Die 4-Tage-Woche im Überblick: Vorteile und Beispiele!

Philipp Steubel headshotPhilipp Steubel2. Juli 20226 Minuten Lesezeit
facebooktwitterlinkedin
4-Tage Woche Bild
Asana testen

Zusammenfassung

Die 4-Tage-Woche beschreibt ein neues Arbeitszeitmodell, wodurch Mitarbeiter mehr freie Tage bekommen. Das Modell stellt eine Alternative zur klassischen 5-Tage-Woche dar und bietet einige Vorteile, wie eine erhöhte Effizienz und eine verringerte Anzahl an Krankmeldungen. Gerade deshalb sind viele Unternehmen bereits auf die 4-Tage-Woche umgestiegen, wie zum Beispiel Awin.

Die heutige Arbeitswelt ist von vielen verschiedenen Änderungen geprägt. Das Konzept New Work befasst sich dabei mit den Veränderungen durch die voranschreitende Digitalisierung und Globalisierung und stellt dabei neue Arbeitsformen in den Vordergrund. Diese sollen Mitarbeitern mehr Flexibilität und Autonomität bieten. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit zum Home-Office, Gleitzeit oder auch die 4-Tage-Woche.

Die Vier-Tage-Woche mag für viele nur ein Buzzword sein, tatsächlich bringt aber die Umstellung von der 5-Tage-Woche zur 4-Tage-Woche einige Vorteile mit sich. Erfahren Sie mehr über das Prinzip der Vier-Tage-Woche und Unternehmen, die diese Umstellung bereits gewagt haben.

Wie funktioniert die 4-Tage-Woche?

Einfach ausgedrückt steht das Arbeitszeitmodell der 4-Tage-Woche für eine Reduktion der Wochentagen, an denen man arbeitet. In einer normalen Vollzeitposition hat man eine 40-Stunden-Woche, welche auf 5 Tage verteilt ist. Mit dem neuen Prinzip soll diese Zeit auf 4 Tage reduziert werden. Damit haben die Mitarbeiter trotz gleicher Arbeitszeit mehr freie Tage, um ihren persönlichen Anliegen mehr Zeit zu verschaffen, und das bei gleichem Lohn. Auch der Urlaubsanspruch bei der 4-Tage-Woche bleibt gleich, wobei sich die tatsächlichen Urlaubstage jedoch verringern.

Bei der Vier-Tage-Woche wird in den meisten Fällen nicht weniger gearbeitet. Es bedeutet nur, dass die Anzahl der Arbeitstage trotz Vollzeit-Position von 5 auf 4 reduziert wird. Wie die Arbeitsstunden konkret ausfallen, hängt von Unternehmen zu Unternehmen ab.

Natürlich wird aber die Anzahl der Stunden pro Tag in einem gewissen Rahmen gehalten. So ist es nicht möglich, 15 Stunden an einem Tag zu arbeiten. Dies wäre gegen die gesetzlichen Regelungen in Deutschland. Die Umstellung zum Arbeitszeitmodell der 4-Tage-Woche bringt auf jeden Fall einige Vorteile, aber auch manche Risiken mit sich.

Woher kommt der Trend der 4-Tage-Woche?

Sprechen wir vorher aber noch über die Herkunft dieses Trends. Noch im 20. Jahrhundert war es oft gang und gebe, dass man als Arbeiter 6 Tage in der Woche arbeiten musste. Da dies auf Dauer zu viel für die Mitarbeiter war, wurde in den 1960-er Jahren eine Regelung in Deutschland eingeführt. Demnach wurde das Arbeitsmodell auf 40 Stunden bzw. 5 Tage festgelegt.

An diesem Modell wurde auch lange nichts verändert. Seit einigen Jahren fielen jedoch immer mehr Zweifel an der 5-Tage-Woche auf. So bringen die Veränderungen der heutigen Zeit viele Möglichkeiten mit sich, um die Arbeitswelt flexibler und lebensfreundlicher für Mitarbeiter zu gestalten. Dies beinhaltet zum Beispiel die Möglichkeit, aus dem Home-Office zu arbeiten, oder gänzlich auf Remote Work umzusteigen. Dadurch spart man sich oft Zeit, die man fürs Pendeln benötigt. Aber auch das Modell der Gleitzeit wird immer beliebter. So kann man sich die Arbeitszeit zumindest teilweise nach dem eigenen Terminplan richten und entweder früher oder später anfangen.

In diesem Zusammenhang wird auch immer mehr die Sinnhaftigkeit der 5-Tage-Woche kritisiert. So bekommen die Mitarbeiter in der Vier-Tage-Woche einen weiteren freien Tag zur Verfügung gestellt, den sie nutzen können für sich selbst oder die Familie. Der Lebensstandard würde damit deutlich erhöht.

Wo gibt es die 4-Tage-Woche bereits?

Grundsätzlich ist das Arbeitszeitmodell in allen Ländern möglich, in denen die gesetzliche Höchstarbeitszeit gut geregelt ist. Nehmen wir als Beispiel die Möglichkeit der 4-Tage-Woche in Deutschland. Die Vier-Tage-Woche in Deutschland ist grundsätzlich möglich, da die Höchstarbeitszeit pro Tag bei 10 Stunden liegt. 10 Stunden auf 4 Tage verteilt würde hier das neue Arbeitszeitmodell ermöglichen.

Auch in Österreich ist das Arbeitszeitmodell der 4-Tage-Woche möglich. Hier liegt die Höchstarbeitszeit laut dem Arbeitszeitgesetz sogar bei 12 Stunden, womit die Arbeitszeit in diesen 4 Tagen sogar unterschiedlich gestaltet werden kann. Hier gilt es, sich mit dem Arbeitgeber abzusprechen, damit man auf dieses Modell umsteigen kann.

Im europäischen Raum gibt es aber noch viele weitere Länder, die sich an der 4-Tage-Woche versuchen. Bereits 2021 schaffte Spanien Anreize für Unternehmen, auf das neue Modell umzusteigen. Aber auch in Belgien einigte sich die belgische Regierung 2022 auf eine neue Arbeitsmarktreform. Damit soll es Unternehmen möglich sein, ihren Mitarbeitern die Vier-Tage-Woche zu ermöglichen.

Es gibt viele internationale Unternehmen, die bereits auf dieses Arbeitszeitmodell umgestiegen sind. Ein bekanntes Beispiel ist hier der japanische Firmenstandort von Microsoft. Das Ergebnis lässt für sich sprechen: Durch die Umsetzung des neuen Konzeptes arbeiteten die Mitarbeiter produktiver. Darüber hinaus wurde an Energie und Papier insgesamt eingespart. Somit war die Umstellung zur Vier-Tage-Woche für diese Firma ein großer Erfolg. Auch Unternehmen aus den USA, wie Bolt oder Basecamp haben den Umstieg erfolgreich gemeistert.

Aber auch im deutschsprachigen Raum gibt es bereits große Unternehmen, die diesen Schritt gewagt haben. Dazu zählt beispielsweise die Comdirect Bank. Man kann hier als Mitarbeiter zwischen verschiedenen Zeitmodellen entscheiden, darunter auch der 4-Tage-Woche. Genau deshalb hat das Unternehmen einen sehr guten Kununu-Score, welcher Aufschluss über die Mitarbeiterzufriedenheit gibt.

Die Einführung der 4-Tage-Woche bei Awin mit Asana

Ein weiteres großes Unternehmen aus Deutschland, welches auf die Vier-Tage-Woche umgestiegen ist, ist Awin. Das Unternehmen ist der weltweit größte Anbieter für Affiliate Marketing, mit tausenden von Werbekunden und Vertriebspartnern weltweit. Durch das rasche Wachstum, welches das Unternehmen im Jahr 2020 erlebte, mussten sie Veränderungen anstreben, um eine höhere Effizienz erzielen zu können.

Daher stieg die Firma auf das Modell der 4-Tage-Woche um. Sie gingen sogar noch einen Schritt weiter und gingen von 40 Stunden pro Woche auf 32 Stunden, und das bei vollem Gehalt. Damit will die Firma mehr Flexibilität und Erholung für die Mitarbeiter schaffen, damit diese an den Arbeitstagen motiviert und effizient sind.

Im Zuge dieser Umstellung wurde Asana von Awin in das Unternehmen integriert. Denn damit das Modell erfolgreich funktionieren konnte, mussten einige Prozesse optimiert und automatisiert werden. Vor allem in diesem Bereich war Asana für das Unternehmen und den Transformationsprozess sehr hilfreich. So konnten viele kleine Schritte erleichtert werden, welche in Summe einen großen Mehrwert für Awin schufen.

Automatisieren Sie Ihre Arbeit mit Asana

Die Vorteile der 4-Tage-Woche

Das Arbeitsmodell der 4-Tage-Woche bietet einige Vorzüge, welche sich positiv auf die Mitarbeiter und das Unternehmen auswirken können:

Ein zusätzlicher freier Tag

Einer der offensichtlichsten Vier-Tage-Woche Vorteile ist der neu gewonnene freie Tag für die Mitarbeiter. Auf die gesamte Woche gesehen haben Mitarbeiter in diesem Modell nun 3 ganze freie Tage und damit eine bessere Work-Life-Balance. Diese können sie nutzen, um sich zu entspannen, längere Ausflüge zu planen oder die Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

Zudem wird mindestens einer der Tage unter der Woche, also von Montag bis Freitag, sein. Somit können Mitarbeiter auch Behördengänge erledigen, die normalerweise nur möglich wären, indem sie sich frei nehmen.

Mehr Leistung

Dass das Arbeitszeitmodell der 4-Tage-Woche mehr Effizienz mit sich bringt, mag auf den ersten Blick nicht sehr logisch erscheinen. Trotzdem ist es so, dass die Mitarbeiter mehr Zeit haben, um von der Arbeit Abstand zu gewinnen. Wenn sie aber wieder zurück in der Arbeit sind, haben sie mehr Energie und Motivation, um alle wichtigen Aufgaben zu erledigen. Zudem wissen sie, dass sie für die wöchentlichen Aufgaben “nur” 4 Tage Zeit haben. Dieser zusätzliche Zeitdruck wirkt sich hier positiv aus.

Weniger Krankmeldungen

Wenn Mitarbeiter lange Arbeitswochen haben, sind sie in der Regel gestresster, schlafen schlechter und sind schneller erschöpft. Sie haben auch öfter gesundheitliche Beeinträchtigungen und werden sich öfter krank melden.

Beim Umstieg auf die 4-Tage-Woche haben die Mitarbeiter mehr freie Zeit, in der sie nicht durch die Arbeit gestresst werden. In dieser Zeit können sie sich auch um ihre Gesundheit kümmern, indem sie Sport betreiben oder Zeit an der frischen Luft verbringen. In Folge dessen gibt es beim Umstieg auf das neue Arbeitszeitmodell weniger Krankmeldungen. Dies wirkt sich natürlich positiv auf die Mitarbeiter und das Unternehmen aus.

Kritik an der 4-Tage-Woche

Dennoch ist natürlich nicht alles nur positiv an der 4-Tage-Woche. Folgende berechtigte Kritiken gibt es an dem Zeitmodell:

Längere Arbeitstage

Viele Mitarbeiter wollen beim Umstieg nicht mit den Stunden runtergehen, damit sie auch ein gleiches Gehalt bei der Vier-Tage-Woche behalten. Dies bedeutet aber auch, dass sie in der Regel an den Arbeitstagen länger arbeiten müssen. 10 Stunden pro Tag sind es hier mindestens.

Wenn man als Unternehmen den Umstieg auf dieses Modell wagen möchte, dann müssen die Mitarbeiter auch verstehen und akzeptieren, dass sie an den Arbeitstagen länger arbeiten müssen.

Weniger Urlaubstage

Tatsächlich ist es so, dass sich trotz einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden der Urlaubsanspruch bei der 4-Tage-Woche verringert. Wie viele Tage man genau frei hat, hängt natürlich von Land zu Land ab. Nehmen wir als Beispiel die 4-Tage-Woche in Deutschland. Bei der 5-Tage-Arbeitswoche hat man über das ganze Jahr verteilt 20 Tage Urlaub. Wenn man allerdings nur 4 Tage pro Woche arbeitet, reduziert sich die Anzahl auf 16 Urlaubstage. Dennoch hat man bei beiden Modellen 4 Wochen pro Jahr frei.

In Österreich hingegen haben Mitarbeiter fünf Wochen pro Jahr Urlaubsanspruch. Somit wären dies bei 5 Arbeitstagen pro Woche 25 Tage, bei 4 Arbeitstagen jedoch nur 20 Tage.

Potentielle Umsätze fallen weg

Dienstleister könnten bei diesem Modell Umsatzeinbuße verzeichnen. Schließlich würde mit dem Arbeitszeitmodell der 4-Tage-Woche ein ganzer Tag wegfallen, womit keine Umsätze an diesem Tag erzielt werden würden. 

Dem könnte man allerdings entgegenwirken, indem man die Arbeitstage auf die Woche verteilt. So könnte es manche Mitarbeiter geben, die Samstag, Sonntag und Montag frei haben, während andere Freitag, Samstag und Sonntag frei haben.

Prozesse in der 4-Tage-Woche effizient halten mit Asana

Damit der Umstieg von der 5-Tage-Woche auf die 4-Tage-Woche gelingt, müssen einige Voraussetzungen geschaffen werden. Zunächst kommen mit dieser Umstellung viele Veränderungen. Die Führungskräfte müssen sich hier als Leader beweisen und die Mitarbeiter durch geeignetes Change-Management auf die Veränderungen vorbereiten.

Zudem sollte ein adäquates System geschaffen werden, damit das Unternehmen keine Einbußen bei der Effizienz verzeichnet. Hierzu können digitale Tools wie Asana sehr hilfreich sein. Durch die digitale Abbildung der Projekt und der Workflows wird ein zentraler Punkt geschaffen, an dem sich die Mitarbeiter orientieren können. Zudem lassen sich gewisse Aufgaben automatisieren, was wiederum eine Zeiteinsparung mit sich bringt.

Testen Sie Asana für das Projektmanagement

Hinweis: Asana bietet keine rechtliche Beratung an und dieser Artikel sollte nicht als rechtliche Beratung angesehen werden.

Weitere Ressourcen

Webinar

How Asana uses Asana to Onboard New Hires