Die 4 Ps im Marketing: So gelingt der perfekte Marketing-Mix

Team Asana – FotoTeam Asana9. Mai 20226 Minuten Lesezeit
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Zusammenfassung

Die 4 Ps im Marketing sind „Product“, „Price“, „Place“ und „Promotion“. Auf Deutsch: Produkt, Preis, Ort und Werbung – die vier Hauptfaktoren, an denen sich jeder Marketingfachmann bei einer Kampagnenstrategie orientieren sollte. Unser Leitfaden behandelt diese 4 Marketinginstrumente und erläutert die einzelnen Schritte.

Produkt, Preis, Ort und Werbung. Der Theorie des Marketing-Mix zufolge bilden diese 4 Elemente die Bausteine einer jeden erfolgreichen Marketingkampagne. Auch wenn keine Strategie steigende Umsätze garantiert, kann die Berücksichtigung dieser vier Elemente in Ihren Marketingkampagnen die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich erhöhen.

Der 4P-Ansatz eignet sich für jede Branche und kann auf jedes Unternehmen angewandt werden​ – vom Einzelunternehmer bis hin zu Großbetrieben. In unserem Leitfaden erfahren Sie, was die 4 Ps des Marketings sind und wie Sie diese in Ihre nächste Marketingkampagne einbauen können.

Was sind die 4 Ps im Marketing?

Die sogenannten 4 Ps stehen für „Product“, „Price“, „Place“ und „Promotion“, also auf Deutsch: Produkt, Preis, Ort und Werbung, die vier wichtigsten Faktoren, die Marketingfachleute bei der Ausarbeitung einer Kampagnenstrategie berücksichtigen müssen.

Eine Marketingstrategie sollte:

  • Kommunizieren, was das Produkt dem Kunden bietet

  • Aufzeigen, warum der Wert des Produkts dessen Preis rechtfertigt

  • An den Orten erscheinen, an denen das Zielpublikum des Unternehmens ihr begegnet

  • Wirksame Werbestrategien einsetzen, um potenzielle Kunden zu erreichen

Behalten Sie diese vier Ziele bei der Ausarbeitung der Marketingstrategie im Hinterkopf. Die 4 Ps sollten während der gesamten Kampagne die Produktpositionierung, die Auswahl der Marketingkanäle, die Werbeentscheidungen, die Werbestrategie sowie die Auswahl der Texte mitprägen.

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Wie funktionieren die 4 Ps?

Zu wissen, was die 4Ps bedeuten, ist nur dann hilfreich, wenn Sie auch wissen, wie sie in Ihre Marketingstrategie integriert werden können. Im Folgenden gehen wir auf die einzelnen Punkte ein, damit Sie besser nachvollziehen können, was die vier Punkte bedeuten, warum sie für Ihre Marketingmaßnahmen wichtig sind und wie sie in künftige Kampagnen einfließen können.

Das erste P: „Product“ – das Produkt

[Inline-Illustration] Das erste P: „Produkt“ – das Produkt (Infografik)

Im Marketing-Mix steht „Produkt“ für alles, was Sie verkaufen, egal ob es sich um ein physisches Produkt oder eine Dienstleistung handelt. Eine schlagkräftige Marketingkampagne fußt auf einem klaren und detaillierten Verständnis des Produkts sowie der Art und Weise, wie es den Zielkunden anspricht.

So ist eine Autowerbung, die lediglich Details wie das Aussehen und den Preis des Fahrzeugs hervorhebt, nicht sehr überzeugend. Ein geschickterer Marketingfachmann, der das Produkt, das er bewirbt, genau kennt, schaltet eine SUV-Crossover-Werbung, die einzigartige Sicherheitsmerkmale betont, um gezielt Eltern mit kleinen Kindern anzusprechen. 

Beispiel für Fragen zum Produkt

  • Welches Problem löst Ihr Produkt? Überlegen Sie, welchen Herausforderungen Ihre Zielkunden gegenüberstehen und wie sich diese Herausforderungen auswirken.

  • Wer ist Ihr Zielkunde? Überlegen Sie sich, welche Art von Person am ehesten einen Nutzen aus Ihrem Produkt ziehen kann.

  • Inwiefern entspricht Ihr Produkt den Bedürfnissen Ihres Zielkunden? Ermitteln Sie ganz gezielt, wie bestimmte Merkmale Ihres Produkts auf bestimmte Kundenwünsche eingehen.

  • Was bietet Ihr Produkt im Gegensatz zu den Wettbewerbsprodukten? Ermitteln Sie, inwiefern Ihr Produkt die Bedürfnisse der Kunden schneller, effektiver oder kostengünstiger erfüllt als Konkurrenzprodukte.

Versetzen Sie sich in die Lage Ihres Zielkunden, um besser zu verstehen, was Ihr Produkt zu bieten hat. Wer konkret nachvollziehen kann, inwiefern sein Produkt dem Kunden einen Mehrwert bietet, kann das Produkt erfolgreicher vermarkten.

Das zweite P: „Price“ – der Preis

[Inline-Illustration] Das zweite P: „Price“ – der Preis (Infografik)

Das zweite Instrument im Marketing ist der Preis. Hier geht es darum, wie viel Sie für Ihr Produkt verlangen sollten, um einen Gewinn zu erzielen. Bei der Ausarbeitung der Preisgestaltung sollten Sie zunächst einmal Ihre Mitbewerber betrachten. 

Die Preise, die Ihre Wettbewerber verlangen, vermitteln Ihnen einen guten Eindruck davon, wie viel potenzielle Kunden für ähnliche Produkte zu zahlen bereit sind. Kombinieren Sie diese Erkenntnisse mit dem wahrgenommenen Wert Ihres Produkts – mit anderen Worten, was soll der Preis über Ihr Produkt aussagen. Handelt es sich bei Ihrem Produkt um eine Luxus-, Standard- oder Billigvariante?

Sie können Ihre Werbebotschaften dann ganz gezielt auf diese verschiedenen Preispunkte ausrichten. Auch Gutscheine, Rabatte, Angebote und Pakete, die auf Ihrem Markt beliebt sind, bieten sich an.

Beispiel für Fragen zum Preis

  • Was kosten Konkurrenzprodukte? Diese Frage ist ein guter Ausgangspunkt für die Marktforschung und die Ermittlung der Preisspanne für Ihr Produkt.

  • Wie viel sind Ihre Kunden bereit, auszugeben? Wenn Sie berücksichtigen, wie viel Ihre potenziellen Kunden bereit sind, auszugeben, können Sie eine Preisobergrenze festlegen.

  • Kann es für Ihr Produkt mehrere Preispunkte geben? Die Möglichkeit, mehrere Preispunkte für verschiedene Abo- oder Produktstufen anzubieten, kann Ihnen eine größere Zielgruppe erschließen.

  • Was kostet Ihr Produkt in der Herstellung? Anhand der Kosten, die für die Herstellung eines Produkts oder die Erbringung einer Dienstleistung anfallen, können Sie Ihre Gewinnspanne ermitteln.

Wenn die Preisgestaltung für Ihr Produkt richtig ist, sollten Sie es zu einem Preis verkaufen, der für den Zielkunden erschwinglich ist und dennoch Gewinn abwirft.

Das dritte P: „Place“ – der Ort

[Inline-Illustration] Das dritte P: „Place“ – der Ort (Infografik)

Das dritte Instrument im Marketing ist der Ort. Dieser Begriff beschreibt, wo Sie sich im Verhältnis zu Ihrem Kunden befinden und wo Sie Ihre Werbung platzieren müssen, um Ihr Zielpublikum zu erreichen.

Man muss kein Meisterstratege sein, um zu wissen, dass ein physisches Produkt oder eine Dienstleistung dort verfügbar sein muss, wo potenzielle Kunden leben, einkaufen und arbeiten. Doch auch der Ort spielt bei der Marketingstrategie eine Rolle.

Wer ein Ladengeschäft betreibt, kann nicht erwarten, dass die Kunden von weit her kommen, um sein Produkt zu kaufen. Natürlich werden sich gängige Marketingmethoden immer als wirksam erweisen, doch durch lokale Suchmaschinenoptimierung, Werbung in Lokalzeitungen und Co-Sponsoring von Veranstaltungen in der Gemeinde lässt sich möglicherweise eine höhere Rendite erzielen.

Dieser Grundsatz gilt auch für die Ermittlung der Online-Zielgruppe. Haben Sie es beispielsweise auf Social Media-Influencer der Generation Z abgesehen, vergeuden Sie wahrscheinlich wertvolles Budget, wenn Sie auf Portalen werben, die sich an ältere Zielgruppen richten, wie Facebook oder LinkedIn.

Beispiel Fragen zum Ort

  • Wo kauft Ihr Zielkunde ähnliche Produkte? Um den besten Ort für den Verkauf Ihres Produkts zu bestimmen, sollten Sie überlegen, ob Ihre potenziellen Käufer das Produkt in einem Geschäft, auf einer Konferenz, online usw. kaufen werden.

  • Wo sitzt Ihr Kunde? Das Wissen, wo Ihr Kunde wohnt oder einkauft, ist ein wichtiger Aspekt bei der Konzipierung einer Marketingstrategie.

  • Richten Sie sich an Unternehmen oder an Endverbraucher? Die Entscheidung, ob Sie direkt an Privatpersonen oder an Geschäftskunden verkaufen, erleichtert Ihnen die Entscheidung, wo Sie das neue Produkt verkaufen wollen.

  • Wo verkaufen Ihre Konkurrenten ihre Produkte oder Dienstleistungen? Orientieren Sie sich einfach an erfolgreichen Konkurrenten, um herauszufinden, wo Sie Ihre Produkte verkaufen sollten. Denn sie sind ein guter Indikator dafür, welche(r) Ort(e) am erfolgreichsten sein wird/werden.

Das vierte P: „Promotion“ – Werbung

[Inline-Illustration] Das vierte P: „Promotion“ – Werbung (Infografik)

Das letzte Instrument im Marketing steht für Werbung. Das Produkt ist das, was Sie verkaufen, der Preis ist der Betrag, für den Sie es verkaufen, der Ort gibt an, wo Sie es verkaufen, und Werbung ist die Art und Weise, wie Sie den Absatz fördern. 

Überlegen Sie bei der Entwicklung Ihrer Werbestrategie, wie die Werbebotschaft wahrgenommen werden soll. Wirkt die Marke witzig und clever, edel und luxuriös oder eher seriös und intellektuell? Legen Sie die Sprache Ihrer Marke fest, und halten Sie sich bei sämtlichen Marketingmaßnahmen konsequent daran.

Zudem sollten Sie herausfinden, welche Botschaften auf den verschiedenen Portalen gut ankommen. Ein Beitrag mit mehreren Absätzen wird auf Facebook oder Instagram ignoriert, kann jedoch eine hervorragende SEO-Möglichkeit für Ihren Blog darstellen. Vielleicht richten Sie sich an Zielgruppen, die sowohl LinkedIn als auch TikTok nutzen, und Sie können sogar dieselbe Botschaft auf allen Kanälen verbreiten. Allerdings sollten Sie das Format der Inhalte an die jeweilige Plattform anpassen.

Beispiel für Fragen zu Werbung

  • Wer ist Ihre Zielgruppe? Machen Sie sich klar, mit wem Sie sprechen, damit Sie entscheiden können, welche Ausdrucksweise und welcher Tonfall am besten ankommen.

  • Wie soll Ihre Marke wahrgenommen werden? Überlegen Sie, welche Markenidentität für Ihr Produkt und Ihre Branche sinnvoll ist.

  • Welche Medien nutzt die Zielgruppe, um Informationen zu konsumieren? Machen Sie Ihre Botschaft nicht durch Werbung an der falschen Stelle zunichte.

  • Wie werben die Wettbewerber für ihre Produkte? Wer seineWettbewerber als Versuchskaninchen für Experimente in Sachen Werbung einsetzt, kann herausfinden, was gut funktioniert, und aus deren Fehlern lernen.

  • Können Sie von saisonalen Schwankungen profitieren?Wenn sich das Verhalten der Zielgruppe von Sommer zu Winter drastisch ändert, empfiehlt es sich, unterschiedliche Marketingstrategien für die verschiedenen Jahreszeiten auszuarbeiten.

4P- oder 7P-Marketing: Darin liegt der Unterschied

Ihr Debüt hatten die 4 Ps in einem Buch mit dem Titel Basic Marketing: A Managerial Approach, das 1960 erschien. Auch wenn die 4 Ps heute noch genauso anwendbar sind, berücksichtigte der ursprüngliche Marketing-Mix die Faktoren der heutigen Zeit, wie die besonderen Herausforderungen des Online-Marketings oder die enorme Produktvielfalt, nicht. 

Deshalb verwenden manche Marketingfachleute gerne eine erweiterte Liste, die drei zusätzliche Ps enthält: „People“ (Menschen), „Physical Evidence“ (objektive Beweise) und „Processes“ (Prozesse).

Die 7 Ps im Marketing

Die 7 Ps im Marketing umfassen die ursprünglichen vier („Product“, „Price“, „Place“, „Promotion“) sowie drei weitere: „People“ (Menschen), „Physical Evidence“ (objektive Beweise) und „Processes“ (Prozesse).

  • Hier stehen Menschen für das Team im Unternehmen und die einzelnen Mitarbeiter, die Dienstleistungen erbringen oder Produkte verkaufen. Wichtig ist dabei, potenzielle Kunden mit einem exzellenten Kundenservice zu beeindrucken, denn bei vielen Menschen ist das Gefühl dem Produkt gegenüber untrennbar mit ihrer Kauferfahrung verknüpft.

  • Ein objektiver Beweis ist der Nachweis, dass die Behauptungen und Aussagen, die Sie in Ihren Marketing- und Werbeunterlagen machen, wahr sind. Dazu können Kundenrezensionen, Fallstudien und Erfahrungsberichte gehören, die der Zielgruppe zeigen, dass die bestehenden Kunden mit dem Produkt zufrieden sind.

  • Prozess bezeichnet den Transport und die Bereitstellung des Produkts. Mund-zu-Mund-Propaganda ist eine der wirksamsten Formen der Werbung. Daher sind Investitionen in eine sichere und schnelle Lieferung, in ein angenehmes Kauferlebnis und eine effiziente Kundenbetreuung echte Investitionen in das Marketing.

Die 4 Ps bringen Marketingkampagnen auf den richtigen Weg

Die 4 Ps lassen sich nicht einfach so nebenbei umsetzen. Für eine effektive Nutzung müssen die 4 Ps in jeden einzelnen Schritt einer Marketingkampagne eingebaut werden.

Von der ersten Organisationsphase bis hin zum Start der Kampagne sollten die 4 Ps bei jedem Schritt in der Marketingstrategie zum Tragen kommen.

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