Persönlichkeitstest: Diese Methoden stehen zur Verfügung!

Philipp Steubel headshotPhilipp Steubel8. November 20226 Minuten Lesezeit
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Zusammenfassung

Ein Persönlichkeitstest ist ein psychologisches Testverfahren, mit dem man Rückschlüsse auf die eigenen Persönlichkeitsmerkmale bekommt. Solche Tests kann man entweder online oder in einer klinischen Psychologie durchführen. Es gibt verschiedene Arten von Persönlichkeitstests, die gerne angewendet werden. Hierzu zählt etwa das Myers-Briggs-Modell, der Big Five Test oder der 16 Persönlichkeiten-Test.

Update: Im neuen Update sind wir näher auf das DISG-Modell und das Enneagramm eingegangen.

Jeder Mensch hat eine andere Persönlichkeit und bringt seine ganz eigenen Stärken und Schwächen mit in den Alltag. Gerade im Projektmanagement, wo viele verschiedene Menschen zusammenarbeiten, kann dies sehr vorteilhaft sein. Denn so bringt man eunterschiedliche Ansichten zusammen, wodurch man am Ende des Tages bessere und holistischere Ergebnisse im Teamwork erzielen kann.

Zudem kann man jedem Teammitglied die Rolle zuteilen, die am besten zu der Persönlichkeit passt. Am besten kann man solche verschiedenen Persönlichkeiten mit einem Persönlichkeitstest vorstellen. Durch einfache Tests lässt sich feststellen, welche Annahmen zum eigenen Charakter stimmen und welchen Eigenschaften man sich vorher gar nicht bewusst war.

Erfahren Sie hier also mehr über den Persönlichkeitstest und die verschiedenen Arten, die hier zur Verfügung stehen. Wir zeigen Ihnen auch, wie viel Gewichtung Sie den Ergebnissen eines Persönlichkeitstests wirklich geben sollten.

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Was ist ein Persönlichkeitstest?

Beginnen wir zu Beginn einmal mit der Persönlichkeitstest Definition. Mit diesem Begriff sind psychologische Testverfahren gemeint, durch welche man individuelle Persönlichkeitsmerkmale erfassen und beurteilen kann. Mit Eigenschaften sind hier all jene Merkmale gemeint, die man entweder von Geburt an vererbt bekommen hat oder sich im Laufe der Zeit durch das soziale Umfeld, also Familie, Freunde, Arbeit, angeeignet hat.

Persönlichkeitstests haben viele Vorteile, denn sie helfen Personen, ein bessere Verständnis über sich selbst und ihre Neigungen zu gewinnen. Denn Persönlichkeitseigenschaften sind verfestigte Handlungsmuster, die meist tief in uns verwurzelt sind. Ein Beispiele dafür wäre die Neigung zu Aggressionen. Durch die Bestimmung dieser Handlungsdispositionen lassen sich Vorhersagen für die Zukunft treffen, also wie wir in der Regel auf bestimmte äußere Reize reagieren.

Es gibt viele verschiedene Arten von Persönlichkeitstests, die allesamt auf ihre eigene Methodik verschiedene Charakterausprägungen bestimmen können. Zu den wichtigsten Persönlichkeitstests zählen:

  • Big 5 Persönlichkeitstest

  • Myers Briggs Test

  • 16 Persönlichkeitstypen Test

  • DISG Modell

  • Enneagramm

In diesem Artikel werden wir auf die ersten drei Persönlichkeitstests näher eingehen, da diese am häufigsten genutzt werden. Verlieren wir also keine Zeit und starten direkt los!

1. Der Big Five Persönlichkeitstest

Das Big Five Modell gilt in der Persönlichkeitspsychologie bereits als Standard-Modell zur Bestimmung der verschiedenen Persönlichkeitstypen. Entwickelt wurde das Modell in den 1930er Jahren, seitdem wurde es immer wieder weiterentwickelt und an die neusten Erkenntnisse angepasst. 

Das Modell wurde auch immer wieder Studien unterzogen, die bewiesen haben, dass der Big Five Persönlichkeitstest durchaus sehr gute Ergebnisse erzielen kann. Im Zentrum vom Modell stehen fünf Grunddimensionen.

  • Offenheit für Erfahrungen (Openness)

  • Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness)

  • Extraversion (Extraversion)

  • Verträglichkeit (Agreeableness)

  • Neurotizismus (Neuroticism)

Die englischen Anfangsbuchstaben ergebn insgesamt das Wort “Ocean”, das Modell wird nämlich öfters auch als “Ocean-Modell” bezeichnet. Jede einzelne dieser Dimensionen kann schwach oder stark ausgeprägt sein.

In den meisten Fällen bestimmt man die Stärke der Ausprägung durch einen standardisierten Fragenkatalog. Hierbei gibt es etwa den NEO-PI-R Persönlichkeitstest, welcher vor allem im deutschsprachigen Raum sehr beliebt ist. Hierzu bekommt man 240 Fragen gestellt, die dir am Schluss ein sehr zuverlässiges Ergebnis bieten. Dieser Test steht jedoch nicht kostenlos zur Verfügung, deshalb kann man auch auf kostenlose Persönlichkeitstests aus dem Internet zurückgreifen. Bei diesen ist die Garantie auf eine genaue Aussage jedoch nicht immer gegeben.

2. Das Myers Briggs Modell

Ein ebenfalls sehr bekanntes Modell ist der Myers-Briggs-Typenindikator, oder auch MBTI genannt. Dieser Persönlichkeitstest hat eine sehr lange Geschichte. Die Grundlage bietet hier auf jeden Fall die psychologische Typenlehre von Carl Gustav Jung. Das erste Modell vom Typenindikator wurde dann in den 1960er Jahren von Katharine Briggs und ihrer Tochter entwickelt. Danach wurde das Modell vom Psychologen David West Keirsey weiterentwickelt und erst zu dieser Zeit wurde das Modell dann weltweit bekannt. Heute zählt es zu den beliebtesten Persönlichkeitsmodellen, welcher sehr gute Erkenntnisse über die eigene Persönlichkeit liefert. Dies wurde auch durch zahlreiche Studien bewiesen.

Im Zentrum vom ursprünglichen MBTIPersönlichkeitstest stehen vier verschiedene Kategorien. Diese setzen sich aus folgenden Merkmalen zusammen:

  • Introvertiert /Extrovertiert (I/E): Dese Kategorie unterscheidet zwischen introvertiert, also verschlossen und einzelgängerisch, und extrovertiert, also offen und kontaktfreudig.

  • Intuitives Empfinden / Sensitives Empfinden (N/S): Diese Kategorie unterscheidet zwischen dem intuitiven Empfinden auf Basis des eigenen Bauchgefühls, und dem sensitiven Empfinden auf Basis von realistischen Einschätzungen.

  • Fühlen / Denken (F/T): Diese Kategorie bewertet, wie man Entscheidungen trifft. Dies tut man entweder aufgrund der eigenen Gefühle und Emotionen oder aufgrund von Logik und Rationalität.

  • Urteilen / Wahrnehmen (J/P): Die letzte Kategorie gibt Auskunft darüber, wie man zu seinen Entscheidungen steht. Der urteilende Typ bleibt immer überzeugt über seine Entscheidungen, während der wahrnehmende Typ seine Entscheidung flexibel an neue Informationen anpasst.

Ermittelt werden diese Werte ähnlich wie beim Big 5 Persönlichkeitstest, nämlich über einen Fragebogen. Hierbei gibt es verschiedene Anbieter, wo man entweder Fragen anhand einer Skala beantwortet oder mit “Ja/Nein” Fragen. Das Testergebnis sind vier Ziffern, die die eigene Persönlichkeit bestimmen.

3. Der 16 Persönlichkeiten-Test

Der 16 Persönlichkeitstest ist eine bekannte Weiterentwicklung des Myers-Briggs Tests. Hierbei werden die vier Grunddimensionen mit den jeweils zwei Ausprägungen um eine weitere Dimension ergänzt. Dieser ist.die Identität, wobei es hier entweder die Ausprägung “Assertive (A)” oder “Turbulent (T)” gibt. Das Ergebnis vom 16 Persönlichkeiten-Test ist also eine fünfstellige Ziffer, welche einem zu einer der Persönlichkeiten zuteilt.

Was sind die 16 Persönlichkeiten?

Insgesamt sind die 16 Persönlichkeiten in vier große Gruppen unterteilt, diese sind:

  • Die Analysten (Analysts)

  • Die Diplomaten (Diplomats)

  • Die Wächter (Sentinels)

  • Die Forscher (Explorers)

Jede dieser Gruppen zeichnet sich durch ein individuelles Persönlichkeitsprofil aus, welche für alle Persönlichkeiten innerhalb dieser Gruppe gleich sind. In den folgenden Absätzen werden wir kurz auf die verschiedenen Persönlichkeiten und deren typische Merkmale eingehen.

Die Analysten

Die Analysten sind vor allem durch ihre Rationalität und ihre Ordnung ausgezeichnet. Alle Persönlichkeiten in dieser Gruppe haben die Merkmalkombination NT. Für sie spielt Logik eine viel größere Rolle als Emotionen.

Zu den Analysten zählen

  • Architekt

  • Logiker

  • Kommandeur

  • Debattierer

Die Diplomaten

Die Diplomaten stehen allesamt für ihre Werte und Emotionen ein. In dieser Gruppe finden sich vor allem Persönlichkeiten, die eine hohe emotionale Intelligenz und ein optimistisches Weltbild haben. Sie alle haben die Merkmalkombination “NF”. 

Zu den Diplomaten zählen

  • Mediator

  • Advokat

  • Protagonist

  • Aktivist

Die Wächter

Die Wächter sind allesamt vernünftige und praktische Menschen, die den Schutz der eigenen Werte und Gedankengänge sehr wichtig einstufen. Sie brauchen eine Routine und eine Struktur in ihrem Alltag. Alle Persönlichkeiten haben hierbei die Merkmalkombination “SJ”.

Zu den Wächtern zählen

  • Verteidiger

  • Logistiker

  • Exekutive

  • Konsul

Die Forscher

Die Forscher sind offen für neue Erfahrungen, auch diese haben ein positives Weltbild. Zudem sind sie neugierig, kreativ und ein Freigeist. Die Persönlichkeiten innerhalb dieser Gruppe haben die Kombination “SP”.

Zu den Forschern zählen

  • Virtuose

  • Abenteurer

  • Unternehmer

  • Entertainer

Diese 3 oben genannten Tests zählen zu den wichtigsten Persönlichkeitstests, welche zudem auch am häufigsten genutzt werden. Daneben gibt es aber auch noch viele weitere Methoden zur Bestimmung der Persönlichkeit, auf die wir hier noch kurz eingehen möchten.

4. Das DISG-Modell

Mit dem DISG-Modell werden Menschen anhand vier verschiedener Dimensionen eingestuft. Es ergeben sich vier verschiedene Arten von Menschen. Bestimmt wird dieser Test durch das beobachtete Verhalten in verschiedenen Situationen.

Wie heißen die vier Persönlichkeitstypen?

  • Dominanter Typ: Der dominante Typ kann sehr schnell Entscheidungen treffen. Er ist sehr zielstrebig, kann jedoch auch schnell rücksichtlos werden.

  • Initiativer Typ: Eine initiative Person ist sehr sozial und kann hervorragend im Team arbeiten. Er ist sehr kreativ, jedoch auch chaotisch.

  • Stetiger Typ: Der stetige Typ brauch Beständigkeit und Routine in seinem Leben. Er strahlt viel Harmonie und Ruhe aus, ist jedoch schwer für Veränderungen zu begeistern.

  • Gewissenhafter Typ: Eine gewissenhafte Person ist sehr zuverlässig und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dabei denkt er sehr logisch und detaillreich.

5. Das Enneagramm

Das Enneagramm ist ein Konzept zur Bestimmung der Persönlichkeit anhand neun verschiedener Qualitäten. Das Konzept stammt aus der Antike oder dem Sufismus. Die verschiedenen Typen sind hierbei der Perfektionist, der Geber, der Macher, der Individualist, der Beobachter, der Skeptiker, der Optimist, der Herausforderer und der Friedensstifter.

  • Perfektionist: Dieser hat hohe Ansprüche an sich selbst und andere. Sie sind gewissenhaft und streben immer Verbesserungen an.

  • Geber: Diesem Typ ist es wichtig, anderen zu helfen und diese zu fördern. Sie sind sehr mitfühlend und strahlen viel Harmonie ab, dieses Bedürfnis, anderen zu helfen, kann jedoch auch zu einem Risiko für emotionale Abhängigkeit werden.

  • Macher: Dieser Typ ist sehr selbstbewusst und wettbewerbsfreudig. Er nimmt Risiken auf und kann andere leicht für die eigenen Ziele begeistern.

  • Individualist: Diese Personen wollen einzigartig sein und versuchen, aus der Menge herauszustechen.

  • Beobachter: Der Beobachter wirkt oft distanziert, da er die Welt wie durch eine Brille beobachtet. Sie erkennen sowohl kleine Details als auch große Zusammenhänge und überstürzen Entscheidungen nicht.

  • Skeptiker: Diese Personen brauchen ein Gefühl der Sicherheit, sie fühlen sich daher am wohlsten in einer Gruppe. Sie sind loyal und zuverlässig, es fällt ihnen zu Beginn jedoch oft schwer, Vertrauen aufzubauen.

  • Optimist: Sie lieben Abwechslung und sind sehr optimistisch eingestellt. Sie sind oft extrovertiert und scheuen es nicht, neue Wege auszuprobieren.

  • Herausforderer: Diese Leute haben ein hohes Durchsetzungsvermögen und viel Energie. Sie sind ideal für Führungspositionen gemacht und genießen es, Gruppen zu leiten und zu motivieren.

  • Friedensstifter: Diese Leute strahlen viel Ruhe und Harmonie aus, sie vermitteln auch sehr gut. Routineaufgaben liegen ihnen am besten, neue Herausforderungen oder Konflikte bringen sie jedoch leicht aus der Ruhe.

Wie sinnvoll sind Persönlichkeitstests?

Persönlichkeitstests sind eine interessante und durchaus gute Methode, die Persönlichkeit der Menschen in verschiedene Gruppen einzuteilen. Je nachdem, welchen Persönlichkeitstest Sie machen, bekommen Sie unterschiedliche Einblicke zu Ihrer Person. 

Jedoch sollte man dabei beachten, dass jeder Persönlichkeitstest verschiedenen Grenzen unterlegen ist. Diese Punkte sollten Sie beachten:

  • Verzerrte Selbsteinschätzung: Gerade bei einem Fragebogen wäre es für ein richtiges Ergebnis wichtig, dass Sie die Fragen korrekt und objektiv beantworten. Da es aber um Sie selbst geht, werden die Antworten nie zu 100% objektiv sein. Sie werden oft, wenn auch unbewusst, versuchen, sich selbst in einem besseren Licht zu präsentieren. Dies beeinflusst die finale Auswertung.

  • Stärke der Ausprägung: Vor allem extreme Ausprägungen lassen auf Merkmale schließen, die wirklich zu Ihnen passen. Wenn die Ausprägungen aber eher schwach oder im mittleren Bereich sind, wird es schwer, konkrete Aussagen zu Ihrer Person zu treffen.

  • Limitation: Ein jeder Persönlichkeitstest ist limitiert, alleine schon deshalb, weil mit Fragebögen nie den ganzen Charakter einer Person erfassen kann. Es gibt einfach zu viele verschiedene Aspekte, die man berücksichtigen müsste. Deshalb sollte man das Ergebnis eines Persönlichkeitstests nie als vollständig ansehen.

Schlussendlich ist jeder Persönlichkeitstest in seiner Aussage eingeschränkt. Dies bedeutet aber nicht, dass die Ergebniss völlig wertlos sind. Tatsächlich werden solche Tests gerne eingesetzt, beispielsweise im Berufsleben. Hier gibt es zum Beispiel eigene Tests, wie etwa das “Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung”. 

Aber auch andere Tests können im Projektmanagement eingesetzt werden, um die Teammitglieder anhand ihrer Eigenschaften grob beurteilen zu können. So wäre es vorteilhaft, die extrovertierten Mitglieder in den Verkauf zu den Kunden zu bringen, während die introvertierten vielleicht besser hinter der Bühne agieren können. Man kann damit auch besser die Dynamik zwischen den Teammitgliedern bessern bestimmen. Persönlichkeitstests können also sehr hilfreich sein und gute erste Eindrücke geben.

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