Working Out Loud: Methode, Prinzipien und WOL Circles

Philipp Steubel – PortraitPhilipp Steubel
6. Mai 2026
5 Lesezeit (Minuten)
facebookx-twitterlinkedin
Working out Loud Bild
Gratis testen
Demo ansehen

Zusammenfassung

Working Out Loud bedeutet, das eigene Wissen zu sammeln und mit anderen Menschen zu teilen. Im Rahmen sogenannter WOL-Circles wird an indviduellen Zielen gearbeitet und Wissen miteinander geteilt. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr darüber, wie Working Out Loud funktioniert und welche Vorteile es bietet.

Agiles Arbeiten wird in der heutigen Geschäftswelt immer wichtiger. Denn der Fokus für Unternehmen liegt nicht mehr nur darin, Produkte mit vielen Features oder Dienstleistungen mit vielen zusätzlichen Angeboten zu entwickeln. Vielmehr ist es wichtig, das Angebot voll und ganz für den Kundennutzen zu entwickeln.

Dafür ist es wichtig, schnell auf Veränderungen zu reagieren und ein kompetentes System für das Wissensmanagement aufzubauen. Genau hier setzt Working Out Loud an: Die Methode fördert den internen und externen Wissensaustausch systematisch.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Working Out Loud (WOL). Sie erfahren, was hinter dem Prinzip steckt, welche Ziele damit verfolgt werden und welche Vor- und Nachteile dies für Ihr Unternehmen bzw. Ihr Team bedeuten kann.

Verbessern Sie mit Asana die Zusammenarbeit im Team

Was ist Working Out Loud?

Working Out Loud (kurz: WOL) ist eine Methode zur Vernetzung und persönlichen Weiterentwicklung, bei der Arbeitsprozesse, Wissen und Ziele offen geteilt werden. Entwickelt von John Stepper auf Basis eines Konzepts von Bryce Williams (2010), zielt WOL darauf ab, den Wissensaustausch in Unternehmen und zwischen Fachleuten systematisch zu fördern.

Das Konzept lässt sich in die Kategorie „New Work" einteilen. Bryce Williams verfasste 2010 einen Blogartikel mit dem Titel „When will we start to Work Out Loud? Soon!" und beschrieb WOL als Gleichung:

Working Out Loud = Observable Work + Narrating Your Work

2015 wurde auf Basis dieses Artikels ein Buch von John Stepper veröffentlicht, mit dem Titel „Working Out Loud: For a better career and life".

Der Grundgedanke: Wissen muss geteilt werden. Laut Stepper und Williams geschieht dies in zwei Schritten:

1. Wissen sichtbar machen

Die eigene Arbeit und das eigene Wissen sollten so detailliert wie möglich dokumentiert werden. Um die Arbeit sichtbar zu machen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eigene Wissensplattformen, mehrere Ordner, etc. Wir empfehlen Ihnen hier, auf digitale Systeme zu greifen, da so das Wissen nicht nur gespeichert werden kann, sondern auch schnell und einfach zugänglich ist. Wir von Asana bieten Ihnen eine Plattform, auf der Sie Dokumente und Wissen ganz einfach digital abspeichern können. Ihre Teammitglieder können so schnell und unkompliziert auf wichtige Ressourcen zugreifen.

Work Management in Asana – jetzt testen

2. Über Wissen berichten

Im zweiten Schritt geht es darum, über das interne Wissen zu berichten. Dem Prinzip von Working Out Loud nach ist es jetzt an der Zeit, das Wissen mit anderen Experten, Teams oder Unternehmen zu teilen. Dies kann über Blog-Artikel oder auch über soziale Medien erfolgen.

Speziell für diesen Zweck entstanden auch sogenannte WOL-Circles. Hier treffen Gruppen entweder virtuell oder vor Ort aufeinander, um Wissen miteinander auszutauschen und somit gegenseitig voneinander zu profitieren.

Wie funktioniert Working Out Loud?

Working Out Loud basiert auf fünf Prinzipien. Diese sollen es ermöglichen, Beziehungen aufzubauen, Wissen zu teilen und das eigene Mindset zu erweitern.

Prinzip

Bedeutung

Relationships

Tragfähige Beziehungen zu Gleichgesinnten aufbauen und pflegen

Generosity

Wissen großzügig teilen, ohne direkte Gegenleistung zu erwarten

Visible Work

Die eigene Arbeit und Zwischenergebnisse transparent machen

Purposeful Discovery

Gezielt nach neuen Perspektiven und Kontakten suchen

A Growth Mindset

Offen für Veränderungen und neue Ansichten sein

1. Relationships

Mit einem WOL-Circle werden Beziehungen mit verschiedenen gleichgesinnten Personen aufgebaut. Es ist wichtig, dass man für das Prinzip von WOL ständig daran arbeitet, diese Beziehungen zu pflegen und auszubauen.

Nur so lässt sich konstant Wissen teilen mit anderen Personen und nur so entsteht auch das notwendige Vertrauen.

2. Generosity

Großzügigkeit bedeutet, Wissen zu teilen, ohne eine direkte Gegenleistung zu erwarten. Besonders erfahrene Fachleute erhalten möglicherweise nicht dieselbe Menge an Wissen zurück. Dafür gewinnen sie neue Perspektiven, die festgefahrene Denkmuster aufbrechen können.

3. Visible Work

Die eigene Arbeit wird so transparent wie möglich geteilt, etwa durch wöchentliche Updates, Zwischenergebnisse oder aktuelle Meilensteine. Davon profitieren beide Seiten: Andere erhalten wertvolle Einblicke, und die teilende Person bekommt Feedback, das Fehler vermeiden hilft.

Ein Praxisbeispiel für gelebte Transparenz liefert Blinkist: Das Technologieunternehmen setzt auf vollständige Transparenz und direkte Kommunikation im gesamten Unternehmen. CEO Holger Seim erklärt: „Bei Blinkist konzentrieren wir uns voll auf Transparenz und direkte Kommunikation im gesamten Unternehmen." Durch die Erfassung aller Arbeitsvorgänge in Asana kann jedes Teammitglied Verantwortung für seine Arbeit übernehmen und selbstbestimmt Entscheidungen treffen. Das Ergebnis: eine geringe Personalfluktuation und engagiertere Mitarbeitende. Erfahren Sie, wie Asana auch Ihr Team unterstützen kann – vereinbaren Sie eine Demo.

4. Purposeful discovery

In einem WOL-Circle hat jedes Mitglied sein eigenes Ziel, dass er oder sie verfolgen möchte. Dies wird sich auch in der Kommunikation mit der Gruppe wiederspiegeln, denn jeder betrachtet andere Aspekte der Arbeit als wichtig oder weniger wichtig.

5. A Growth Mindset

Teil einer solchen WOL-Community zu sein bedeutet, dass man offen gegenüber anderen Perspektiven sein muss. Andere Ansichten zu betrachten und in die eigene Arbeit zu implementieren bedeutet, dass man oft die eigene Komfortzone verlassen und Veränderungen nicht als Bedrohung, sondern als Chance, betrachten muss.

Wie funktioniert eine WOL-Gruppe?

Bei einer „Working Out Loud"-Gruppe verknüpft man sich mit gleichgesinnten Personen, macht seine eigene Expertise transparent und profitiert von dem Wissen der anderen Personen. Hier sind einige wichtige Aspekte, die Sie bei einem WOL-Circle beachten sollten.

  • Gruppengröße: Ein WOL-Circle besteht grundsätzlich aus einer kleinen Gruppe von drei bis fünf Personen. Jede Person definiert zu Beginn ein individuelles Ziel, an dem dann gemeinschaftlich gearbeitet werden kann.

  • Dauer und Rhythmus: Die Mitglieder treffen sich laut den WOL-Circle-Guides einmal pro Woche für eine Stunde, über einen Zeitraum von insgesamt 12 Wochen. Dies kann individuell angepasst werden.

  • Format: Das Treffen muss nicht immer physisch stattfinden, denn auch virtuelle Meetings über Tools wie Zoom sind möglich.

  • Wissensaustausch: In diesen Treffen teilen die Mitglieder ihr Wissen und ihre Ansichten und versuchen so, sich gegenseitig zu helfen, die Ziele zu erreichen.

Obwohl das Prinzip von WOL ursprünglich aus den USA stammt, hat es schnell auch in Deutschland Anklang gefunden. Zu Beginn trafen sich Arbeitnehmer und Angestellte aus eigener Motivation heraus zu solchen Treffen.

Diese Gruppen wurden aber auch in vielen namhaften Unternehmen eingeführt, wie etwa Audi, BMW, Bosch, Daimler oder DB. Das Prinzip wurde sehr schnell bekannt und Ende 2017 sogar mit dem HR-Excellence-Award ausgezeichnet.

Welche Vor- und Nachteile hat Working Out Loud?

Fassen wir die wichtigsten Vorteile zusammen und gehen dabei auch auf Kritikpunkte ein, die gerade in den letzten Jahren aufgetreten sind.

Vorteile

Working Out Loud bietet ganz klar einige Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber:

  • Mehr Expertise: Indem Gleichgesinnte ihr Wissen miteinander teilen, können alle Personen in einem WOL-Circle dieses Wissen aufnehmen und dadurch mehr Expertise aufbauen.

  • Growth Mindset: In einem WOL-Circle lernen die Teilnehmer, die Ansichten von anderen Personen wertzuschätzen und in ihre eigene Arbeit zu integrieren. Dies fördert neue Perspektiven, das Verlassen der Komfortzone und das Betreten einer Zone, in der Wachstum wirklich möglich ist.

  • Einfaches Prinzip: Zudem ist Working Out Loud ein sehr einfaches und zielgerichtetes Prinzip. Man teilt sein Wissen mit anderen und profitiert von dem Wissen anderer.

  • Win-Win durch Vernetzung: Das Geben-und-Nehmen-Prinzip schafft eine klare Win-Win-Situation. Indem Sie Wissen teilen, über das Sie bereits verfügen, erhalten Sie Zugang zu deutlich mehr Wissen, das Sie für Ihr Team oder Unternehmen nutzen können.

Nachteile

  • Zielvorgaben von Unternehmen: Viele Unternehmen beschließen heutzutage, das WOL-Prinzip einzuführen. Hier kann es oft passieren, dass Führungskräfte und Manager die Ziele der Gruppe vorgeben. Dies sollte jedoch nie der Fall sein, denn sowohl die Themenwahl als auch die Zielsetzung sollte den beteiligten Personen selbst überlassen werden.

  • Überflutung an Informationen: In der heutigen Arbeitswelt wird man mit Informationen überflutet. Auch in WOL-Circles kann es passieren, dass man mit Teilergebnissen überschwemmt wird. Hier sollte man unbedingt darauf achten, den Informationsaustausch auf die wichtigsten Punkte zu beschränken und auf eine erfolgreiche Kommunikation zu achten.

Working Out Loud erfolgreich im Team umsetzen

Working Out Loud hilft dabei, Wissen mit anderen Menschen zu teilen und durch gezielte Vernetzung neue Perspektiven zu gewinnen. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es wichtig, das gesammelte Wissen strukturiert zu dokumentieren und zugänglich zu machen. Mit der Work-Management-Software von Asana lassen sich Projekte organisieren, Aufgaben zuordnen und Ressourcen sammeln, sodass Sie interne Wissensbibliotheken aufbauen und im Rahmen von WOL Circles weiter ergänzen können. Testen Sie Asana kostenlos und schaffen Sie die Grundlage für transparentes Arbeiten in Ihrem Team.

Asana kostenlos testen

Häufig gestellte Fragen zu Working Out Loud

Verwandte Ressourcen

Artikel

Jobsharing: Modelle, Umsetzung und Vorteile!

Verändern Sie mit Asana die Art und Weise, wie Sie arbeiten