Die 6-3-5-Methode im Überblick

Philipp Steubel – PortraitPhilipp Steubel
16. Februar 2026
4 Lesezeit (Minuten)
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Zusammenfassung

Die 6-3-5-Methode ist eine strukturierte Brainwriting-Technik, mit der Teams in kurzer Zeit eine große Anzahl neuer Ideen entwickeln. Durch den klaren Ablauf und die gleichzeitige Beteiligung aller Gruppenmitglieder fördert sie Kreativität und verhindert Dominanzeffekte. Entscheidend für den Erfolg ist die anschließende Bewertung und Weiterverarbeitung der entstandenen Ideen.

Wenn Teams neue Ideen entwickeln sollen, endet klassisches Brainstorming oft in zwei Extremen: Entweder sprechen immer dieselben Personen oder die Diskussion verliert sich im Detail. Die 6-3-5-Methode setzt genau hier an. Sie strukturiert die Ideenfindung so, dass alle Gruppenmitglieder gleichermaßen eingebunden sind und innerhalb kurzer Zeit eine große Ideensammlung entsteht.

Als Brainwriting-Technik sorgt sie für Klarheit im Ablauf und reduziert Dominanzeffekte. Statt laut zu diskutieren, schreiben die Teilnehmenden ihre Ideen zunächst still auf. Das Ergebnis ist häufig überraschend: ungewöhnliche Ideen, neue Lösungsvorschläge und ein transparenter kreativer Prozess.

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Was ist die 6-3-5-Methode?

Die 6-3-5-Methode ist eine strukturierte Kreativitätstechnik zur systematischen Ideenfindung. Der Name der Methode erklärt zugleich ihren Kern: Sechs Personen entwickeln jeweils drei Ideen innerhalb von fünf Minuten. Dieser Ablauf wird mehrfach wiederholt, sodass in kurzer Zeit eine große Anzahl an Vorschlägen entsteht.

Entwickelt wurde die Methode 635 von Bernd Rohrbach. Sie gehört zu den klassischen Brainwriting-Methoden und wird oft als Alternative zum klassischen Brainstorming eingesetzt. Während beim Brainstorming laut diskutiert wird, basiert die 6-3-5-Methode auf schriftlichem Austausch.

Ziel ist es, die Kreativität aller Beteiligten zu aktivieren und Ideen weiterzuentwickeln, statt sie sofort zu bewerten.

Wie funktioniert die 6-3-5-Methode?

Der Ablauf ist bewusst klar und einfach gehalten. Genau das macht die Brainwriting-Methode so effektiv.

Zu Beginn erhalten alle Gruppenmitglieder ein Blatt Papier, häufig im DIN A4-Format. Dieses Ideenblatt ist in drei Spalten und sechs Zeilen unterteilt. In der ersten Runde notiert jede Person in der ersten Zeile drei Ideen zu einer klar definierten Fragestellung.

Nach fünf Minuten wird das Blatt im Uhrzeigersinn an die nächste Person weitergegeben. Diese liest die vorhandenen Einträge und ergänzt in der freien Zeile drei neue Ideen oder baut bestehende Vorschläge weiter aus. Dieser Prozess wiederholt sich so lange, bis jede Person jedes Blatt einmal bearbeitet hat.

Nach sechs Durchläufen entstehen auf jedem Blatt 18 Ideen. Bei einer Gruppengröße von sechs Personen sind das insgesamt 108 Ansätze in relativ kurzer Zeit.

Warum die Methode so wirkungsvoll ist

Die Stärke der 6-3-5-Methode liegt in ihrer Struktur. Sie verhindert, dass einzelne Personen dominieren oder Diskussionen frühzeitig in Richtung Bewertung kippen. Stattdessen entsteht ein ruhiger, fokussierter Arbeitsmodus.

Weil alle gleichzeitig schreiben, wird Zeit effizient genutzt. Zudem senkt die schriftliche Form die Hemmschwelle, auch ungewöhnliche Ideen zu formulieren. Gerade zurückhaltendere Gruppenmitglieder beteiligen sich häufig aktiver als in offenen Diskussionen.

Ein weiterer Vorteil: Ideen werden nicht isoliert betrachtet, sondern weiterentwickelt. Jede nächste Person baut auf den Vorschlägen der vorherigen auf. Dadurch entsteht ein kollaborativer Denkprozess, der die Qualität der Lösungsvorschläge erhöht.

Ablauf im Workshop oder in Innovationssessions

In Workshops eignet sich die 6-3-5-Methode besonders gut, wenn eine klar umrissene Fragestellung im Mittelpunkt steht. Entscheidend ist, dass das Problem präzise formuliert ist, bevor die erste Runde beginnt. Je konkreter die Leitfrage, desto zielgerichteter werden die Ideen. Unscharfe oder zu breite Fragestellungen führen dagegen schnell zu allgemeinen oder wenig brauchbaren Vorschlägen.

Ein typischer Ablauf sieht folgendermaßen aus:

  • Einführung in die Fragestellung und Klärung des Ziels der Session

  • Erste Runde: Jede Person notiert drei Ideen in der ersten Zeile ihres Ideenblatts

  • Weitergabe der Ideenblätter im Uhrzeigersinn an die nächste Person

  • Mehrere Durchgänge, bis jede Person jedes Blatt bearbeitet hat

  • Gemeinsame Auswertung und strukturierte Bewertung der Ideen

Wichtig ist, dass während der Schreibphase nicht diskutiert wird. Kreativität und Bewertung werden bewusst getrennt. Erst nach Abschluss aller Runden beginnt die gemeinsame Analyse. Diese klare Trennung sorgt dafür, dass ungewöhnliche oder noch unausgereifte Ideen nicht vorschnell verworfen werden.

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Vergleich mit anderen Kreativitätsmethoden

Die 6-3-5-Methode ist eine von vielen Kreativitätsmethoden, die in Workshops oder Innovationsprozessen eingesetzt werden. Im Unterschied zum klassischen Brainstorming basiert sie nicht auf spontanen Wortmeldungen, sondern auf einem strukturierten, schriftlichen Austausch. Dadurch wird die Beteiligung gleichmäßiger verteilt und der Prozess weniger von extrovertierten Personen dominiert.

Andere Ansätze verfolgen andere Schwerpunkte. Die Walt-Disney-Methode arbeitet mit klar getrennten Rollen und Perspektiven. Die Osborn-Checkliste nutzt gezielte Fragen, um bestehende Ideen weiterzuentwickeln. SCAMPER setzt auf systematische Variation und Veränderung vorhandener Konzepte.

Die 6-3-5-Methode hingegen konzentriert sich auf die schnelle Generierung und iterative Weiterentwicklung vieler Ideen in klar definierten Zeitschritten. Welche Methode am besten geeignet ist, hängt vom Ziel ab. Wenn in kurzer Zeit eine breite Ideensammlung entstehen soll, bietet die 6-3-5-Methode einen besonders effizienten Rahmen.

Vorteile und mögliche Nachteile

Aspekt

Vorteil

Möglicher Nachteil

Struktur

Klarer Ablauf, einfache Durchführung

Weniger Raum für spontane Diskussion

Beteiligung

Alle Gruppenmitglieder schreiben gleichzeitig

Fixe Gruppengröße von sechs Personen empfohlen

Zeitmanagement

Viele Ideen in kurzer Zeit

Zeitdruck kann manche Teilnehmende hemmen

Ideenqualität

Systematische Weiterentwicklung

Qualität hängt stark von Fragestellung ab

Welche Nachteile hat die 6-3-5-Methode?

Trotz ihrer Stärken ist die Methode nicht in jeder Situation ideal. Der feste Zeitrahmen kann bei komplexen Themen als zu knapp empfunden werden. Manche Personen fühlen sich unter Zeitdruck weniger kreativ.

Zudem eignet sich die Methode weniger für sehr kleine Teams. Bei deutlich abweichender Gruppengröße muss der Ablauf angepasst werden. Auch der fehlende direkte Austausch während der Schreibphase kann als Einschränkung wahrgenommen werden, wenn spontane Diskussion gewünscht ist.

Deshalb ist es sinnvoll, die 6-3-5-Methode bewusst auszuwählen und gegebenenfalls mit anderen Kreativitätstechniken zu kombinieren.

Einsatz im Homeoffice und in digitalen Teams

Auch im Homeoffice oder in verteilten Teams lässt sich die 6-3-5-Methode problemlos durchführen. Anstelle eines physischen Blatt Papier können digitale Dokumente, geteilte Tabellen oder strukturierte Whiteboards genutzt werden. Entscheidend ist nicht das Medium, sondern die klare Taktung und der reihum organisierte Austausch. Jede nächste Person ergänzt die bestehenden Ideen systematisch – genauso wie im klassischen Workshop-Setting.

Digitale Durchführung hat sogar Vorteile: Alle Beiträge bleiben automatisch dokumentiert, nichts geht verloren, und der kreative Prozess ist transparent nachvollziehbar. Wichtig ist jedoch, auch online klare Zeitfenster zu setzen. Der strukturierte Ablauf sorgt dafür, dass die Methode ihre Dynamik behält.

Mit Asana lassen sich solche Sessions gut vorbereiten und abbilden. Eine zentrale Aufgabe kann die Fragestellung enthalten, während Unteraufgaben als digitale Ideenblätter dienen. Verantwortlichkeiten, Zeitrahmen und nächste Schritte sind dadurch für alle sichtbar.

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Wenn Asana AI eingesetzt wird, kann es zusätzlich unterstützen, die entstandenen Ideen zu ordnen. Smart Summaries helfen dabei, umfangreiche Ideensammlungen kompakt zusammenzufassen. Der Smart Editor unterstützt beim Verdichten oder Überarbeiten von Vorschlägen, etwa für eine Präsentation oder Entscheidungsgrundlage. Und mit AI Studio lassen sich Workflows einrichten, die Ideen automatisch kategorisieren oder an zuständige Personen weiterleiten. So wird der Übergang von der Ideensammlung zur strukturierten Weiterarbeit deutlich einfacher.

Wie geht es weiter nach der 6-3-5-Methode?

Die eigentliche Wirkung der 6-3-5-Methode zeigt sich erst nach dem letzten Durchlauf. Die Sammlung von Ideen ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, wie strukturiert und transparent die anschließende Bewertung der Ideen erfolgt.

Dafür sollten im Vorfeld klare Kriterien festgelegt werden, beispielsweise Umsetzbarkeit, erwartete Wirkung, strategische Relevanz oder benötigter Aufwand. Auf dieser Basis lassen sich die vielversprechendsten Ansätze identifizieren.

Anschließend geht es darum, Prioritäten zu setzen und konkrete Maßnahmen abzuleiten. Ideen müssen in Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Zeitpläne überführt werden. Ohne diesen Schritt bleibt selbst die beste Brainwriting-Technik theoretisch.

Ein klar definierter Übergang von der Ideensammlung zur Umsetzung stellt sicher, dass kreative Energie nicht verpufft, sondern zu greifbaren Ergebnissen führt.

Fazit

Die 6-3-5-Methode eignet sich besonders dann, wenn in kurzer Zeit viele neue Ideen strukturiert gesammelt werden sollen. Durch ihren klaren Ablauf fördert sie gleichberechtigte Beteiligung und reduziert Dominanzeffekte.

Als Brainwriting-Technik ergänzt sie klassische Brainstorming-Formate und andere Kreativmethoden sinnvoll. Richtig eingesetzt schafft sie eine solide Grundlage für Innovation, Problemlösung und fundierte Entscheidungen.

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FAQs zur 6-3-5-Methode

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