Flache Hierarchie: Wie Mitbestimmung dem Unternehmen hilft!

10. März 20225 Minuten Lesezeit
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Zusammenfassung

Eine flache Hierarchie ist definiert als ein Unternehmen mit wenig Führungsebenen Somit liegt mehr Eigenverantwortung und Bestimmung bei den einzelnen Mitarbeitern. Diese Organisationsstruktur ist für all jene Unternehmen vorteilhaft, die sich in einer schnell verändernden Branche befinden bzw. von neuen Innovationen leben.

Unternehmensstrukturen können auf verschiedenste Art und Weise aufgebaut sein. Eine wichtige Unterscheidung ist hier jene zwischen einer steilen und einer flachen Hierarchie. Während eine steile Hierarchie darauf aufgebaut ist, klar den Rang und die Ebene einer Person und damit die über- und untergestellten Mitarbeiter zu definieren, zielt eine flache Hierarchie genau auf das Gegenteil ab.

Eine flache Hierarchie ist gezeichnet von nur wenig Ebenen im Unternehmen. Dies bedeutet, dass die Mitarbeiter vermehrt auf einer gleichen Ebene gestellt sind. Diese Form der Unternehmensorganisation hat sich in den letzten Jahren vermehrt im Zusammenhang mit New Work und Start-Ups entwickelt und ist mittlerweile auch bei größeren Unternehmen etabliert.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen näher, wie eine flache Hierarchie in der Praxis aussieht. Dazu zeigen wir Ihnen auch, welche Vorteile diese Struktur bietet und welche Unternehmen die Form der flachen Hierarchie wählen sollten.

Flache Hierarchie: Definition

Eine flache Hierarchie, auf Englisch flat hierarchy genannt, ist ein Überbegriff für eine Form der Organisationsstruktur in Unternehmen. Diese ist davon gekennzeichnet, dass es nur wenige Führungsebenen gibt. Dies stellt mehr Mitarbeiter in die gleichen Hierarchiestufen, womit diese an Entscheidungen und Entwicklungen ein gleichberechtigtes Mitspracherecht haben.

Weniger Hierarchiestufen bedeutet auch, dass es weniger Personen gibt, die anderen übergestellt sind. Es gibt somit auch weniger Managementstufen, die Entscheidungen fällen. Dies bedeutet, dass den einzelnen Mitarbeitern mehr Entscheidungsraum innerhalb der eigenen Bereiche gegeben wird. Es bedeutet aber auch, dass die Kommunikationswege effektiver und kürzer werden, indem die Hierarchieebenen verringert werden.

Flache Hierarchien im Sinne von New Work

Das Konzept der flachen Hierarchie gibt es bereits seit längerer Zeit. Gerade aber durch das Konzept von New Work werden flache Hierarchien immer beliebter. New Work bezeichnet dabei eine neue Arbeitsweise, welche durch die sich schnell entwickelnde Globalisierung und Digitalisierung notwendig ist.

Im Sinne von New Work entstehen dadurch neue Arbeitsformen und Unternehmensstrukturen. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit von Home-Office, das Agile Arbeiten und auch die flache Hierarchie im Unternehmen. Mit all diesen Konzepten kann sich ein Unternehmen der heutigen Arbeitswelt befassen. Dies bedeutet unter anderem eine höhere Miteinbeziehung der Mitarbeiter und eine schnellere Reaktion auf Veränderungen in den jeweiligen Branchen.

Die Vorteile von flachen Hierarchien

Die Ebenen eines Unternehmens so gering zu halten bringt natürlich einige Vorteile mit sich. Folgende Vorteile von flachen Hierarchien gibt es für Unternehmen:

Schnellere Entscheidungsfindung:

In Unternehmen mit einer steilen Hierarchie braucht es oft lange, Entscheidungen zu treffen. Dazu muss die Information erst von unten nach oben und von oben nach unten übermittel werden. Bis dies geschieht, vergeht oft eine gewisse Zeit. Mit der Eliminierung von einigen Hierarchieebenen gibt es auch dementsprechend kurze Entscheidungswege. Somit ist auch die Zeit kürzer, bis die Information zur Entscheidungsinstanz und wieder zurück nach unten gelangt. Dies erlaubt einem Unternehmen, Entscheidungen schnell zu treffen und keine unnötige Zeit zu verschwenden.

Bessere Reaktion

Aber nicht nur Entscheidungen können schneller getroffen werden. Allgemein kann auf Probleme einfach schnell reagiert werden, wenn flache Hierarchien im Unternehmen gewählt werden. Denn hier haben die Mitarbeiter oft einen gewissen Spielraum in ihren Bereichen und können somit auch auf Probleme reagieren, ohne zuerst um Erlaubnis zu bitten.

Dies setzt natürlich eine gewisse Kompetenz der Mitarbeiter und das Vertrauen der Führungskräfte voraus. Wenn dies allerdings gegeben ist, kann das Unternehmen sich schnell und agil positionieren und damit einen Wettbewerbsvorteil schaffen.

Mehr Flexibilität

Gerade in der heutigen Zeit ist es sehr wichtig, dass ein Unternehmen flexibel agieren kann. Wenn beispielsweise ein neues Projekt ansteht, muss auch ein Team dafür zusammengestellt werden. Wenn die Mitarbeiter in einer Ebene stehen, kann man schneller entscheiden, wer Teil des Projekts wird und wer nicht. Dafür muss nicht zuerst mit den überstehenden Führungskräften und dann den Mitarbeitern verhandelt werden.

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Ressourceneinsparung:

Ein weiterer Vorteil, der vielleicht weniger offensichtlich ist, ist die Einsparung von Personalkosten. Weniger Hierarchieebenen bedeutet auch, dass weniger Führungskräfte im Unternehmen eingestellt werden müssen. Damit fällt auch das Gehalt, das eine solche Position üblicherweise mit sich zieht. Diese Einsparung durch besseres Kostenmanagement kann dann anderweitig genutzt werden, wie etwa für eine Gehaltserhöhung der restlichen Mitarbeiter oder anderer Mitarbeiter-Benefits.

Diese Vorteile haben Unternehmen, wenn sie sich für flache Hierarchien entscheiden. Flache Hierarchien schaffen vor allem eines für Unternehmen: Einen Wettbewerbsvorteil. Durch die Einsparung von Ressourcen, der besseren Reaktionsgeschwindigkeit und der Flexibilität hat das Unternehmen auf jeden Fall einige Vorteile.

Herausforderungen mit flachen Hierarchien

Damit die Umsetzung einer flachen Hierarchie gewährleistet werden kann, müssen sich Unternehmen einigen Herausforderungen stellen. Folgendes müssen Unternehmen beachten, die eine flache Hierarchie wählen.

Bedeutung der Mitarbeiter bei flachen Hierarchien

Der wohl wichtigste Faktor sind die Mitarbeiter selbst, denn mit diesen steht und fällt die flache Hierarchie im Unternehmen als Organisationsstruktur.

Wenn Führungskräfte und Weisungsinstanzen fehlen, bekommen die Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung und Entscheidungsfreiraum in ihrer täglichen Arbeit. Dies hat zwar einige Vorteile, verlangt aber auch einiges an Kompetenz der Mitarbeiter.

Denn diese werden bei der Arbeit somit weniger kontrolliert. Sie müssen daher motiviert sein, die Arbeit von alleine pflichtbewusst und termingerecht zu erledigen. Sie sollten auch in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn eine schnelle Reaktion gefragt ist.

Zwei Punkte sind hierbei wichtig:

  1. Die Arbeit motiviert die Mitarbeiter, sie fühlen sich dadurch erfüllt. Wenn sie sich mit der Arbeit verbunden fühlen, investieren sie auch gerne ihre Zeit und Energie. Diese Motivation kann intrinsisch durch erfolgreiches Leadership erfolgen oder extrinsisch durch spezielle Anreizsysteme.

  2. Die Mitarbeiter müssen aber auch die Kompetenz dafür aufweisen. Diese kann man den Mitarbeitern im Laufe des Onboarding-Prozesses und laufender Weiterbildungen aneignen. Eine solche Förderung der Mitarbeiter steigert ihre Fähigkeiten, selbstbestimmt in ihren Bereichen zu arbeiten. Darüber hinaus zeigt es den Mitarbeitern auch, dass das Unternehmen Zeit und Kosten in sie investiert, was wiederum die Motivation erhöhen kann.

Dies bedeutet aber auch, dass das Unternehmen die Bereiche und Aufgaben für die einzelnen Mitarbeiter und Projekte klar definieren sollte, um den Handlungsspielraum auch vorzugeben. Dabei können Tools wie Asana hilfreich sein, die Projekte und Programme digital abbilden können mit den dazu zuständigen Personen und Fristen.

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Personalentwicklung neu strukturieren

Weniger Hierarchien bedeutet aber auch, dass es weniger Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Immerhin ist die Anzahl der Hierarchieebenen begrenzt. Mitarbeiter wollen aber auch Aufstiegschancen in ihrer Karriere haben, mehr Geld verdienen und sich in der Karrierewelt beweisen.

Hierzu müssen Unternehmen also eine Personalsystem entwickeln, das einen Karriereaufstieg innerhalb der flachen Hierarchie ermöglicht. Hierzu könnte man neben klassischen Gehaltserhöhungen das Konzept von Job Enrichment bzw. Job Enlargement nutzen. Aber auch die Miteinbeziehung in mehreren Projekten oder eine abwechselnde Aufgabenverteilung gibt den Mitarbeitern ein Gefühl, wichtig und gebraucht zu sein.

Die richtigen Führungskräfte anstellen

Nicht nur die Mitarbeiter sehen sich neuen Herausforderungen in einer flachen Hierarchie gegenübergestellt. Auch die Arbeit der Führungskräfte sieht innerhalb dieser Organisationsstruktur unterschiedlich aus. Denn hier sind viele Personen in einer Ebene. Eine Führungskraft hat demnach auch die Führung über viele Personen. Da hier leicht der Überblick verloren geht, kann man nicht jede Person genau kontrollieren und überprüfen.

In einer flachen Hierarchie braucht es deshalb weniger eine Führungskraft, dafür mehr einen Leader. Statt Kontrolle und Befehlen sollte es Anweisungen und Delegation geben. Hierzu müssen die Führungskräfte den Mitarbeitern vertrauen und diese motivieren, in ihrer Arbeit ihr Bestes zu geben. Dies kann auch das Arbeitsklima positiv verbessern.

Für welche Unternehmen eignen sich flache Hierarchien?

Obwohl flache Hierarchien offensichtliche Vorteile mit sich ziehen, sind diese in der echten Welt noch vergleichsweise weniger verbreitet. In Deutschland liegt einer Statistik zufolge die Anzahl der Unternehmen, die steile hierarchische Strukturen haben, bei deutlich über 50%.

Gerade mittlere und große Unternehmen setzen auf steile Hierarchien, während kleine Unternehmen und Start-Ups eine flache Hierarchie bevorzugen. Demnach wäre auch zu schließen, dass nur für diese Art von Unternehmen eine flache Hierarchie vorteilhaft ist.

Tatsächlich sollte man andere Faktoren neben der Größe berücksichtigen bei der Wahl der Organisationsstruktur:

  1. Die Branche: Wenn eine Branche sich ständig verändert, muss man als Unternehmen in der Lage sein, schnell darauf zu reagieren. Dies gelingt natürlich umso besser, je flacher die Hierarchie gestaltet ist.

  2. Innovation: Sind Innovationen ein wichtiger Erfolgsfaktor für ein Unternehmen, sind flache Hierarchien die bessere Wahl. So kann freier an Innovationen gearbeitet werden, diese können auch schneller implementiert werden.

  3. Struktur: Wenn ein Unternehmen in mehrere Projekte und Teams unterteil ist, ist eine flache Hierarchie im Unternehmen besser. Denn so sind die Teams wesentlich agiler in ihren Handlungen und damit auch effizienter

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Mit flachen Hierarchien mehr Agilität schaffen

Flache Hierarchien sind somit die ideale Möglichkeit, mehr Agilität und Flexibilität im Unternehmen einzubringen. Wenn die richtigen Voraussetzungen vorliegen und sich die Führungskräfte aktiv mit den Herausforderungen beschäftigen, steht der Umsetzung einer flachen Hierarchie im Unternehmen nichts im Wege.

Um die Struktur neu abzubilden, braucht es oft Zeit. Genau deshalb ist auch wichtig, auf Tools zu vertrauen, die die Mitarbeiter unterstützen. Ein Tool für die Abbildung von Projekten und Teams wäre zum Beispiel Asana.

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