Brainwriting: Definition, Ablauf und Vorteile im Überblick!

Philipp Steubel – PortraitPhilipp Steubel
22. November 2023
5 Lesezeit (Minuten)
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Zusammenfassung

Brainwriting ist ein kreativer Prozess zur Ideensammlung. Dabei schreiben die Teilnehmer in Stille ihre Ideen auf ein Papier auf, danach werden diese gesammelt vom Moderator präsentiert. Das Brainwriting bringt einige Vorteile mit sich, auf die wir in diesem Artikel näher eingehen werden.

Meetings verfolgen meist das Ziel, Ideen für gewisse Probleme zu finden. Eine mögliche und wohl sehr bekannte Methode zur Ideenfindung ist das Brainstorming. Diese Methode kennt vermutlich jeder und hat sie auch schon einmal angewendet.

In zahlreichen Fällen hat sich jedoch eine ähnliche Methode bewährt, die einige Vorteile gegenüber dem Brainstorming bietet: das Brainwriting. Was genau hinter diesem Prinzip steckt und wie Sie es erfolgreich für Ihr nächstes Meeting anwenden können, erfahren Sie hier in diesem Artikel.

Wenn Sie Brainstorming in Ihr Meeting integrieren möchten, wäre eine Meeting-Agenda sicherlich von Vorteil. Eine Vorlage hierfür können Sie sich hier sichern:

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Was ist Brainwriting?

Brainwriting ist eine Kreativitätstechnik zur Ideensammlung bzw. zur Ideenfindung. Der Hauptpunkt besteht hier im Aufschreiben von Ideen. Die teilnehmenden Personen sprechen also ihre Ideen nicht laut aus, sondern schreiben diese nieder, entweder auf Papier oder über digitale Hilfsmittel.

Anschließend werden die Ideen zusammengeführt, kategorisiert und bewertet. Das Brainwriting hat klar einige Vorteile zu bieten. So wird zum einen ein gewisses Maß an Anonymität sichergestellt. Da alle Ideen vom Moderator gesammelt werden, ist nicht gleich klar, von wem welche Idee stammt. Eine Tatsache, die gerade den introvertierten Teilnehmern im Meeting dabei helfen wird, ihre Ideen vorzustellen.

Zudem gibt es während dem Brainwriting-Prozess keine Nebengespräche. Jeder ist auf sich und auf seinen kreativen Ideenprozess fokussiert. Dadurch kann sich jeder Teilnehmer zunächst in Ruhe auf seine Ideen konzentrieren.

Was ist der Unterschied zwischen Brainstorming und Brainwriting?

Auf den ersten Blick scheint es vielleicht so, als gäbe es nur wenig Unterschiede zwischen Brainstorming und Brainwriting. Beim Brainstorming und seinen Abwandlungen, wie zum Beispiel Crazy 8, spricht man seine Ideen laut aus, beim Brainwriting schreibt man sie zuerst auf. Einen großen Unterschied kann das für den gesamten Prozess doch nicht machen, oder?

Doch! Tatsächlich gibt es gewichtige Unterschiede, welche dazu führen, dass sowohl Brainstorming als auch Brainwriting ihre Vor- und Nachteile haben.

Nehmen wir zum Beispiel das Brainstorming. Ein Brainstorming-Meeting braucht nur wenig Vorbereitung, es ist sehr dynamisch und Ideen können spontaner gesammelt werden. Allerdings laufen Sie beim Brainstorming Gefahr, dass einzelne Personen den Prozess dominieren. Die Meinungen und Ideen der introvertierten Personen könnten hier zu kurz kommen. Auch das Gruppendenken ist ein Phänomen, welches im Laufe des Brainstormings häufig auftritt.

Dem gegenüber steht das Brainwriting. Hier können introvertierte Personen ihre Meinungen kundtun, weil jeder Teilnehmer seine Gedanken aufschreiben kann und alle Ideen vom Moderator präsentiert werden. So wird jede Meinung gehört. Allerdings bedeutet Brainwriting auch mehr Vorbereitung und Organisation. Ein Brainwriting-Meeting sollte gut geplant sein, was allerdings die Spontanität beeinträchtigt.

Wie verläuft ein Brainwriting-Prozess?

Soviel also zu den Grundlagen. Kommen wir nun dazu, wie ein Brainwriting-Prozess ablaufen sollte. Zunächst einmal: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie sich ein Brainwriting-Prozess gestalten lässt, wie etwa die 6-3-5 Methode oder das interaktive Brainwriting.

Darauf kommen wir noch zurück, zunächst möchten wir aber über den klassischen Prozess sprechen:

1. Die Problemstellung festlegen

Vor der Planung eines Meetings ist es wichtig, dass die Problemstellung bzw. die Ausgangsfrage konkret festgelegt wurde. Denn wie auch beim Brainstorming gilt beim Brainwriting: Je präziser und genauer das Problem oder die Frage definiert ist, desto besser und nützlicher sind die Antworten.

Deshalb ist es im ersten Schritt wichtig, genug Informationen zu sammeln und das Problem konkret zu definieren.

2. Das Meeting planen

Im nächsten Schritt geht es darum, das Meeting für den Brainwriting-Prozess zu planen. Hier geht es darum, grundlegende Fragen zum Ablauf und der Methode zu klären:

  • Wie lange sollte das Meeting sein?

  • Wie lange haben die Teilnehmer Zeit, ihre Ideen aufzuschreiben?

  • Sollen die Teilnehmer ihre Ideen auf Papier oder digital aufschreiben?

Solche Fragen gilt es vorab zu klären. Und während die meisten dieser Fragen individuell von Ihrem Team und Ihrer Problemstellung abhängig sind, so möchten wir Ihnen doch einen Tipp mit auf den Weg geben.

Bei diesem Prozess geht es um das Aufschreiben der Ideen. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten, wie Papier, ein Flipchart, Post-its, Ideenboards oder Ähnliches. Wir empfehlen aber, auf digitale Tools wie Asana zurückzugreifen. So kann ein Meeting geplant werden, bei dem alle Teilnehmer ihre Ideen direkt in Asana speichern. Dadurch sind die Informationen nicht nur für jeden sofort ersichtlich, sondern auch sofort zentral gespeichert. Dies kann sehr hilfreich zur Dokumentation des Meetings sein.

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3. Das Meeting durchführen

Im nächsten Schritt halten Sie bereits das Meeting ab. Auch hier gibt es einen Ablauf, den wir Ihnen empfehlen. 

In einem ersten Schritt verschaffen Sie einen Überblick über das Meeting und die Brainwriting-Methode. Geben Sie den Teilnehmern des Meetings alle wichtigen Informationen, damit diese sich auf die Ideenfindung konzentrieren können.

Im nächsten Schritt geht es darum, dass die Teilnehmer in Stille ihre Ideen aufschreiben können. Wichtig ist hier die Einhaltung der von Ihnen vorgegebenen Zeit. Sobald alle Teilnehmer fertig sind, werden die Ergebnisse gesammelt und vom Moderator präsentiert.

Bei der Präsentation der Ideen werden gemeinsam die Ideen bewertet und davon ausgehend Lösungen für die Problemstellung identifiziert. Es kann hierbei sinnvoll sein, die besten Ideen zu bestimmen, die Inputs einzeln zu bewerten oder auch mehrere gute Ideen zusammenzuführen.

Weitere Brainwriting-Methoden

Soviel zu dem normalen Prozess in einer Brainwriting-Session. Daneben gibt es aber auch noch einige spezielle Brainwriting-Techniken, auf die wir jetzt noch näher eingehen möchten.

Die 6-3-5 Methode

Bei der Methode 635 handelt es sich um eine spezielle Technik im Brainwriting. Der Grundgedanke dahinter ist sehr schnell erklärt. In einer Gruppe von sechs Teilnehmern entwickelt jeder drei Ideen auf einem Blatt. Diese Blätter werden insgesamt fünfmal weitergereicht. 

So entstehen in einer kurzen Zeit 90 verschiedenen Ansätze für ein Problem. Die Idee dahinter ist, dass im Ideenfindungsprozess nicht nur jede Person einzeln die Ideen sammelt, sondern dass dies quasi kollaborativ geschieht. Jeder Teilnehmer sieht die Ideen der Vorgänger und kann sich davon für zusätzliche Erweiterungen oder neue Ideen inspirieren lassen.

Zudem spart man mit der Methode 635 Zeit. Denn bereits während der Ideenfindung können sich die Teilnehmer in kurzer Zeit mit den Ideen der anderen Teilnehmer auseinandersetzen, wodurch die anschließende Präsentation und Lösungsfindung schneller vorangeht.

Das interaktive Brainwriting

Das interaktive Brainwriting geht noch einen Schritt weiter. Hier wird eine zentrale Frage auf einem großen Blatt Papier, einer Mindmap oder einem Collective Notebook platziert und die Teilnehmer haben die Möglichkeit, direkt auf diesem Blatt oder dem Dokument ihre Ideen aufzuschreiben.

Dadurch bietet sich auch die Möglichkeit, bereits aufgeschriebene Ideen zu erweitern bzw. zu ergänzen. Eine Möglichkeit, die ähnlich der 6-3-5 Methode die spätere Lösungsfindung beschleunigt, weil die eigenen Ideen teilweise schon zusammengeführt werden.

Welche Vor- und Nachteile hat Brainwriting?

Abschließend möchten wir für Sie noch näher auf die Vorteile des Brainwriting und die möglichen Herausforderungen eingehen. Beginnenwir mit den Vorteilen:

Vorteile

  • Maximale Kreativität: Im Brainwriting können alle Teilnehmer ihre Ideen unabhängig und ohne Hemmung aufschreiben. Gerade für introvertierte Personen kommt diese Methode sehr gelegen, da diese im normalen Brainstorming tendenziell untergehen.

  • Förderung der Teilnahme aller Teammitglieder: Im Brainstorming sind es meist einzelne Personen, die einen Großteil des Meetings dominieren. Dies sorgt nicht nur dafür, dass manche Teilnehmer außen vor bleiben, sondern auch dafür, dass durch das Gruppendenken der kreative Ideenfindungsprozess gehemmt wird.

  • Strukturierte Ideensammlung: Der strukturierte Ansatz erleichtert die Sammlung und Organisation von Ideen, was den Entscheidungsprozess unterstützt.

Nachteile

  • Zeitmanagement: Die Durchführung von Brainwriting-Sitzungen erfordert ein sorgfältiges Zeitmanagement, um sicherzustellen, dass genügend Zeit für die Ideensammlung und Diskussion bleibt.

  • Notwendigkeit effektiver Moderation: Eine effektive Moderation ist entscheidend, um sicherzustellen, dass der Prozess reibungslos verläuft und alle Teammitglieder aktiv teilnehmen.

  • Abhängigkeit von der schriftlichen Kommunikation: In Umgebungen, in denen eine schriftliche Kommunikation nicht bevorzugt wird, kann diese Methode auf Widerstand stoßen.

Unser Fazit

Kommen wir zu unserem abschließenden Fazit. In diesem Artikel haben Sie mehr darüber gelernt, was hinter dem Begriff Brainwriting steckt. Es ist ein kraftvolles Instrument für die Ideengenerierung und die kreative Zusammenarbeit.

Durch den Prozess lassen sich Ideen finden, ohne dass introvertierte Teilnehmer benachteiligt oder durch Gruppendenken neue und innovative Ansätze ignoriert werden. Mit der nötigen Planung und Organisation können wir das Brainwriting auf jeden Fall empfehlen.

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