Das Thema "Design" ist in der heutigen Zeit ein allgegenwärtiges Thema – vom Produktdesign über das Grafikdesign bis hin zum Service-Design. Designer sind ständig gefordert, innovative Lösungen für komplexe Probleme zu finden.
Der Prozess dafür kann sich allerdings oft als schwierig und unübersichtlich erweisen. Dabei kann Design Thinking mit dem sogenannten Double Diamond Modell Abhilfe schaffen. Der Double Diamond ist ein Konzept, welches den Designprozess in klare und strukturierte Phasen unterteilt.
In diesem Artikel möchten wir mit Ihnen dieses Konzept genauer anschauen und Sie so bei Ihrem nächsten Designprozess unterstützen. Wir werden auf die Phasen eingehen, in die der Double Diamond unterteilt ist. Zur besseren Veranschaulichung stellen wir Ihnen auch einige Beispiele vor. Legen wir also direkt los!
Eine Vorlage zum Designprozess können Sie sich übrigens hier sichern:
Kostenlose Vorlage für Webdesign-ProzesseDer Double Diamond (auf Deutsch „doppelter Diamant“) ist ein Designprozessmodell, das den kreativen Prozess in vier klar definierte Phasen unterteilt: Discover, Define, Develop und Deliver. Es bietet Designern einen strukturierten Ansatz, um die Bedürfnisse der Nutzer gezielt zu verstehen und diese Erkenntnisse im Designprozess zu berücksichtigen.
Der Begriff "Double Diamond" wurde von der britischen Stiftung "British Design Council" im Jahr 2005 eingeführt. Diese Stiftung bietet eine aktive Unterstützung bei der Zukunftsentwicklung des Landes, indem Lösungen in verschiedenen Bereichen konzeptionalisiert werden. Um dabei einen einheitlichen Prozess zu gestalten, wurde dieses Modell entwickelt.
Das Double Diamond Modell basiert auf dem Zusammenspiel zweier grundlegender Denkweisen: dem divergenten und dem konvergenten Denken. Diese beiden Ansätze wechseln sich in jeder der beiden Diamant-Phasen ab und bilden so den Kern des gesamten Prozesses.
Divergentes Denken bedeutet, den Blick bewusst zu öffnen. Sie sammeln Ideen, Perspektiven und Informationen, ohne diese sofort zu bewerten. Es gibt in dieser Phase kein „richtig“ oder „falsch“ – vielmehr geht es darum, den Möglichkeitsraum so weit wie möglich zu erkunden. Konvergentes Denken hingegen verfolgt das entgegengesetzte Ziel: Sie analysieren, filtern und treffen Entscheidungen, um aus der Vielfalt an Optionen die relevantesten auszuwählen.
Im Double Diamond wiederholt sich dieses Muster zweimal, einmal pro Diamant:
Im ersten Diamanten beginnen Sie mit divergentem Denken in der Discover-Phase, in der Sie das Problemfeld breit erkunden. Anschließend verengen Sie in der Define-Phase den Fokus durch konvergentes Denken, bis Sie das zentrale Problem klar formuliert haben.
Im zweiten Diamanten öffnen Sie den Raum erneut: In der Develop-Phase generieren Sie divergent möglichst viele Lösungsideen. In der Deliver-Phase wählen Sie konvergent die beste Lösung aus und setzen diese um.
Der erste Diamant dient also dazu, das richtige Problem zu finden, während der zweite Diamant die richtige Lösung hervorbringt. Durch diesen bewussten Wechsel zwischen Öffnen und Schließen verhindern Sie einen häufigen Fehler in Designprozessen: vorschnell an einer Lösung zu arbeiten, bevor das eigentliche Problem vollständig verstanden wurde.
Diese Struktur gibt Ihnen die Sicherheit, dass Sie sowohl die Problemstellung als auch die Lösung gründlich durchdacht haben, bevor Sie mit der Umsetzung beginnen.
Der Double Diamond Prozess stellt einen Designprozess dar, der in vier Phasen unterteilt ist.die grafisch gesehen zwei Diamanten bilden. Dadurch auch der entsprechende Name. Die vier Phasen des Modells sind.
Discover (Entdecken)
Define (Definieren)
Develop (Entwickeln)
Deliver (Umsetzen)
In den nächsten Absätzen möchten wir näher auf diese verschiedenen Bereiche eingehen und uns anschauen, welche Punkte dabei jeweils zu beachten sind.
Asana für Designteams – jetzt testenDie Discover-Phase markiert den Beginn des Designprozesses und des ersten Diamanten. Am Anfang steht hier jeweils ein bestimmter Auslöser. Dies können Probleme sein, neue Produktideen oder auch die Verbesserung eines bestehenden Produkts.
In der ersten Phase geht es darum, diesen Auslöser besser zu verstehen und zu untersuchen, um eine solide Ausgangsbasis zu schaffen. Dies bedeutet, dass so viele Informationen wie notwendig gesammelt werden, damit man zum nächsten Schritt übergehen kann.
Wichtige Aktivitäten in dieser Phase umfassen:
Recherche: Das Sammeln von Informationen ist entscheidend in dieser Phase. Von Marktrecherche über Marktanalyse bis hin zur Literaturrecherche ist wichtig, dass Sie die für dieses Problem sinnvollste Recherche auswählen.
Interviews: In vielen Fällen kann es sehr hilfreich sein, direkte Gespräche mit den Benutzern eines Produkts oder einer Dienstleistung zu führen. Dadurch können Bedürfnisse und Wünsche besser verstanden werden.
Beobachtung: Auch das Beobachten von Benutzern kann dabei helfen, Verhaltensmuster und Probleme bzw. Herausforderungen zu erkennen.
Benchmarking: Das Benchmarking ist ebenfalls sehr hilfreich. Durch den Vergleich mit ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen lassen sich Trends und Optimierungspotenziale erkennen.
Die Discover-Phase legt den Grundstein für den gesamten Prozess. Im Mittelpunkt steht der User: Durch Research-Methoden erkennen Sie Präferenzen und Probleme, aus denen sich klare Ziele für das Projekt ableiten lassen.
Achtung:
Achten Sie in dieser Phase darauf, dass Sie völlig uneingenommen an ein Problem herangehen. Behalten Sie einen objektiven Blick und lassen Sie sich nicht von den eigenen, subjektiven Überzeugungen beeinflussen. Dadurch stellen Sie sicher, dass Sie das Problem nutzerzentriert lösen können.
Beachten Sie ebenfalls, dass Sie die Recherche in Grenzen halten. Natürlich ist es wichtig, viele Informationen einzuholen. Aber bedenken Sie, dass Sie nie alle Informationen sammeln können. Die Informationen sollten ausreichend sein, damit Sie bedenkenlos in die nächste Phase des Double Diamond wechseln können.
Nachdem alle relevanten Informationen gesammelt wurden, ist es Zeit für den nächsten Schritt der Double Diamond Methode. In der Define-Phase geht es darum, das Problem bzw. die Herausforderung konkret zu definieren und darauf aufbauend Ziele zu setzen.
In dieser Phase sortieren Sie das gesammelte Feedback, stellen erste Hypothesen auf und definieren das Problem. Oft zeigen sich dabei mehr Probleme als ursprünglich vermutet. Konzentrieren Sie sich in diesem Fall auf das Problem mit dem größten Potenzial, die User Experience zu verbessern.
Wichtige Aktivitäten in dieser Phase umfassen:
Problembeschreibung: Die genaue Formulierung des Problems, das gelöst werden soll, ist hier von entscheidender Bedeutung. Dadurch können Sie sicherstellen, dass Sie den Fokus für die nächsten Phasen beibehalten.
Zielsetzung: Danach werden klar formulierte Ziele und Zielgruppen definiert. Was soll in diesem Designprozess erreicht werden und für wen sind diese Verbesserungen gedacht?
Benutzerperspektive: Auch in dieser Phase muss der Fokus auf den Benutzern bleiben. Dies ist ein zentraler Aspekt im Design Thinking Prozess.
Durch die Define-Phase werden Missverständnisse verhindert, sodass alle Stakeholder ein klares Verständnis für das Problem und die Ziele haben. So vermeiden Sie auch, unnötig viele Iterationen im Laufe des Projekts durchführen zu müssen.
Achtung:
Vermeiden Sie, in einem Prozess zu viele Probleme auf einmal zu lösen. Denn sonst wird der Umfang eines einzelnen Projekts zu groß. Behalten Sie den Fokus zunächst auf dem größten Problem, welches sich aus der ersten Phase ergeben hat.
Die nächste Phase im Double Diamond umfasst die Entwicklung von Lösungsansätzen. Es geht darum, durch Brainstorming oder andere Kreativitätstechniken potenzielle Ideen zu sammeln, die als Lösungen dienen können. Dabei bildet der Design-Thinking-Prozess die übergeordnete Methodik, in der sich diese Phase einordnet.
Wichtige Aktivitäten in dieser Phase umfassen:
Ideenfindung: Der kreative Prozess beginnt und damit der zweite Diamant im Double Diamond. Sammeln Sie im Team Ideen und Ansätze zur Problemlösung.
Prototypen: Durch einfaches Prototyping können die ersten vielversprechenden Ideen schnell greifbar gemacht werden, um ein besseres Verständnis zu entwickeln.
Evaluation: Die Ideen werden bewertet und überarbeitet. Dazu gibt es ebenfalls hilfreiche Methoden, wie die Nutzwertanalyse.
Die Develop-Phase markiert den Beginn des kreativen Prozesses. Sammeln Sie Ideen und testen Sie diese durch Prototypen, welche Sie der Zielgruppe für mehr Feedback präsentieren können. Dadurch lässt sich das Erfolgspotential der Lösungen besser erkennen, damit Sie schlussendlich den besten Ansatz auswählen können.
Achtung:
Vermeiden Sie es, sich zu schnell für eine Lösung zu entscheiden, denn die erste Idee muss nicht die beste sein. Testen Sie mehrere Lösungsansätze und scheuen Sie sich nicht davor, bestehende Strukturen aufzubrechen. Veränderungen können Ihnen helfen, eine Struktur zu schaffen, die stärker auf die Nutzer ausgerichtet ist.
In der letzten Phase des Double Diamond kommen wir zum eigentlichen Lösungsprozess. In dieser Phase erfolgt die Umsetzung der ausgewählten Lösung, die Kommunikation mit den Stakeholdern und des Projekts.
Es muss nicht zwingend nur eine Lösung umgesetzt werden. Wenn sich mehr Ansätze als vielversprechend erweisen, können Sie auch zwei Optionen detaillierter als Prototyp umsetzen, um schlussendlich die passende Lösung zu entwickeln.
Wichtige Aktivitäten in dieser Phase umfassen:
Umsetzung: Die beste Lösung sollte entwickelt und umgesetzt werden. Dies erfolgt im Rahmen eines Produktentwicklungsprozesses.
Evaluation: Wichtig ist hierbei auch, dass das Projekt nach Abschluss evaluiert wird. Somit stellen Sie sicher, dass die Ziele erreicht worden sind und die Lösung den Anforderungen entspricht.
Diese Phase ist zentral, damit die Lösung auch finalisiert und in die Praxis umgesetzt wird. Auch die Kommunikation mit den Stakeholdern ist wichtig, um ihnen die erzielten Fortschritte zu präsentieren.
Achtung:
Achten Sie darauf, nicht zwingend die Lösung zu entwickeln, die Sie persönlich für die beste halten. Wenn eine andere Lösung die Nutzerzufriedenheit eher verbessert, sollte klar diese ausgewählt werden.
Soviel also zum Modell an sich. In diesem Absatz möchten wir für Sie noch einmal zusammengefasst die Vor- und Nachteile anführen.
Zu den Vorteilen des Double Diamond gehören ganz klar:
Strukturiertes Vorgehen: Der Double Diamond ermutigt Designer dazu, einen klaren und strukturierten Prozess zu erstellen. Zwar erfordert dies eine geordnete Herangehensweise, es verhindert aber auch, dass wichtige Schritte übersehen werden.
Betonung der Nutzerzentrierung: Bei diesem Modell steht ganz klar der Nutzer im Mittelpunkt. Dies wird erkenntlich in allen Phasen und es ist wichtig, denn nur so ergibt ein Designprozess auch wirklich Sinn.
Kreativität: Trotz des klaren Prozesses gibt es genug Raum für Designer, sich kreativ zu entfalten. Nur so können innovative Ideen entwickelt werden, die maßgeblich für den Erfolg sind.
Trotz der Vorteile sollte man sich auch ganz bewusst mit den Herausforderungen dieses Modells auseinandersetzen:
Flexibilität: Zwar lässt der Double Diamond auch Platz für Iterationen, es handelt sich jedoch um einen linearen Prozess. Der Designprozess ist aber nicht immer linear und so muss auch zwischen den Phasen gewechselt werden. Dessen sollte man sich bewusst sein.
Komplexität der Phasen: Der Designprozess im Double Diamond ist komplex und erfordert eine hohe Investition an Zeit und Ressourcen. Dies sollten Sie einplanen.
Zum besseren Verständnis möchten wir hier noch kurz ein Beispiel aus dem Webdesign anführen. Nehmen wir an, dass eine Agentur eine bestehende Website optimieren soll.
In der ersten Phase werden daher Informationen gesammelt. Wie ist die Website aktuell aufgebaut? Wie sieht es mit der Benutzerfreundlichkeit aus? Welche Probleme und Störungen treten auf?
In der zweiten Phase stellen Sie fest, dass das größte Problem die fehlende Struktur auf der Website ist. Es gibt keinen klaren Weg, wie die Nutzer von den Informationen zum Angebot kommen. Dadurch sinkt die Nutzerfreundlichkeit und auch die Conversions für die Website. Der Fokus liegt für die Agentur auf der Verbesserung der Struktur.
In der dritten Phase werden Lösungen dafür entwickelt. Im Team beschließen Sie Ideen wie die komplette Neustrukturierung der Website, die Änderung einzelner Links oder die Implementierung mehrerer Nutzerpfade durch einzelne Seiten, die an spezielle Keywords angepasst sind. Sie testen diese auch bereits durch mehrere kleine Prototypen.
Schlussendlich entscheiden Sie sich in der vierten Phase für die komplette Neustrukturierung. Diese umfasst eine intensive Kommunikation mit dem Stakeholder und viel Zeitaufwand, langfristig gesehen handelt es sich jedoch um die beste Option. Dies kommunizieren Sie mit Betreiber der Website, woraufhin Sie mit der Umsetzung starten.
Der Double Diamond gibt Ihnen eine klare Struktur, um komplexe Herausforderungen systematisch zu lösen – vom Erkennen des richtigen Problems bis zur Umsetzung der passenden Lösung. Entscheidend sind dabei drei Punkte: die konsequente Ausrichtung auf die Nutzer, der bewusste Wechsel zwischen divergentem und konvergentem Denken sowie eine saubere Phasendefinition, die Ihr Team vor Fehlentscheidungen schützt. Damit dieser Prozess in der Praxis gelingt, brauchen Sie ein Projektmanagement, das alle Beteiligten auf dem gleichen Stand hält.
Das Softwareunternehmen Lucid hat genau das erreicht: Durch die Konsolidierung von mehr als vier verschiedenen Arbeitsmanagement-Plattformen auf Asana konnte das Unternehmen die Abstimmung auf gemeinsame Ziele verbessern, mehr Transparenz schaffen und Projektübergaben deutlich beschleunigen. Wenn auch Sie Ihren Designprozess strukturierter und effizienter gestalten möchten, starten Sie kostenlos mit Asana.
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