Egal ob im Berufsleben oder im Privatleben, wir kommunizieren ständig mit anderen Menschen. Nicht alle unsere Gedanken sprechen wir aus, und vieles, was wir sagen, wird von unserem Gegenüber anders wahrgenommen.
Zwischenmenschliche Kommunikation ist komplex, denn Faktoren wie Umgebung und nonverbale Ausdrucksweise beeinflussen jedes Gespräch. Kommunikationsmodelle helfen der Wissenschaft, diese Zusammenhänge zu erklären und zu vereinfachen.
In diesem Artikel erfahren Sie, was Kommunikation ist, warum Kommunikationsmodelle wichtig sind und welchen Nutzen Sie aus den sieben bekanntesten Modellen ziehen können.
Kommunikation ist der Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehr Personen. Eine gute Kommunikation am Arbeitsplatz ist dabei besonders wichtig. Dabei spielt nicht nur das Gesagte (verbale Kommunikation) eine Rolle, sondern auch Mimik und Gestik beeinflussen stark, wie Informationen wahrgenommen werden.
Ein Beispiel: Sie haben eine Beförderung erhalten. Ein Kollege sagt: „Wie toll, dass du befördert wurdest." Wirkt er freundlich, ist die Aussage vermutlich aufrichtig gemeint. Verdreht er die Augen oder klingt sarkastisch, freut er sich wahrscheinlich nicht für Sie.
Kostenlose Vorlage für EinzelgesprächeKommunikationsmodelle sind theoretische Konzepte, die den Prozess der zwischenmenschlichen Kommunikation in ihre wesentlichen Bestandteile zerlegen. Sie machen die komplexen Abläufe eines Gesprächs greifbar und helfen dabei, Missverständnisse zu erkennen und zu vermeiden.
Die nonverbale Kommunikation wird von unterbewussten Werten, moralischen Einstellungen und der Umgebung beeinflusst. Bei der Vielzahl an Faktoren ist es schwer zu beschreiben, wie Kommunikation wirklich funktioniert.
Genau dies soll mit Kommunikationsmodellen erreicht werden. Sie brechen das Thema auf Kernelemente herunter und ermöglichen eine erfolgreiche Kommunikation. Gerade im Berufsleben hilft dieses Wissen, wenn Gruppenarbeit ansteht oder im Team gearbeitet wird.
Verbessern Sie mit Asana die Kommunikation im TeamEs gibt viele verschiedene Kommunikationsmodelle, die das Thema Kommunikation aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten oder aufeinander aufbauen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die sieben bekanntesten Modelle vor.
Das Eisbergmodell basiert auf der Persönlichkeitstheorie von Sigmund Freud, der beschreibt, dass menschliches Handeln zu einem Großteil unterbewusst gesteuert wird. Die Eisberg-Analogie geht auf den Schriftsteller Ernest Hemingway zurück, der sinngemäß beschrieb, dass sich nur ein Achtel eines Eisbergs über der Wasseroberfläche befindet.
Das Modell beschreibt das Verhältnis zwischen Sachebene (verbale Kommunikation) und Beziehungsebene (nonverbale Kommunikation). Einen Großteil unserer Gedanken und Gefühle sprechen wir nicht direkt aus, sondern zeigen sie indirekt durch Tonfall oder Körperhaltung.
Praxis-Tipp: Konflikte entstehen oft, wenn Sach- und Beziehungsebene nicht übereinstimmen. Achten Sie auf klare Ausdrucksweise und akzeptieren Sie unterschiedliche Wertvorstellungen.
Das Sender-Empfänger-Modell von Claude E. Shannon und Warren Weaver beschreibt Kommunikation als Übermittlung einer Nachricht vom Sender an den Empfänger. Der Sender codiert seine Gedanken in Sprache; der Empfänger decodiert die Nachricht.
Die Botschaft wird über verschiedene Kanäle übermittelt: verbal, nonverbal und paraverbal (Tonfall, Lautstärke). Probleme treten auf, wenn die Botschaft beim Empfänger anders ankommt als beabsichtigt, etwa durch Lärm, Sprachbarrieren oder Doppeldeutigkeiten.
Praxis-Tipp: Achten Sie auf die Reaktion des Empfängers und fragen Sie nach, ob Ihre Nachricht richtig angekommen ist.
Das Organon-Modell wurde 1934 vom Sprachpsychologen Karl Bühler entwickelt. Es erweitert das Sender-Empfänger-Modell um den Aspekt des Sachverhalts und unterscheidet drei Kommunikationsfunktionen:
Ausdrucksfunktion: Der Sender drückt eigene Gefühle und Emotionen aus, oft unbewusst durch nonverbale Kommunikation.
Darstellungsfunktion: Die eigentliche Information wird möglichst neutral übermittelt.
Appellfunktion: Der Sender übermittelt eine Aufforderung an den Empfänger, direkt oder indirekt.
Das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun unterscheidet vier Ebenen jeder Nachricht:
Sachebene: Die tatsächlich ausgesprochene Information, Daten oder Fakten.
Beziehungsebene: Das Verhältnis zwischen Sender und Empfänger beeinflusst Wortwahl und nonverbale Kommunikation.
Selbstoffenbarung: Jede Nachricht gibt Einblicke in die Gefühle und Persönlichkeit des Senders.
Appellebene: Was der Sender beim Empfänger erreichen möchte.
Konflikte entstehen laut Schulz von Thun, wenn die vier Nachrichten unterschiedliche Bedeutungen haben und der Empfänger auf einem anderen „Ohr" hört als beabsichtigt. Die verschiedenen Kommunikationsstile spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Paul Watzlawick entwickelte ein Kommunikationsmodell mit fünf Grundsätzen (Axiomen):
Axiom | Aussage | Bedeutung |
1 | Man kann nicht nicht kommunizieren | Selbst Schweigen sendet Signale aus |
2 | Inhalts- und Beziehungsaspekt | Jede Nachricht hat eine sachliche und eine persönliche Ebene |
3 | Ursache und Wirkung | Kommunikation verläuft als Wechselspiel von Aktion und Reaktion |
4 | Analog und digital | Nachrichten können eindeutig (digital) oder interpretierbar (analog) sein |
5 | Symmetrisch oder komplementär | Die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern beeinflusst die Kommunikation |
NLP (Neurolinguistisches Programmieren) ist ein Kommunikationsmodell aus den 1970er-Jahren. Ursprünglich von dem Mathematiker Richard Bandler und dem Linguisten John Grinder entwickelt, wird es heute in Bereichen wie Verkauf und Führung eingesetzt. NLP basiert auf drei Säulen:
Neuro: Unser Nervensystem nimmt laufend Informationen über die Sinnesorgane auf und beeinflusst dadurch Denken und Handeln.
Linguistik: Sprache dient der Kommunikation mit anderen und der inneren Selbstreflexion.
Programmieren: Durch gezielte Veränderung von Denk- und Verhaltensmustern lässt sich die Kommunikation verbessern.
Die Transaktionsanalyse von Eric Berne unterteilt menschliches Kommunikationsverhalten in drei Ich-Zustände:
Eltern-Ich: Kritisch-korrigierendes oder fürsorglich-bevormundendes Verhalten.
Erwachsenen-Ich: Sachliches, rationales und informatives Handeln, ideal für konstruktive Kommunikation.
Kind-Ich: Von Kindheitserfahrungen gelenktes Verhalten, kreativ-spontan, unsicher oder trotzig.
Wir wechseln während eines Gesprächs aktiv zwischen diesen Zuständen. Konflikte treten auf, wenn sich die Gesprächspartner in unterschiedlichen Ich-Zuständen befinden. Erfolgreiche Kommunikation gelingt, wenn beide auf derselben Ebene kommunizieren.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die sieben vorgestellten Kommunikationsmodelle:
Modell | Begründer | Kernaussage | Anwendung im Beruf |
Eisbergmodell | Freud / Hemingway | Nur ein kleiner Teil der Kommunikation ist sichtbar; der Großteil läuft unterbewusst ab. | Konflikte erkennen, die unter der Oberfläche liegen |
Sender-Empfänger-Modell | Shannon / Weaver | Kommunikation ist ein Codierungs- und Decodierungsprozess. | Klare Botschaften formulieren, Feedback einholen |
Organon-Modell | Karl Bühler | Sprache hat drei Funktionen: Ausdruck, Darstellung und Appell. | Zwischen Information und Aufforderung unterscheiden |
4-Ohren-Modell | Schulz von Thun | Jede Nachricht hat vier Ebenen: Sachinhalt, Beziehung, Selbstoffenbarung, Appell. | Missverständnisse in Meetings vermeiden |
5 Axiome | Paul Watzlawick | Man kann nicht nicht kommunizieren. | Gesprächsdynamiken verstehen und steuern |
NLP-Modell | Bandler / Grinder | Denk- und Sprachmuster bewusst verändern. | Verhandlungen und Führungsgespräche optimieren |
Transaktionsanalyse | Eric Berne | Drei Ich-Zustände bestimmen die Kommunikation. | Konstruktive Gespräche auf Augenhöhe führen |
Theorie ist ein guter Anfang, doch wie setzen Sie dieses Wissen im Arbeitsalltag um? Hier sind bewährte Strategien:
Aktiv zuhören: Konzentrieren Sie sich auf Ihr Gegenüber. Fassen Sie das Gesagte in eigenen Worten zusammen, um sicherzustellen, dass Sie die Botschaft richtig verstanden haben.
Feedback einholen: Fragen Sie nach, ob Ihre Nachricht angekommen ist, wie beabsichtigt. Das reduziert Missverständnisse im Team erheblich. Lesen Sie auch unsere Tipps zur Teamkommunikation.
Nonverbale Signale beachten: Achten Sie in Meetings auf Körpersprache, Tonfall und Mimik. Diese Signale verraten oft mehr als das gesprochene Wort.
Die richtige Ebene wählen: Überlegen Sie vor wichtigen Gesprächen, ob Sie sachlich, emotional oder appellativ kommunizieren möchten.
Digitale Kommunikation bewusst gestalten: In E-Mails und Chat-Nachrichten fehlen nonverbale Signale. Formulieren Sie daher besonders klar und nutzen Sie Tools, die Transparenz schaffen. Ein Kommunikationsplan kann dabei helfen.
Sie müssen sich nicht alle Ebenen aller Kommunikationsmodelle merken. Wichtig sind die zentralen Erkenntnisse: Sie kommunizieren nicht nur durch Worte, sondern auch durch Körperhaltung, Tonfall und Mimik. Achten Sie bewusst auf diese Signale, damit Ihre Botschaften richtig ankommen.
Mit diesem Hintergrundwissen können Sie auch leichter deuten, was Ihre Gesprächspartner wirklich ausdrücken wollen, und so Missverständnisse vermeiden. Das fördert die Teamsynergie und stärkt die Zusammenarbeit.
Kommunikationsmodelle liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Gespräche funktionieren und wo Missverständnisse entstehen. Im beruflichen Umfeld reicht theoretisches Wissen allein jedoch nicht aus. Sie brauchen die passenden Werkzeuge, um die Kommunikation in Ihrem Team transparent und effizient zu gestalten.
Mit einer Work-Management-Plattform wie Asana schaffen Sie klare Kommunikationsstrukturen: Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Fortschritte sind für alle sichtbar. So reduzieren Sie Informationsverluste und stellen sicher, dass alle Teammitglieder auf dem gleichen Stand sind, auch in funktionsübergreifenden Teams.
Moderne Teams setzen zunehmend auf KI-gestützte Werkzeuge, um ihre Kommunikation weiter zu optimieren. Mit Asana AI Teammates arbeiten KI-Agenten direkt neben Ihrem Team, übernehmen Routineaufgaben und sorgen dafür, dass wichtige Informationen nicht verloren gehen. So bleibt mehr Zeit für die wirklich wichtigen Gespräche.
Kostenfreie Asana-Vorlagen entdeckenDie sieben bekanntesten Kommunikationsmodelle sind das Eisbergmodell, das Sender-Empfänger-Modell, das Organon-Modell, das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun, die 5 Axiome von Watzlawick, das NLP-Modell und die Transaktionsanalyse. Jedes Modell beleuchtet einen anderen Aspekt der zwischenmenschlichen Kommunikation.
Das 4-Ohren-Modell (auch Vier-Seiten-Modell) von Friedemann Schulz von Thun gehört zu den bekanntesten Kommunikationsmodellen im deutschsprachigen Raum. Es beschreibt, dass jede Nachricht vier Ebenen hat: Sachinhalt, Beziehung, Selbstoffenbarung und Appell.
Kommunikationsmodelle helfen Ihnen, bewusster zu kommunizieren. Achten Sie auf aktives Zuhören, holen Sie regelmäßig Feedback ein und beachten Sie nonverbale Signale. Im beruflichen Kontext unterstützen Tools wie Asana dabei, klare Kommunikationsstrukturen zu schaffen.
Kommunikationsmodelle machen die komplexen Vorgänge in Gesprächen greifbar. Sie helfen dabei, Missverständnisse zu erkennen und zu vermeiden, Konflikte konstruktiv zu lösen und die Zusammenarbeit im Team zu verbessern.
Verbale Kommunikation umfasst alles, was wir mit Worten ausdrücken, ob gesprochen oder geschrieben. Nonverbale Kommunikation bezieht sich auf Körpersprache, Mimik, Gestik und Tonfall. Laut dem Eisbergmodell macht die nonverbale Kommunikation den weitaus größeren Teil der Gesamtkommunikation aus.
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