SCOR-Modell: Definition, Aufbau und Anwendung erklärt

Philipp Steubel – PortraitPhilipp Steubel
6. Mai 2026
6 Lesezeit (Minuten)
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Zusammenfassung

Das SCOR-Modell ist ein hilfreiches Tool, mit dem Lieferketten und Prozesse übersichtlich dargestellt werden können. Dadurch lassen sich alle Schritte eines Prozesses detailliert abbilden und ausgehend davon Maßnahmen zur Optimierung ableiten. Wie das SCOR-Modell aufgebaut ist und weshalb Sie dafür Asana nutzen sollten, zeigen wir Ihnen hier.

Globalisierung und Internationalisierung sind wichtige Themen in der heutigen Geschäftswelt. Gerade für Unternehmen, die Produkte herstellen und auf Lieferanten angewiesen sind, bedeutet dies komplexe und oft vielschichtige Lieferantenketten.

Ein ordentliches und professionelles Supply Chain Management ist deshalb unumgänglich. Damit Sie in diesem Bereich eine optimale Effizienz gewährleisten können, können Sie auf verschiedene Modelle und Methoden setzen. Eines dieser Modelle ist das SCOR-Modell (Supply Chain Operations Reference). In diesem Artikel werden Sie mehr über das SCOR-Modell erfahren und welche Vorteile es für Ihr Unternehmen bieten kann.

Darüber hinaus zeigen wir Ihnen auch, wie Sie Asana nutzen können, um die Benchmarks und Ziele des SCOR-Modells besser zu verstehen und die Geschäftsprozesse und Lieferketten besser abbilden zu können.

Ziele mit Asana setzen und erreichen

Was ist das SCOR-Modell?

Das SCOR-Modell (Supply Chain Operations Reference) ist ein standardisiertes Referenzmodell zur Analyse, Bewertung und Optimierung aller Geschäftsprozesse entlang der gesamten Lieferkette. Es bildet jeden Schritt ab, von der Beschaffung beim Lieferanten bis zur Lieferung an den Endkunden, und ermöglicht so eine systematische Verbesserung der Supply Chain.

Das SCOR-Modell hilft dabei, diese einzelnen Bestandteile eines Prozesses besser zu analysieren, zu bewerten und zu optimieren. Das oberste Ziel des Modells besteht darin, die Logistik der gesamten Lieferkette zu optimieren und den gesamten Ablauf als Prozesskette darzustellen.

Woher kommt das SCOR-Modell?

Das Referenzmodell wurde Mitte der 1990er Jahre vom Supply Chain Council mit dem originalen Namen "Supply Chain Operations Reference Model" entwickelt. Ziel war es, Unternehmen eine einheitliche Methode zur Analyse und Verbesserung der Logistikprozesse zur Verfügung zu stellen. Das Supply Chain Operations Reference Modell stellt ein umfassendes Framework dar, welches alle Aspekte und Bereiche der gesamten Supply Chain abdeckt und es somit Unternehmen ermöglicht, Prozesse zu standardisieren und zu optimieren.

Auf welche Ebenen ist das SCOR-Modell aufgeteilt?

Das SCOR-Modell ist ein detailliertes System, mit dem Sie Ihre Prozesse übersichtlich und genau abbilden können. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie das Modell aufgebaut ist. Grundsätzlich gibt es vier verschiedene Ebenen des SCOR-Modells.

  • Ebene 1 (Top-Level): In der ersten Ebene geht es um die Definition des Umfangs und des Inhalts der abgebildeten Lieferkette. Hier werden die einzelnen Schritte in fünf Prozesskategorien eingeteilt: Planen, Beschaffen, Herstellen, Liefern und Zurückführen.

  • Ebene 2 (Configuration-Level): In dieser Ebene werden die Hauptprozesse genauer und detaillierter dargestellt.

  • Ebene 3 (Process-Element-Level): Innerhalb der dritten Ebene werden die Prozessschritte und Aufgabenkomplexe für den Hauptprozess genauer definiert und in weitere Prozesselemente zerlegt.

Es gibt noch eine vierte Ebene, auf welche wir hier nicht näher ins Detail gehen werden. In dieser Ebene geht es um die Beschreibung von Teilprozessen, Aufgaben, Tätigkeiten, etc. Diese sind jedoch meist branchenspezifisch und firmenspezifisch, weshalb sie sich stark voneinander unterscheiden können.

Ebene 1

Beginnen wir nun damit, näher auf die verschiedenen Ebenen einzugehen. In der obersten Ebene ist das SCOR-Modell in fünf verschiedene Hauptprozessbereiche unterteilt.

  • Plan (Planung)

  • Source (Beschaffung)

  • Make (Herstellung)

  • Deliver (Auslieferung)

  • Return (Rückgabe)

Ebene 2

In der zweiten Ebene, der sogenannten Konfigurationsebene, werden die Bestandteile dieser fünf SCOR-Prozesse einzelnen Prozesstypen zugeordnet. Dazu gibt es drei vordefinierte Prozesstypen:

  • Planning (Planungsprozess): Hiermit sind alle Prozesse gemeint, die einer aggregierten Nachfrage innerhalb des Planungszeitraums nachkommen sollen.

  • Execution (Ausführungsprozess): Hiermit sind alle Prozesse gemeint, die durch einen Planungsprozess ausgeführt werden und somit auch den Status eines Produktes ändern.

  • Enable (Unterstützungsprozess): Hiermit sind alle Prozesse gemeint, die die anderen Prozesse unterstützen sollen. Dazu gehört etwa die Aufbereitung oder Verwaltung von Informationen, die notwendig sind.

Wenn die erste und die zweite Ebene kombiniert werden, entsteht eine sogenannte Matrixstruktur. Hier werden alle Kombinationen aus Prozessbereichen und Prozesstypen zusammengefasst.

Die sechs Kernprozesse des SCOR-Modells im Detail

Neben den vier Ebenen definiert das SCOR-Modell sechs Kernprozesse, die alle Aktivitäten innerhalb einer Lieferkette abdecken. Während die ursprüngliche Version fünf Prozesse umfasste, beinhaltet die aktuelle Version auch den sechsten Prozess „Enable".

  • Plan (Planung): Strategische Abstimmung von Angebot und Nachfrage, Ressourcenplanung und Festlegung von Geschäftszielen für die gesamte Lieferkette.

  • Source (Beschaffung): Auswahl und Management von Lieferanten, Einkauf von Rohstoffen und Dienstleistungen sowie Überprüfung der Warenqualität.

  • Make (Herstellung): Alle Produktionsprozesse, von der Fertigung über die Qualitätskontrolle bis zur Verpackung der marktfertigen Produkte.

  • Deliver (Lieferung): Auftragsmanagement, Lagerhaltung, Transport und Zustellung der fertigen Waren an den Endkunden.

  • Return (Rückgabe): Prozesse für die Rücksendung fehlerhafter Produkte vom Kunden sowie Rückversand an Lieferanten.

  • Enable (Unterstützung): Management-Aktivitäten, die alle anderen Prozesse unterstützen, darunter Datenmanagement, Risikomanagement, Regelkonformität und Leistungsüberwachung.

Der Enable-Prozess wurde in neueren Versionen des SCOR-Modells als eigenständiger sechster Kernprozess hinzugefügt, um die wachsende Bedeutung von Governance und unterstützenden Aktivitäten in modernen Lieferketten abzubilden.

Wie wichtig eine strukturierte Beschaffung im Source-Prozess ist, zeigt das Beispiel von HelloFresh. HelloFresh nutzt Asana für die strategische Beschaffung und die Koordination mit Lieferanten in der DACH-Region. Dadurch gelingt es dem Unternehmen, wöchentlich über 30 neue Rezepte zu entwickeln und gleichzeitig eine zuverlässige Versorgung aller Produktionsbereiche sicherzustellen. Möchten Sie erfahren, wie Asana auch Ihre Beschaffungs- und Lieferkettenprozesse unterstützen kann? Vereinbaren Sie jetzt eine Demo mit Asana.

Das Kennzahlensystem des SCOR-Modells

Das SCOR-Modell enthält ein standardisiertes Kennzahlensystem, mit dem Unternehmen die Leistung ihrer Lieferkette messen und gezielt verbessern können. Die fünf Leistungsdimensionen sind:

  • Zuverlässigkeit: Pünktlichkeit und Vollständigkeit der Lieferungen

  • Schnelligkeit: Durchlaufzeit von der Bestellung bis zur Auslieferung

  • Flexibilität: Anpassungsfähigkeit bei Nachfrageschwankungen

  • Kosten: Gesamtkosten der Lieferkette im Verhältnis zum Umsatz

  • Kundenzufriedenheit: Erfüllung der Kundenerwartungen und Servicequalität

Durch die regelmäßige Überwachung und Analyse dieser KPIs können Unternehmen Verbesserungsmöglichkeiten definieren und gezielte Maßnahmen ergreifen, um die Leistung zu optimieren.

Ein konkretes Beispiel für den Einsatz solcher Kennzahlen liefert HelloFresh. Das Unternehmen steigerte durch den Einsatz von Asana die Teamproduktivität um 33 Prozent. Dieser Produktivitätsgewinn war nur durch eine konsequente Messung und Auswertung relevanter Leistungskennzahlen möglich. Die verbesserte funktionsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Einkauf, Produktion und Logistik trug dabei entscheidend zu diesem Ergebnis bei. Lesen Sie die vollständige HelloFresh-Fallstudie, um mehr über die erzielten Ergebnisse zu erfahren. Starten auch Sie mit der systematischen Leistungsmessung in Ihrer Lieferkette: Sprechen Sie jetzt mit einem Asana-Experten.

Was sind die Vor- und Nachteile des SCOR-Modells?

Wie jedes Framework hat auch das SCOR-Modell Stärken und Grenzen, die Sie bei der Einführung berücksichtigen sollten.

Vorteile

Das SCOR-Modell kann Ihnen dabei helfen, Geschäftsprozesse abzubilden und zu optimieren. Weitere Vorteile sind:

  • Tiefgehende Analyse: Das SCOR-Modell ist extra darauf ausgerichtet, Ihnen tiefgehende und detaillierte Einblicke zu ermöglichen. Das Modell ist zwar kompliziert, liefert jedoch sehr gute Einblicke, die für Ihr Unternehmen und die Unternehmensoptimierung hilfreich sein können.

  • Kennzahlen: Das Modell gibt darüber hinaus Kennzahlen vor, die Sie zur Leistungsmessung heranziehen können. Auch dadurch können Sie besser verfolgen, wie effizient Ihre Prozesse sind.

  • Einheitlicher Standard: Das SCOR-Modell liefert genaue Anleitungen, wie die Leistungsmessung und Kommunikation erfolgen soll. Dadurch werden Unklarheiten aus dem Weg geräumt.

Nachteile

Das SCOR-Modell weist jedoch auch Grenzen auf. Kritiker weisen besonders auf folgende Nachteile hin:

  • Hohe Abhängigkeiten von Geschäftspartnern

  • Abteilungen, die nicht direkt Teil der Lieferkette sind, werden in diesem Modell nicht berücksichtigt. Dazu zählen etwa das Marketing oder die Entwicklung.

  • Ebenfalls werden in dem Modell die diversen Finanzströme nicht detailliert genug berücksichtigt.

In welchen Branchen wird das SCOR-Modell angewendet?

Das SCOR-Modell ist branchenübergreifend einsetzbar und wird weltweit von Unternehmen unterschiedlicher Größe genutzt. Besonders verbreitet ist es in folgenden Bereichen:

  • Produktion und Fertigung: Optimierung von Produktionsabläufen und Materialflüssen

  • Logistik und Transport: Standardisierung von Lieferprozessen und Lagerhaltung

  • Einzelhandel: Verbesserung der Warenversorgung und Bestandsplanung

  • Automobilindustrie: Koordination komplexer Zuliefererketten

  • Luftfahrt und Elektronik: Management globaler Beschaffungsnetzwerke

Die ASCM (ehemals APICS Supply Chain Council) bietet branchenspezifische Erweiterungen und Ressourcen für die Anpassung des SCOR-Modells an individuelle Anforderungen.

SCOR-Modell im Vergleich zu anderen Referenzmodellen

Das SCOR-Modell ist speziell auf das Supply Chain Management ausgerichtet. Im Vergleich zu anderen gängigen Referenzmodellen bietet es einen einzigartigen Fokus auf Lieferkettenprozesse.

Modell

Fokus

Anwendungsbereich

SCOR

Supply Chain Prozesse

Lieferkette, Logistik, Beschaffung

ITIL

IT-Service-Management

IT-Prozesse und Servicebereitstellung

BPMN

Allgemeine Geschäftsprozesse

Prozessmodellierung branchenübergreifend

Während ITIL sich auf die Optimierung von IT-Diensten konzentriert und BPMN ein allgemeines Werkzeug zur Modellierung beliebiger Geschäftsprozesse darstellt, bietet das SCOR-Modell branchenspezifische Metriken, Best Practices und Benchmarks speziell für die Lieferkette. Für Unternehmen, die ihre gesamte Supply Chain standardisieren und optimieren möchten, ist das SCOR-Modell daher die geeignetste Wahl.

Das SCOR-Modell mit Asana erstellen

Die Implementierung des SCOR-Modells erfordert eine strukturierte Vorgehensweise und die richtige Toolunterstützung. Um alle Prozesse, Kennzahlen und Maßnahmen zentral zu verwalten, bieten sich digitale Work-Management-Plattformen an.

Um das Modell exakt abbilden zu können, sollten Sie auf digitale Work Management Plattformen wie Asana setzen. Hierdurch können Sie alle wichtigen Details und Informationen zentral abspeichern und für alle zuständigen Mitarbeiter sichtbar machen.

Auch die Ziele lassen sich durch Asana leichter und besser verfolgen. So können Sie sehen, wie die Benchmarks (KPIs) erfüllt werden und davon ausgehend auch schneller Maßnahmen ableiten.

Dass dieser Ansatz in der Praxis funktioniert, zeigt HelloFresh eindrucksvoll. HelloFresh setzt Asana ein, um die Zusammenarbeit zwischen Einkauf, Produktion und Logistik zu koordinieren. Das Unternehmen entwickelt wöchentlich über 30 neue Rezepte in der DACH-Region und konnte die Teamproduktivität durch den strukturierten Einsatz von Asana um 33 Prozent steigern. Die zentrale Verwaltung aller Prozesse in Asana ermöglicht es HelloFresh, schnell auf Veränderungen in der Lieferkette zu reagieren und alle Beteiligten stets auf dem gleichen Stand zu halten. Erfahren Sie, wie Asana auch Ihre SCOR-Implementierung voranbringen kann: Fordern Sie jetzt Ihre persönliche Demo an.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie Ihnen Asana bei der Verbesserung Ihrer Geschäftsprozesse helfen kann, klicken Sie einfach auf den folgenden Link:

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Optimieren Sie Ihre Lieferkette mit dem SCOR-Modell

Das SCOR-Modell bietet Unternehmen ein bewährtes Framework, um ihre Lieferkettenprozesse systematisch zu analysieren, zu bewerten und zu optimieren. Die Kombination aus standardisierten Prozessen, klar definierten Kennzahlen und einer hierarchischen Struktur macht es zu einem unverzichtbaren Werkzeug für jedes Unternehmen, das seine Supply Chain effizienter gestalten möchte. Um die Prozesse des SCOR-Modells erfolgreich abzubilden und Ihre Lieferkette transparent zu verwalten, können Sie auf eine Work-Management-Plattform wie Asana setzen und noch heute den ersten Schritt zur Optimierung Ihrer Geschäftsprozesse machen.

Häufig gestellte Fragen zum SCOR-Modell

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