitgeber weniger Kosten, aber auch beim Teilzeitmodel wird die Liquidität geschont. Denn so muss er nur einen Teil des Gehalts auszahlen.

Während diese Gründe sehr überzeugend sein können, wird nicht jede Auszeit zur beruflichen Weiterbildung genutzt. Sie können auch mit privaten Gründen für Verständnis sorgen, wenn etwa ein Pflegefall in der Familie ist, Sie renovieren müssen oder sich ehrenamtlich einsetzen. Was natürlich dem Arbeitgeber die Entscheidung erleichtert ist, wenn Sie Vorschläge einbringen, wer die Aufgaben in Ihrer Abwesenheit erledigen kann. 

Wie läuft ein Sabbatical ab?

Im Grunde lässt sich das Projekt Sabbatical in vier Phasen einteilen: Sabbatical beantragen, die Einzelheiten vereinbaren, die Auszeit nutzen und an den Arbeitsplatz zurückkehren.

Der erste Schritt besteht immer darin, den Wunsch nach einer längeren Auszeit mit den Vorgesetzten und der Personalabteilung zu besprechen. An dieser Stelle geht es um die Unternehmensrichtlinien, die gesetzlichen Vorschriften und die einschlägigen Anforderungen, die für ein Sabbatical erfüllt werden müssen.

Sofern Ihr Unternehmen grundsätzlich einer längeren Auszeit zustimmt, müssten nun die Dauer und die anderen Modalitäten verhandelt werden. Dazu können auch folgende Aspekte gehören:

  • Die relevanten gesetzlichen und vertraglichen Bestimmungen für eine längere Auszeit

  • Der Zweck der Auszeit

  • Die Dauer des Sabbaticals

  • Welche Ressourcen wird das Team nutzen, während Sie weg sind?

  • Was möchten Sie aus Ihrem Sabbatical mitnehmen?

Zwar haben viele Unternehmen inzwischen eigene Richtlinien für solche Auszeiten etabliert, andere entscheiden das Ob und Wie rund um das Thema Sabbatical jedoch weiterhin für jeden Fall individuell. Es wird jeweils einzeln geprüft, ob die Auszeit tatsächlich von Nutzen ist – sowohl für die oder den Beschäftigten als auch für das Unternehmen.

Doch allein mit der Zustimmung ist es nicht getan. Jetzt müssen noch einige bürokratische Hürden genommen werden. Auch wenn die getroffenen Vereinbarungen oft von der Firmenpolitik und den gesetzlichen Bestimmungen abhängen, wird in den meisten Fällen ein Beleg für die erreichte berufliche Weiterentwicklung verlangt. Dies könnte z. B. eine neue Software oder ein neuer Prozess sein, die Sie im Unternehmen einführen, oder auch ein schriftlicher Bericht über die gewonnenen Erkenntnisse und Fähigkeiten.

Im Anschluss ans Sabbatical geht es darum, die erworbenen Fähigkeiten in neue Lösungen für aktuelle Probleme umzuwandeln. Ihr Team und Ihre Vorgesetzten werden Sie dabei unterstützen, sich in die neuen Projekte einzuarbeiten.

Die finanzielle Seite

Ähnlich wie bei der Dauer verhält es sich mit der Bezahlung des Sabbaticals: Ob die Auszeit bezahlt wird oder nicht, hängt von den Unternehmensrichtlinien und den jeweiligen Gesetzen und Vorschriften ab.

Immer mehr Unternehmen erkennen den Mehrwert eines Sabbaticals nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für das Unternehmen und sind bereit, ihnen bei der Finanzierung und Planung entgegenzukommen. Aber auch wenn Ihre Firma Sie bei Ihrem Vorhaben finanziell unterstützt, müssen Sie doch mit Einbußen rechnen. Denn in den meisten Fällen handelt es sich bei der Vergütung nur um einen gewissen Prozentsatz des üblichen Gehalts.

Aber auch wenn ein unbezahltes Sabbatical nicht ganz so verlockend klingt, gibt es doch einige Gründe, die für eine längere Auszeit sprechen: Sie können reisen, fremde Kulturen kennenlernen, sich persönlich und beruflich weiterentwickeln, um nur einige davon zu nennen.

Bei Ihrer Personalabteilung können Sie sich über die gesetzlichen Bestimmungen und die Unternehmensrichtlinien für ein Sabbatical informieren und dabei klären, ob und wie Ihr Sabbatical finanziert werden kann und ob Ihre Sozialversicherung in dieser Zeit weiterhin greift.

Die Versicherungen

Im ersten Schritt sollten Sie einmal feststellen, wie Sie in der Auszeit überhaupt versichert sind. Sollten Sie sich beispielsweise für mehr als einen Monat unbezahlten Urlaub entscheiden, so müssen Sie sich in der Regel selbst um die Sozialversicherung kümmern.

Hinzu  kommt auch noch eine Versicherung, wenn Sie in der Auszeit im Ausland sind. Gerade bei Regionen außerhalb Europas ist dies sehr wichtig.

Wenn Sie natürlich eine Methode wie das Teilzeitmodell gewählt haben, bleiben Sie in der Auszeit weiterhin über den Arbeitgeber sozialversichert. 

Die Rückkehr

Sie sollten im besten Fall mit dem Arbeitgeber einen Sabbatical-Vertrag vereinbaren, der den Wiedereinstieg nach dem Sabbatical festlegt. Dazu zählt beispielsweise:

  • Beginn, Ende und Dauer des Sabbaticals

  • Vergütung während dieser Zeit

  • Der Anspruch auf Versicherungsleistungen

  • Der Kündigungsschutz während dieser Zeit

  • Der Tag der Rückkehr zum Arbeitsplatz und die Position, die man zu diesem Zeitpunkt antritt

Wenn Sie einen solchen Vertrag nicht vereinbaren, kann es leicht passieren, dass Ihnen eine schlecht bezahltere Stelle nach dem Sabbatical zugewiesen wird. Deshalb ist es unbedingt wichtig, einen solchen Vertrag zu vereinbaren und auch genau durchzulesen. 

Wer hat Anspruch auf ein Sabbatical?

Die wohl wichtigste Frage für alle Interessierten ist wahrscheinlich: Wem steht ein Sabbatical überhaupt zu? Diese Antwort hängt von sehr vielen Faktoren ab, wie z. B. den jeweiligen arbeitsrechtlichen Bestimmungen, der Dauer der Betriebszugehörigkeit, der konkreten Position, der Zustimmung des Arbeitgebers und der gewünschten Dauer des Sabbaticals.

Viele Unternehmen gewähren ein Sabbatical erst nach einer bestimmten Beschäftigungsdauer (2-3 Jahre). In Deutschland werden am häufigsten jene Anträge akzeptiert, bei denen der eigentlichen Freistellungsphase eine längere Anspar- und Arbeitsphase vorausgeht. Der Arbeitnehmer verzichtet also im Vorfeld teilweise auf sein Gehalt oder spart Überstunden an. In den USA dagegen gewähren einige Unternehmen ihren Beschäftigten nach einer zweijährigen Betriebszugehörigkeit eine vergütete 12-wöchige Auszeit.

Auch die Begründung bzw. Motivation spielen bei dem Antrag eine große Rolle. Die meisten Unternehmen verlangen nicht nur allgemeine Angaben zu den beruflichen und persönlichen Interessen; mitunter kann es erforderlich sein, ein ausführliches Motivationsschreiben zu verfassen. In diesem müssen Sie erklären, wie Sie sich beruflich oder persönlich weiterentwickeln möchten und wie sich dies auf Ihre Arbeitsleistung auswirken wird.

Sobald sich die Vorgesetzten einverstanden erklären, kann der förmliche Antrag auf ein Sabbatical gestellt werden.

Wie sieht die Beantragung eines Sabbaticals aus?

Für die Beantragung eines Sabbaticals müssen meistens eine Reihe von Unterlagen und Formularen bei der Personalabteilung eingereicht werden. Gegebenenfalls ist es auch notwendig, den Antrag bei verschiedenen Teamleitern einzureichen, um die Zustimmung aller relevanten Bereiche zu erhalten.

Ihre Personalabteilung wird Sie darüber informieren, welche Unterlagen erforderlich sind. Nachfolgend sehen Sie einen Beispielantrag für ein Sabbatical, aber berücksichtigen Sie bei der Einreichung des Antrags immer die internen Richtlinien und Vorgaben Ihres Unternehmens.

Wie sieht die Beantragung eines Sabbaticals aus?

Häufig werden in einem Sabbatical-Antrag Angaben wie die Motivation, die Dauer der Freistellung und ein Rückkehrplan verlangt. Manche Personalabteilungen erwarten außerdem einen detaillierten Vertretungsplan, aus dem hervorgeht, wer und wann Ihre Arbeit übernimmt und wo gegebenenfalls die Unterlagen und Anleitungen für diese Arbeit zu finden sind.

Auch wenn es keinen einheitlichen Antrag für ein Sabbatical gibt, könnte Ihnen das nachstehende Beispiel zur Orientierung dienen. Erkundigen Sie sich vor der Einreichung aber unbedingt bei Ihrer Personalabteilung, welche Unterlagen in Ihrem Fall benötigt werden.

Antragsformular für ein Sabbatical

Name: Katja Morgen

Abteilung: Marketing

Beschäftigungsdauer in Jahren: 5

Zeitraum des Sabbaticals: 1. Okt. - 30. Apr.

Motivationsschreiben:

Ich möchte eine dreimonatige Auszeit nehmen, um ein Seminar für Führungskräfte zu besuchen. In diesem Programm habe ich die Möglichkeit, von den besten Führungskräften der Branche zu lernen. Ich erfahre, wie ich meine Führungsqualitäten verbessern und mein Team dabei unterstützen kann, neue Meilensteine zu erreichen. Außerdem möchte ich dauerhafte Beziehungen zu aufstrebenden Führungskräften aus dem ganzen Land aufbauen.

Während dieser Auszeit werde ich nicht nur meine persönlichen und beruflichen Fähigkeiten verbessern, sondern kann das Gelernte anschließend auch im Unternehmen einbringen. Ich beabsichtige, die neuen Fähigkeiten im Team anzuwenden, z. B. möchte ich Workshops für neue und bestehende Manager geben, um ihre Führungsqualitäten zu verbessern.

Unterschrift des Antragstellers: Katja Morgen

Unterschrift der Vorgesetzten: Daniela Vargel

Gegebenenfalls werden Sie gebeten, im Anschluss an das Sabbatical einen Bericht einzureichen, in dem Sie ausführlich darlegen, an welchen Aktivitäten Sie teilgenommen haben und was Sie dabei gelernt haben.

Sabbatical Vor- und Nachteile

Nicht nur für die Beschäftigten kann eine längere Auszeit vom Berufsleben viel Positives bewirken. Auch Unternehmen profitieren davon, wenn sie ihrem Personal die Möglichkeit anbieten, ein Sabbatical zu nehmen.

Die Vorteile eines Sabbaticals

Die längere Abwesenheit eines Teammitglieds trägt auf den ersten Blick sicherlich nicht zur Effizienzsteigerung des Teams bei. Auf den zweiten Blick aber lässt sich ganz klar erkennen, wie positiv sich die Möglichkeit eines Sabbaticals und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben auf die Produktivität und die allgemeine Arbeitsmoral des Teams auswirken kann. Wichtig ist nur, die Personalressourcen im Voraus zu planen, damit der zusätzliche Arbeitsaufwand gleichmäßig auf die Teammitglieder verteilt werden kann.

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Eine starke Unternehmenskultur entwickelt sich nicht von alleine. Sie muss erdacht, konzipiert und mit einer Absicht ausgestattet werden – Ihrer Absicht!”
Anna Binder, Head of People Operations bei Asana

Diese drei Vorteile eines Sabbaticals kommen auch Ihrem Unternehmen zugute:

  1. Mehr Kreativität: Im Rahmen eines Sabbaticals haben Menschen die Möglichkeit, mit Experten und Vordenkern aus anderen Kulturen oder Branchen zusammenzuarbeiten sowie sich von neuen Erkenntnissen und Erfahrungen inspirieren zu lassen. Ob bei einer Reise in fremde Kulturen oder beim Reinschnuppern in fremde Branchen – in jedem Fall eröffnet ein Sabbatical neue Sichtweisen, fördert die Kreativität und inspiriert zu neuen und innovativen Ideen fürs Unternehmen.

  2. Mehr Produktivität: Die drei wichtigsten Faktoren zur Steigerung der Produktivität sind weniger Ablenkungen, eine bessere Arbeitsorganisation und eine effizientere Zusammenarbeit im Team. Wenn die Auszeit gut genutzt wird, kann man sich in allen genannten Bereichen verbessern und erhält eine dringend benötigte Pause, um neue Kräfte zu tanken.

  3. Weniger Burnout: Angesichts der Zunahme von Burnout wird es für Führungskräfte immer wichtiger, auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter einzugehen. Fast die Hälfte (46 %) der Wissensarbeiter nennt Überlastung als einen der Hauptfaktoren, die zum Burnout beitragen. Und jeder Dritte (29 %) fühlt sich überfordert, weil seine Aufgaben und seine Rolle nicht eindeutig definiert sind. Wer seinen Mitarbeitern eine Auszeit ermöglicht, verbessert langfristig ihre mentale Gesundheit und beugt so Fällen von Burnout vor.

Ein Sabbatical wirkt sich nicht nur positiv auf die Arbeitsmoral des Teams aus, sondern ermutigt auch den Einzelnen, seine neu erworbenen Kompetenzen zu nutzen, um anderen etwas beizubringen. Und es gibt Ihnen als Führungskraft die Möglichkeit, die mentale Gesundheit Ihres Teams an erste Stelle zu setzen.

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Jedoch ist nicht alles positiv am Sabbatical. Folgende negative Aspekte sollten Sie definitiv in Betracht ziehen:

  • Vergütung: Sie sollten wissen, dass Sie während dem Sabbatical mit einem eingeschränkten Gehalt rechnen müssen. In manchen Fällen bekommen Sie auch gar kein Gehalt, daher müssen Sie auf Ihr Erspartes zurückgreifen.

  • Lücke im Lebenslauf: Ihnen fehlt eine Zeit im Lebenslauf, diese müssen Sie auch begründen können, wenn Sie eine neue Karriere anstreben. Begründen Sie diese daher gut mit einer Weiterbildung oder einer Persönlichkeitsentwicklung.

Alles in allem ist ein Sabbatical jedoch eine gute Möglichkeit, neuen Schwung in die Karriere zu bringen. Damit kann man schlussendlich auch mehr Energie in neue Projekte und Meetings stecken und damit einen Mehrwert für das Unternehmen schaffen.

Sabbatical – eine Vitaminbombe für Ihr Team

Von einem Sabbatical profitiert nicht nur die Person, die es nimmt, sondern das gesamte Team. Wenn die einzelnen Teammitglieder ihre Fähigkeiten weiterentwickeln, kommt dies dem gesamten Team zugute.

Wenn es darum geht, ein Team zu Höchstleistungen zu motivieren, kommen Sie nicht umhin, alle nötigen Mittel zu ergreifen, um die Produktivität zu steigern und gleichzeitig Überlastung zu vermeiden. Ermuntern Sie Ihr Team, seine Arbeitszeiten mithilfe einer entsprechenden Software für Telearbeit flexibel zu gestalten. Je transparenter Ihre Arbeitsabläufe angelegt und je eindeutiger Ihre Schwerpunkte definiert sind, desto produktiver und effizienter kann Ihr Team seine Arbeit verrichten.

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